Eine Replik zu Henryk M. Broder`s “Ein Dutzend Nebbichs”

erreichbar unter: http://www.lizaswelt.net/2007/08/ein-dutzend-nebbichs.html

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“Fair Trade” steht hier, von Ihnen als “jüdische Stimmen” für eine gerechte Endlösung der Nahostfrage bezeichnet, “womit sie einen Boykott israelischer Produkte meinen, die aus “illegalen Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten” kommen.”

Dazu folgende Fragen.

Sind diese Siedlungen illegal oder nicht und vor allem, nach wessen Recht?
Waren die Demonstranten keine Juden und haben Sie ihnen deshalb eristisch eine Endlösung in den Geist gelegt, oder waren es Juden, welche diese Forderungen erhoben haben?

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Was sagen Sie zu den Vorwürfen der Protestanten *haha*, dass Produkte aus den besetzten Gebieten auf palästinensischem Boden in Europa eingeführt werden?

EU-Israel-Assoziierungsabkommen

Das Europäische Parlament hat am 10. April 2002 eine Resolution verabschiedet, die die Aussetzung des Assoziierungsabkommens mit Israel verlangt. Bislang ist die EU nicht ihrer Rechtspflicht nachgekommen, auf Israels langjährige Praxis der Nichtkooperation hinsichtlich bindender völkerrechtlicher Standards durch unilaterale Maßnahmen zu reagieren.

Seit der Ratifizierung des Abkommens bescheinigen die israelischen Zollbehörden systematisch Produkten, die aus den illegalen israelischen Siedlungen in der Westbank kommen, einen Warenursprung in Israel und bringen sie so in den Genuß der Präferenzbedingungen. Obwohl die Europäische Kommission seit langem von der unrechtmäßigen Zertifizierung dieser Produkte mit dem zollrechtlich maßgeblichen »Made in Israel« weiß, hat sie bisher keine Wege und Umwege gescheut, um zu vermeiden, die Handelsbestimmungen des Assoziierungsabkommens mit Israel korrekt umzusetzen. Damit die EU Streit mit der israelischen Regierung vermeiden konnte, haben die Zollbehörden der Mitgliedsstaaten jahrelang zusehen müssen, wie sich immer mehr erstaunliche Unregelmäßigkeiten und problematische Präzedenzfälle anhäufen konnten.

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Was hat der Vertreter der BÜSO mit der von Ihnen gewählten Bezeichung Hiwi zu tun?

Hiwi oder HiWi steht laut der durchaus streitbaren Wikipedia für: Hilfswilliger, Hilfskräfte innerhalb der deutschen Wehrmacht, die während des Zweiten Weltkrieges aus den Reihen der Bevölkerung in besetzten Ländern rekrutiert wurden.

Im akademischen Bereich spricht man auch von Hilfswissenschaftler.

Oder meinten Sie damit das Eingeborenen-Volk der Hiwi aus Venezuela?

Eine Hinweis mit anschließender Frage sei mir gestattet:

Sie schreiben über das Programm der Büso, sie fordere eine “weltweite Wirtschafts-Revolution. Kernpunkt des Programms ist der Bau eines Eisenbahntunnels unter der Beringstraße, der Alaska mit Sibirien verbinden soll. Keine schlechte Idee, aber nicht einfach zu realisieren, fast so schwierig wie die Schaffung eines demokratischen, säkularen Palästinenserstaates unter der Führung der Hamas.”

Lyndon LaRouche verfolgt das Ziel von selbständigen nationalen Wirtschaftseinheiten. Gut darüber kann man mit Ihnen sicher trefflich streiten, ob das sinnvoll ist oder nicht, jedoch möchte ich Sie darauf hin weisen, dass er auf jeden Fall mit seinen Prognosen zum Kollaps der Weltwirtschaft recht hatte.

Ein paar Daten zu der von ihm kritisierten Theorie der Wirtschaft:

1971 debattiert LaRouche mit dem Ökonomen Prof. Abba Lerner am New Yorker Queens College. Lerner musste vor hunderten Studenten eingestehen, daß er die Anwendung der Wirtschaftspolitik Hjalmar Schachts in Nazideutschland auch für die Gegenwart befürwortet. Lerner entwickelte ein Modell des Konkurrenzsozialismus, das sich von der reinen Planwirtschaft unterschied. Das Modell sieht vor, Produkte zu Selbstkosten anzubieten und Betriebe zu vergesellschaften. Der Staat tritt als Organ zur Lenkung von Investitionen auf, während sich die Mengen nach der tatsächlichen Nachfrage richten. Es wurde auch als dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus bekannt.

Schacht war Vertreter der Reichsbank im Gremium der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die 1930 auch auf seine Initiative gegründet wurde. Dort beschwor er seine Kollegen ständig, “Hitler freie Hand im Osten zu geben”. Hjalmar Schacht lernte am 5. Januar 1931 bei einem gemeinsamen Essen Hermann Görings Joseph Goebbels und Adolf Hitler kennen, von dem er tief beeindruckt war. Im Oktober 1931 hielt Schacht eine aufsehenerregende Rede auf dem Treffen der NSDAP, der DNVP und des Stahlhelms in Bad Harzburg (”Harzburger Front”), in der er die Geldpolitik der Reichsbank polemisch angriff. 1932 begann Schacht die NSDAP zu unterstützen, ohne jedoch in die Partei einzutreten. Er war einer der Unterzeichner der Eingabe von zwanzig Landwirten, Bankiers und Industriellen an Paul von Hindenburg mit der Aufforderung, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Schacht befürwortete ähnlich wie John Maynard Keynes eine kontrollierte Geldschöpfung durch die Notenbank, um deflationäre Tendenzen zu bekämpfen und Arbeitsprogramme zu finanzieren.

Fazit: Wir haben es hier mit 2 unterschiedlichen Ansätzen von Geldpolitik zu tun, hinter denen Aussagen und Taten von Menschen stehen. Zumindest einer davon war nicht an “den antijüdischen Stimmen” für eine ungerechte Endlösung der Judenfrage beteiligt. Ihr hervorragendes Geschichtswissen wird Ihnen das bestätigen. Vor allem aber sehe ich da überhaupt keinen direkten Zusammenhang mit den Problemen für Israel und Palästina.

Und nun zu meiner Frage.

Lassen wir den Eisenbahntunnel einmal als wirksam polemisch durchgehen. Aufgrund welcher Hinweise, oder besser wissenschaftlichen Überleitung vollführen Sie plötzlich eine Wende des Themas, indem sie den Anspruch Lyndon LaRouches nach einer neuen Wirtschaftsordnung und Geldpolitik mit der Schwierigkeit der Schaffung eines demokratischen, säkularen Palästinenserstaates unter der Führung der Hamas vergleichen? Ich bemerke durchaus ihre geringe Hoffnung auf diese Möglichkeit, aber wäre eine Information zur Bürgerbewegung Solidarität, wenn Sie es denn schon einbasteln müssen, nicht wertvoller? Und wertvoll und lehrreich wollen Ihre Texte doch sein, oder verstehe ich da etwas Falsches unter dem Begiff “Vergleich”? Vielleicht hätte man die Büso-Geschichte einfach weglassen sollen. Mehrheit schafft Übergewicht.

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Nein zur Besatzung - JA zu 2 Staaten. Israel und Palästina

Auch hier bitte ich um eine Erklärung, was diese Forderung, welche auch von Israel immer wieder verkündet wird (bitte berichtigen Sie mich im Falle des Fehlens), mit dem von Ihnen bevorzugten Begriff des Nebbich, also eines Nichtsnutzes zu tun hat? Zuzüglich würde ich mich über eine Äußerung zum Thema der 2 Staatenlösung freuen.

Eine letzte Frage. Weshalb schließen Sie diesen Text mit der Aufschrift des Eingangstores des Konzentrationslagers Buchenwald? Was möchten Sie mir als Leser damit sagen?

Ein Kommentar

  1. Veröffentlicht Montag, 24. März 2008 (83/13) in 17:11 | Permalink

    Eine Frage an den Autor: Sind Sie Deutsche? Wenn nicht, sollten sie folgenden Beitrag trotzdem durchsehen:
    http://mramerika.wordpress.com - Kein Erbarmen mit den Deutschen!
    Gruß.

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