Von der Arbeit zum Job

Der Traum vom “Volks-Wunder von Wolfsburg”

Peter Hartz lädt Gerhard Schröder und Knappe Clement auf eine Lustreise im Wagen des Volkes ein, der Schampus fließt wie der Schweiß in Strömen, während Huris sich lasziv auf dem Boden der Tatsachen räkeln. Plötzlich hat Peter einen Plan und verschluckt sich mal schnell als er eine Ahnung der Dimension dieses Planes wie eine Vater-Morgana vor seinem inneren Schweinehund aufblitzen sieht. Vielleicht schiebt er den Girls noch ein paar schwarze Scheine in`s Schlüpfergummi, während er sie gnädig mit der Hand wedelnd vom Boden der Tatsachen wischt.

Jungs, wir müssen mal reden.sagt der Peter. Der Gerhard macht sich eine Havanna an, lehnt sich zurück und bedeutet Clement per Fingerschnipsen, sich vor ihm auf den Boden zu hocken. Ja, der Gerhard weiß wo des Narren Platz ist. Ja nun sag schon, Du alter Personalvernichter, was gibt`s Neues an der Arbeiter-Einheits-Front?“. Hi hi feixt der Clement in sich hinein - ein kleiner Spaß unter Sozialdemokraten - hätte von ihm kommen können.Arbeiterverteidiger” - schießt der Peter eloquent retour und alle hauen sich auf die Schenkel vor Lachen. Als die Tränen versiegen wird der Peter sauernst:Im echten Ernst Leute - ich habe die Idee des Jahrhunderts! Ich weiß jetzt wie wir Beschäftigung für alle schaffen.Ungläubig runzelt das Wolferl die Stirn und mäkelt: … aber das ist doch mein Job?“. “Danke, Anke“, kreischt der Peter voll in Fahrt,das Wort fehlte mir noch - JOB. Wir schaffen keine Arbeit, sondern Jobs!“. Der Clement mäkelt immer noch:Wenn der Führer und ich das nicht geschafft haben, dann schaffst Du das schon lange nicht!“. Ein bisschen enttäuscht gibt der Gerhard zu bedenken, dass der Wolfgang da ja irgendwo recht hat, wenn man sich die Arbeitslosenzahlen so anschaut.

Und nun gibt der Peter dem Gerhard und dem Wolfgang einen kleinen Exkurs in Sachen Personalmanagement:

Peter: Was ist der Wert eines Arbeitslosen?

Gerhard: Gar keiner, die kosten nur unser Geld!

Wolfgang: Genau - diese Schmarotzer - die versaufen unser Geld!

Peter: Welches Ihr von denen bekommst, stimmt`s?

Gerhard: Hm, ja, irgendwie schon, aber muss man das so laut sagen?

Wolfi: Hey, der Münte hat auf der letzten sozialdemokratischen Fastnacht irgend etwas von “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” gefaselt. Können wir das nicht einbauen?

Peter: Der Wolfgang sollte an Addecco vermietet werden, ha, ha. Ein Blitzmerker.

Gerhard: Wie hoch ist denn nun der Wert eines Arbeitslosen - rechnerisch muss der dann ja unter Null liegen?

Peter: Richtig, Gerhard, aber das kann man denen nicht so verklickern, die sind da ein bisschen dünnhäutig seit den Schüssen von 1917.

Alles brüllt vor Lachen bei den alten Geschichten. Eine neue Flasche Volksschampus Marke „Veuve Chou“, übrig vom letzten Großkoalitionären Treffen mit der CDSUPD, kommt aus dem Off gerollt.

Peter: Wir lassen sie einfach für ihr eigenes Geld arbeiten. Wir sagen - Ihr könnt eurer Geld nur haben, wenn Ihr dafür auch arbeitet.

Heilige Scheiße - brüllt Gerhard und puhlt mit dem grünen Daumen in einem Loch im Brioni, welches die Glut seiner Zigarre hineinfrisst; er kriegt sich kaum wieder ein.

Wölfchen: Das verstehe ich nicht - arbeiten sie denn nicht sowieso schon dafür? Die bezahlen doch schon ihre eigene Arbeit. Die bezahlen ja sogar für ihre Arbeitslosigkeit.

Peter: Schnelldenker - sie arbeiten aber zu wenig für ihr Geld - zumindest kann man das behaupten. Wer arbeitslos ist, hat keine Arbeit, braucht aber Geld zum Überleben. Da wir sie nicht schon wieder vergasen können, schon wegen des Geruchs, überzeugen wir sie einfach, sie würden in unserer Schuld stehen, weil wir ihnen ihr eigenes Geld geben. Wenn sie das gefressen haben, ist es nur noch ein Kinderspiel, sie denken zu lassen, sie müssten etwas für dieses Geld, also für uns tun.

Gerhard: Na ja, aber glaubst Du wirklich, die sind so blöd?

Peter: Haben sie Dich gewählt? Ha, ha.

Alles kreischt vor Vergnügen.

Gerhard: Du meinst, wir sagen ihnen einfach: “Du arbeitest nicht, bekommst aber Geld, ergo können wir von Dir Arbeit als Gegenleistung verlangen?”.

Peter: Exakt! Ohne Arbeit sind sie totes Kapital. Wir können zwar keine Arbeit schaffen, von der man, außer uns leben kann, aber wir können verlangen, dass sie für ihr eigenes Überleben so lange arbeiten, wie wir das wollen. Blühende Landschaften.

Wolfkrank: Ich werd verrückt, da hätten wir uns doch die ganzen Türken sparen können!

Gerhard: Das könnte man “sozialen Mehrwert” oder “Aufschwung” nennen!

Peter: Gerhard - Du bist der Hammer - wir nennen es einfach gemeinnützig und sozial - der Aufschwung kommt von allein!

Wolfschwank: Da hätte ich aber noch eine klitzekleine Idee.

Gerhard: Na los, Zwerg.

Wolf: Da sich sicher nicht alle verarschen lassen, zahlen wir denen, die das Ganze freiwillig mitmachen, ein bisschen Geld mehr als den Verweigerern - das geht ja nicht, dass die Einen arbeiten und die anderen nicht, aber beide gleich viel Geld bekommen!

Peter: So ähnlich! Der Wolftrank weiß wo der Bartel den Most herholt! Prost! Aber besser geben wir denen die arbeiten, das Gleiche wie vorher und denen die keine Lust haben, ein wenig weniger. Besser für die Portokasse – oder was glaubst Du, wer den ganzen Scheiß hier bezahlt?

Gerhard:
Und wie verhindern wir, dass diejenigen die arbeiten nicht irgendwann einfach kündigen wenn sie genug haben?

Peter: Die haben ja nie genug - können sie gar nicht. Wir zahlen ihnen einfach viel zu wenig zu ihrem Überlebenssatz hinzu und schon sind sie immer in unserer Abhängigkeit. Vielleicht zahlen wir ihnen einen symbolischen Euro zur Unterscheidung? Dann wird die Arbeitsagentur zur Treuhand Ost erklärt.

Wolftank: Dann hätten wir reiche und arme Arme!

Peter: Und alle wären gleich, die Einen so, die Anderen so - außer uns.

Gerhard: Nach mir wird eine kurze Dicke kommen, die wird das “Soziale Marktwirtschaft” nennen. Da geh ich doch lieber nachher nach Sibirien und verlege Rohre.

Wolfmpfh: Und ich werde Arbeitsberater!

Peter: Und ich geh nicht in den Knast!

Und die Heiligen Drei Könige folgten dem Funkeln des Europäischen Sterns und der Ein-Euro Job ward geboren!

2 Kommentare

  1. Veröffentlicht Montag, 31. März 2008 (90/14) in 09:09 | Permalink

    Gratuliere!

  2. Veröffentlicht Montag, 31. März 2008 (90/14) in 11:39 | Permalink

    Danke :-)

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