Impressumpflicht versus Zitiergebot

Warum das Telemediengesetz ungültig ist und es keine Impressumpflicht gibt, welche mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Kopieren und die Verwendung im Impressum erlaubt. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihr Grundgesetz!

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Killerteams: Zukunftsszenarien für Afghanistan

KABUL/BERLIN/WASHINGTON – Auseinandersetzungen im Berliner Establishment begleiten die Debatte um das von einem deutschen Offizier befohlene Massaker von Kunduz. Während die Bundesregierung jegliche Kritik am nächtlichen Beschuss zweier Tank-Lkws zu ersticken sucht und verbündete Staaten mit diplomatischen Demarchen zur Einstellung kritischer Äußerungen drängt, plädieren Regierungsberater für eine offenere Debatte über die Tötung von Zivilisten. Einen „’sauberen Krieg’“ werde es „in Afghanistan nicht geben“; das müsse man „offen sagen“, fordert ein Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und verlangt zugleich eine Diskussion über „die Frage nach dem Ende der Isaf-Mission“. Eine solche Debatte, wie sie nun auch der deutsche Außenminister vorantreibt, hat in den USA längst begonnen; sollte Washington früher oder später seinen Rückzug antreten, muss Berlin sich anschließen. Alternativen zu einem vollständigen Rückzug werden in den USA, aber auch in Militärkreisen in Deutschland diskutiert. Demnach könnte der Krieg mit Hilfe fortwährender Überfälle auf Afghanistan von außerhalb des Landes weitergeführt werden; Spezialtruppen („Killerteams“) kämen mit gezielten Schlägen gegen Aufständische zum Einsatz.

Wenn sie die bösen Buben identifizieren, müssen sie ermächtigt werden, sie zu entfernen.

Der Militärjournalist Ralph Peters, ein Oberstleutnant der US-Streitkräfte im Ruhestand, plädiert dafür, die aktuelle Strategie der afghanischen Aufständischen zu adaptieren – einfach das Land unregierbar zu machen. Der Westen könne seine Truppen vollständig abziehen, schreibt Peters; dann käme es nur darauf an, mit einzelnen Schlägen gegen die Taliban und mit Unterstützung für ihre Gegner für dauerhaftes Chaos in Afghanistan zu sorgen. „Erlaube Afghanistan, sich weiter aufzulösen, wenn das sein Schicksal ist„, resümiert der Militär, dessen Strategie inzwischen auch in deutschen Armeekreisen ausführlich diskutiert wird: „Erstelle Karten vom Feind. Unser Fokus sollte ausschließlich auf seiner Zerstörung liegen.

Sorry für das etwas umfangreiche Zitat. Unbedingt den ganzen Artikel lesen!

Quelle: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57615

Der Künstler und sein Richter

Dieser Beitrag kam vor einigen Tagen per Mail. Die dahinter stehende Geschichte erscheint einfach, ist jedoch in ihren Konsequenzen unglaublich, aber nach bisherigen Recherchen wahr. Das Grundrecht aus Artikel 5 Abs. 3 Satz 1 GG wird nicht gewährt und eine wenigen Menschen bekannte für den Gesetzgeber zwingend zu beachtende Gültigkeitsvorschrift aus dem Grundgesetz, der Artikel 19 Abs. 1 Satz 2 GG, wird bei einigen wichtigen Gesetzen nicht beachtet, weshalb diese eigentlich nichtig sind, woraus sich der vielleicht größte Justizskandal in Deutschland entwickeln könnte. Die folgende Geschichte ist aus Gründen der Zusammenfassung fiktiv, beruht aber auf einer wahren Begebenheit:

„Zur Aufgabe der Gerichte gehöre es, dem Wortlaut eines Gesetzes – auch der Verfassung – nach dem ihm innewohnenden Sinn gerecht zu werden.“

„Der Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung soll die Verwaltung binden, ist aber kein Rechtstitel zur Abwehr von Rechten des Bürgers, die sich aus der Anerkennung eines in der Verfassung garantierten Grundrechts ergeben.“

Beide Rechtssätze aus der BverfGE 38, 175ff. binden zwingend gemäß § 31. Abs. 1 BverfGG alle Verfassungsorgane des Bundes und der Länder sowie alle Behörden und Gerichte.

Fall 1:

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein berühmter Künstler und Filmemacher. Also kein angestellter Kreativer sondern freier Künstler. Zur Herstellung Ihres neuen Action-Films „TITANIC“ kaufen Sie ein diesem Zweck entsprechendes Schiff. Dann kommt das Finanzamt und möchte von den Einnahmen aus diesem Film Steuern erheben. Sie machen – so wie üblich – die Ausgaben für das Schiff als Betriebsausgaben geltend. So weit so gut – denken Sie.

Plötzlich sagt Ihnen der Finanzbeamte, dass Sie dieses Schiff nicht steuerlich geltend machen können, da er(!) nicht davon überzeugt sei, dass Sie das Schiff für die Herstellung des Films brauchen und verlangt Steuern auf Ihre vollständigen Einnahmen, welche Sie aufgrund der Höhe nicht erbringen können. Sie erklären dem Finanzbeamten in aller Ruhe, dass die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst es Ihnen überlässt, ob Sie für den Film ein Schiff brauchen und er möchte doch bitte die Ausgaben für das Schiff steuerlich berücksichtigen. Doch der Finanzbeamte besteht auf seiner Meinung, da er laut § 5 der Abgabenordnung das Recht hat, die Steuern nach eigenem Ermessen zu erheben. Geduldig erklären Sie dem Finanzbeamten, dass dieses Ermessen sich ebenfalls laut § 5 der Abgabenordnung in den gesetzlichen Grenzen zu bewegen habe. Da Sie als Künstler laut Artikel 5.3.1 GG letztendlich selbst entscheiden dürfen, was für die Herstellung des Films nötig ist, bestehen Sie auf dem Recht, diese Ausgabe steuerlich geltend zu machen. Das interessiert jedoch den Finanzbeamten nicht und er lässt mangels Zahlungsmöglichkeit Ihr Schiff und Ihr gesamtes Werkzeug beschlagnahmen. Ihr auf gesetzlichen Grundlagen beruhender Protest beeindruckt den Finanzbeamten überhaupt nicht.

Fall 2:

Stellen Sie sich weiterhin vor, Ihr Nachbar wäre ein nicht berühmter Richter an irgendeinem Finanzgericht in Deutschland. Er spricht viel Recht und macht sich eine Menge Gedanken um Recht und Gesetz, weshalb er fleißig Kommentare zum Recht verfasst und diese auch in dicken Büchern veröffentlicht. Auch dies ist eine künstlerische Nebentätigkeit, welche unter das Grundrecht auf die Freiheit der Kunst fällt. Aus diesem Grund braucht Ihr Nachbar zum Verfassen dieser Kommentare vielleicht ein großes Haus auf einer schönen Südseeinsel, weil eben nur dort sein künstlerischer Geist in der Lage ist, die für einwandfreie Kommentare benötigte Klarheit zu erlangen – es geht ja immerhin um Recht und Gesetz. Dann kommt das Finanzamt und möchte von den Einnahmen aus diesen Kommentaren Steuern erheben. Ihr Nachbar macht, unabhängig ob er wirklich Einnahmen hat – so wie üblich – die Ausgaben für das Haus als Betriebsausgaben geltend und möchte diese von seinem Bruttolohn als Richter absetzen. Da seine Kommentare zum Finanzrecht rein zufällig die Möglichkeiten der Geltendmachung von Betriebsausgaben zum Inhalt haben, ist er so in der Lage, aufgrund seiner Kommentare und Rechtsprechung, dem Finanzbeamten, der Steuern von ihm erheben möchte, höchstrichterlich zu erklären, was er als Betriebsausgabe anzuerkennen hat und was nicht. Das beeindruckt den Finanzbeamten ungeheuer.

Fall 1 und 2 begegnen sich:

Sie haben sich in den letzten Monaten sehr viel mit Steuerrecht und dem Grundgesetz beschäftigt und dabei sind Ihnen einige Merkwürdigkeiten aufgefallen. Zum einen mussten Sie feststellen, dass Ihr nicht einschränkbares Grundrecht auf die Freiheit der Kunst sehr wohl durch den Fiskus eingeschränkt wird – aufgrund von Gesetzen und deren Auslegung, welche jedoch nicht nur Ihr Recht auf Kunstfreiheit beschränken, sondern auch in einigen anderen Punkten Ihre Grundrechte einschränken. Zum Beispiel wissen Sie nun, dass Ihr Recht auf künstlerische Freiheit nicht einschränkbar ist. Sie wissen aber auch, wenn es einschränkbar wäre, müsste jede Einschränkung dieses Grundrechts in dem Gesetz, durch welches es eingeschränkt wird, erklärt werden und dieses Gesetz müsste das eingeschränkte Grundrecht zitieren. Dafür gibt es den Artikel 19 Abs. 1 GG, welcher lautet

„Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muß das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muß das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen.

Weiterhin kennen Sie den § 27b Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes, die so genannte Umsatzsteuer-Nachschau

„Zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Festsetzung und Erhebung der Umsatzsteuer können die damit betrauten Amtsträger der Finanzbehörde ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können (Umsatzsteuer-Nachschau). Wohnräume dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung betreten werden.“

was wiederum Ihr Grundrecht aus Artikel 13 Abs. 1 GG „Die Wohnung ist unverletzlich“ berührt. In vollem Vertrauen darauf, dass in diesem Gesetz natürlich das einschränkbare Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung zitiert ist, schauen Sie mal eben im Umsatzsteuergesetz nach und finden – nichts. Keinen Hinweis auf die mögliche Einschränkung eines Grundrechts. Vom Grundrecht auf Eigentum ganz zu schweigen. Damit wäre das Gesetz eigentlich ungültig.

Nun gehen Sie als Künstler vor das Finanzgericht und zufälligerweise sitzt Ihr ebenfalls künstlerisch tätiger Nachbar auf dem Richterstuhl. Voller Vertrauen auf seine Befähigung zum Richteramt, dessen Voraussetzung die Kenntnis des Grundgesetzes als Grundlage aller Gesetzgebung und staatlichen Gewalt ist und auf seinen Hang zur Kunst versuchen Sie ihm zu erklären, was Sie in Erfahrung gebracht haben, nämlich dass die Freiheit der Kunst ein durch nichts einschränkbares Recht ist (außer ihre Ausübung kollidiert mit einem Grundrecht einer anderen Person) und ganz nebenbei die Abgabenordnung, das Einkommensteuergesetz und das Umsatzsteuergesetz ungültig sein müssen, da sie die vom Grundgesetz verlangte Zitierpflicht nicht erfüllen. Da Gesetze in ihrem Inhalt voraussetzen, dass sie für den so genannten Normadressaten aus dem Wortlaut verständlich sein müssen, gehen Sie ganz selbstverständlich davon aus, dass Ihr Nachbar – Ihr Richter – in seiner Kenntnis der Vorrangigkeit des Grundgesetzes nun dem Finanzbeamten, welcher Ihr Schiff nicht als Betriebsausgaben gelten lassen will, mal einleuchtend erklärt, was unter den Begriffen Kunstfreiheit und Zitiergebot zu verstehen ist.

Man kann zwar bei Finanzbeamten nicht zwingend von dieser Kenntnis des Grundgesetzes ausgehen, bei Richtern ist sie jedoch die Grundlage ihrer Zulassung – denken Sie.

Die große Preisfrage: Wie wird sich der Richter entscheiden?

Wird er dem Grundgesetz und damit Ihrem Recht auf freie Ausübung von Kunst und damit der Freiheit der Entscheidung, was Sie für die Ausübung der Kunst benötigen, Geltung verschaffen?

Was wären die Folgen einer solchen das Grundgesetz vertretenden Entscheidung?

  1. Alle Verwaltungsakte aus ungültigen und nichtigen Gesetzen inklusive dieser Gesetze wären durch die Verletzung des Zitiergebotes unwirksam. Das Chaos kann man sich leicht ausmalen.
  2. Kunst dürfte demnach nicht besteuert werden, weder mit Einkommenssteuer noch mit Umsatzsteuer, da beide Steuern kein Grundrecht einer anderen Person darstellen würden, mit welchen die Kunst kollidieren könnte, selbst aber eine nicht zulässige Einschränkung des Grundrechts auf die Freiheit der Kunst darstellen.
  3. Der Richter könnte sein Haus in der Südsee nicht mehr steuerlich geltend machen und müsste, im Falle, dass keiner seine Kommentare kauft, aufhören Kommentare zu schreiben.

Oder wird er dem Grundgesetz und damit Ihrem Recht auf freie Ausübung von Kunst und damit der Freiheit der Entscheidung, was Sie für die Ausübung der Kunst benötigen, keine Geltung verschaffen?

Was wären die Folgen einer solchen das Grundgesetz verletzenden Entscheidung?

  1. Alle Verwaltungsakte aus ungültigen und nichtigen Gesetzen inklusive dieser Gesetze wären trotz Verletzung des Zitiergebotes wirksam. Das würde bedeuten, dass das Grundgesetz nicht mehr bindend für alle staatliche Gewalt ist. Damit wäre es abgeschafft. Das Chaos kann man sich leicht ausmalen.
  2. Kunst dürfte demnach besteuert werden, sowohl mit Einkommenssteuer als auch mit Umsatzsteuer, da beide Steuern eine zwar nicht zulässige Einschränkung des Grundrechts auf die Freiheit der Kunst darstellen, aber soeben dieses Grundrecht als nachrangig erklärt wurde. Das würde bedeuten, dass das Grundgesetz nicht mehr bindend für alle staatliche Gewalt ist. Damit wäre es abgeschafft. Das Chaos kann man sich leicht ausmalen.
  3. Der Richter könnte sein Haus in der Südsee weiterhin steuerlich geltend machen und müsste, im Falle, dass keiner seine Kommentare kauft, nicht aufhören Kommentare zu schreiben.

Wie wird sich der Richter entscheiden?

Als Letztes stellen Sie sich bitte vor, Sie wären gar kein berühmter Filmemacher, sondern nur ein weniger berühmter Filmemacher oder vielleicht gar nicht berühmt und der Richter wäre nicht Ihr Nachbar. Was wäre der Unterschied? Entscheidet in letzter Instanz das Grundgesetz oder ein Richter?

Artikel 1  GG Abs. 3:

Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Im Falle der hinter dieser Geschichte stehenden Tatsachen warten auf den über 50jährigen Künstler und seine Frau, wegen der Nichtbezahlung von geforderten Gerichtskosten eines sachlich eigentlich nicht zuständigen Gerichts, zur Zeit die Erzwingungshaft zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung über ihr „Vermögen“ und die Pfändung aller zur Arbeit und damit zum Lebenserwerb benötigten „Wertsachen“. Da die Erzwingungshaft im Falle der Nichtabgabe eventuell für weitere geforderte Teilsummen von ungerechtfertigten Gerichtskosten und Steuern angedroht wird, kommen da im Falle der Nichtabgabe unter Umständen ca. 60 Jahre Haft zusammen. Ein Bundesverdienstkreuz für den Versuch Rettung des Grundgesetzes wäre angebrachter.

Ach ja, und noch etwas. Der Künstler ist kein sich hinter juristisch absurden Annahmen versteckender Steuerhinterzieher. Er ist ein Kriminalbeamter im Ruhestand, dessen Amtseid nach wie vor gültig ist. Die Indizien für die Richtigkeit seiner Aussagen sind zumindest so zwingend, dass es eigentlich kein Problem für das Bundesverfassungsgericht sein sollte, sich dieser Problematik anzunehmen.

Dazu ein Filmbeitrag über den Betroffenen

„Dokumentation einer Existenzvernichtung“

Angst statt Freiheit

Die Tagesschau hat ja schon berichtet, dass es am Rande der Demo zu Rangeleien kam. Nun, wir haben da zufällig ein Video gemacht. Man sieht sehr schön, dass die Polizei spontan einen unauffälligen Passanten zu verprügeln anfängt, und sich dann auch ein paar anderen harmlosen Passanten vergreift. robocop1

LEIDER haben die Polizisten IMMER NOCH NICHT eine Identifikationsnummer für solche Fälle, das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass wir Nerds inzwischen HD-Camcorder haben und man aus dem 720p-Video (Achtung: knapp 250 MB) ein paar schöne Frames extrahieren kann, die für eine Identifizierung der Prügel-Cops ausreichen sollten. Ich finde es eine Schande, dass die Polizei nicht mal ein paar Stunden während so einer Demo ihr Testosteron unter Kontrolle halten kann.

Auslöser war übrigens, dass der Radfahrer eine Anzeige gegen einen anderen Polizisten erstatten wollte, weil er gesehen hatte, wie ein Freund von ihm unsanft einkassiert wurde. Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=b452c21a

Hier ein Auszug aus dem Polizeibericht zum Vorfall:

„Im Zusammenhang mit der Überprüfung des Lautsprecherwagens kam es seitens mehrerer Teilnehmer zu massiven Störungen der polizeilichen Maßnahmen. Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter. Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten. Der Unbekannte entfernte sich anschließend vom Tatort. Der 37-Jährige erlitt bei seiner Festnahme Verletzungen im Gesicht und kam zur Behandlung in ein Krankenhaus.

Die Vorgehensweise der an der Festnahme beteiligten Beamten einer Einsatzhundertschaft, die auch in einer im Internet verbreiteten Videosequenz erkennbar ist, hat die Polizei veranlasst, ein Strafverfahren wegen Körperverletzung im Amt einzuleiten. Das Ermittlungsverfahren wird durch das zuständige Fachdezernat beim Landeskriminalamt mit Vorrang geführt.“

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Hier die Gegendarstellung eines Betroffenen:

„Die genannte Überprüfung fand in der Linkstraße, also dem Ort des weiteren Geschehens, statt. Ich habe dort bis zur ersten Festnahme keine Störung bemerkt. Diese Festnahme fand laut Zeugenaussage während eines Interviews statt (von dem Interview dürfte es eine Tonaufnahme geben, die das belegt). Von einer massiven Störung kann also auch hier nicht gesprochen werden. Der erwähnte 37-Jährige ist wohl der Radfahrer. Sein störendes Verhalten bestand darin, nach der (in der Pressemeldung nicht erwähnten ersten Verhaftung) eine Dienstnummer zu verlangen. Anders als andere Personen kam er dem „Platzverweis“ sehr schnell nach, wie auf dem Video erkennbar. Dass „ der Mann keine Anstalten machte, dem [Platzverweis] nachzukommen“, ist offensichtlich falsch. Dieser Platzverweis bestand bsw. darin, dass ein Beamter mir aggressiv entgegenschrie: „Sie stellen sich jetzt besser nicht vor das Fahrzeug“. Auf meine Nachfrage wiederholte er die Aussage und schritt drohend auf mich zu. Personen, die dabei waren die Straße zu verlassen wurden teilweise zur jeweils anderen Straßenseite geschubst. In dem Fahrzeug befand sich die vorher Festgenommene.

Keiner der Anwesenden machte Anstalten, eine Gefangenenbefreiung zu versuchen. Wie im Video teilweise am Rand sichtbar ist, waren die wenigen sich im direkten Umfeld befindlichen Personen damit beschäftigt, sich vor den Schlägen der Polizei zu schützen. Auf meiner Seite des Geschehens befanden sich außer mir lediglich zwei Personen (Bei dem Jugendlichen handelt es sich vermutlich um den Verletzten, später ebenfalls Festgenommenen, der andere Mann im weißen Hemd war etwas älter), die auf dem Boden lagen und geschlagen wurden. Ich schirmte zuerst den einen, dann den anderen ab und half ihnen auf, bei dem Verletzten half wie im Video erkennbar ein Polizist. Der Mann im weißen Hemd lag völlig passiv auf dem Boden und schützte sein Gesicht mit einem Arm. Von einer versuchten Gefangenenbefreiung war also auf meiner Seite nichts erkennbar. Nicht erwähnt wird die spätere Festnahme des Verletzten, der laut Zeugenaussage ebenfalls um eine Dienstnummer bat.“ Quelle: http://blog.adrianlang.de/?p=670

Hier das Vorspiel:

… daraufhin wollte der Betroffene dem Vernehmen nach die Dienstnummer des Robocops.

Hier das Video zum Tathergang:

Hier ein anderes Video aus einer anderen Perspektive:

Beweissammelstelle

http://wikinews030.wordpress.com/2009/09/12/sammelplatz-fur-beweismittel-freiheit-statt-angst-demonstration-in-berlin-am-12-9-2009/

Hier der Fahndungsaufruf eines mündigen Bürgers:

29440732

… und hier noch ein übles Bild der Festnahme:

Quelle: http://erdgeist.org/dsc_0345.jpg

Außerdem ist ein Kommentarstrang aufgetaucht, in welchem laut Quelle Polizisten über die Ereigenisse auf der Demo diskutierten:

Prügelcopfreund 1: „Auch ein Sperren gegen polizeiliche Maßnahmen ist ein Widerstand, der selbstverständlich gebrochen werden darf/muss. Sieht nicht immer schön aus, aber manchmal sind auch Schläge erforderlich, um den Probanden locker zu machen.“

Prügelcopfreund 2: „Was geht da zu weit? Es wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Der Radfahrer trollte sich. (…) Er wurde am T-Shirt gepackt, zurückgezogen, zu Boden gebracht und festgenommen. Natürlich kurz und heftig, aber die Zeit zum Diskutieren war vorbei. Und dass der andere eins auf die Nase bekam, liegt wohl daran, dass er mit dieser zu weit vorn war. Man sollte seine Nase nicht überall reinstecken.“

Prügelcopfreund 3: „Ist es so schwer sich an polizeiliche Weisungen zu halten und die Konsequenzen zu tragen, wenn man dagegen verstößt?“

Prügelcopfreund 2: „Der wurde mehrfach aufgefordert zu gehen. Provokant wollte er noch ne Dienstnummer, und die aufschreiben. Das sind dumme Provokationen. Und dann geht er, natürlich extra in die andere Richtung als ihm aufgetragen. (…) Deeskalation ist keine Einbahnstraße.“

Prügelcopfreund 4: „VA werden auch mal mit Zwang durchgesetzt. Sieht manchmal nicht so hübsch aus und ist für den Einen oder Anderen auch mal unverständlich, das wird aber nichts daran ändern, dass die Polizei Zwang anwendet.“
Prügelcopfreund 2: „Wir agieren nicht. Wir reagieren. Auch mal überzogen. Mag sein. Nicht desto trotz muss man nicht provozieren. Und wer es darauf anlegt auszutesten, wie weit er gehen kann, der geht bei dem einen etwas weiter und bei dem anderen gibts eine gesemmelt. Is eben so.“

Prügelcopfreund 5: „Ob die Umsetzung zu hart war oder nicht, sei mal dahingestellt, auf jeden Fall zeigt so manches ‘Opfer’ auf dem Video einen Mangel an Situational Awareness. Einfach mal den Rückzug antreten und gut ist.“
Prügelcopfreund 2: „Ich denke, wir machen da keine Unterschiede in der Person. Ich kenne sogar einige PVB, welche es erwischt hat. Friendly Fire. *grins*“

Prügelcopfreund 6: „Ich werde hier jemanden weder in Schutz nehmen, noch verurteilen, allerdings geht es mir tierisch auf den Zünder, wenn hier irgendwelche linken Trolle meinen, sie können sich mal wieder über Pol-Gewalt auslassen und irgendwelche Szenarien herbei beschwören. (…) Widerstände jeglicher Art wurden mit einfacher körperlicher Gewalt gebrochen. Das dies nicht immer schön ist, muss jedem klar sein, und wenn es zu so einem Gerangel kommt, will ich mal einen von den Schreihälsen hier sehen, der da noch absolut gezielt den Straftäter trifft.“

Prügelcopfreund 6: „Bin raus, ist mir echt zu dumm mich mit Leuten zu streiten, die zum einen Null Ahnung von Polizeiarbeit und zum anderen ihre Meinung als die einzig wahre ansehen.“

Prügelcopfreund 2: „Die Erkundigung nach der Dienstnummer in solch einem Fall ist sehr wohl eine Provokation, insbesondere wenn man dadurch eine gegen einen selbst ausgesprochene eilige Maßnahme verhindern will, oder mit einer anderen Maßnahme nichts zu tun hat und nur stören will. (…) Der Radfahrer ist dem Platzverweis nicht in der angeordneten Form nachgekommen. Er hat sich nicht in die Richtung entfernt, in welche er gehen soll. „

Prügelcopfreund 7: „Hier gehts einfach darum, dass ohne Sinn und Verstand gegen die Polizei gerotzt wird. Da tauchen Typen auf, die sagen sich „ich geh auf ne Demo, die ist durch das GG geschützt, da darf die Polizei gar nichts“ und heulen dann rum, wenn sie mit dieser Einstellung ein paar auf die Nase bekommen – nachdem sie den Aufstand geprobt haben und gegen Ansordnungen verstoßen haben. (…) Ich bin Polizist, Du nicht. Das hat schon seinen Grund.“

Prügelcopfreund 8: „Schon mal dran gedacht, dass der handelsübliche Störer, der mit uns zu tun hat, einfach oft generell eine Anzeige wegen irgendeinem Quatsch erstattet? Und dass diese Leute von uns nur deswegen keine Gegenanzeige wegen Vortäuschens einer Straftat bekommen, weil wir unsere Ruhe haben wollen?“

Und so weiter und so fort.

Es gab in diesem Forum keinen (!) Polizisten, der diese Polizeigewalt [...] abstoßend fand oder auch nur vermutete, dass es sich hier wohl um Körperverletzung im Amt handeln könnte. Das mag nun alles Zufall sein, aber die Art, wie da von Polizisten (privat) diskutiert wurde, die erinnert mich sehr gründlich an Diskussionen mit gewaltgeilen verblödeten Autonomen, wenn diese die beschissenen Aktionen weltanschaulicher Kumpels rechtfertigen.

Quelle: http://dermorgen.blogspot.com/2009/09/wie-polizisten-uber-prugelcops-denken.html

Die Webseite auf der diese Diskussion abläuft ist diese: http://www.copzone.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=52216&postdays=0&postorder=asc&start=0

Krieg der Kreuze

Ehrenkreuz_der_Bundeswehr_für_TapferkeitEs werden wieder „Eiserne Kreuze“ verteilt an die Helden der Nation. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit wurde am 13. August 2008 durch den Bundesminister der Verteidigung Franz Josef Jung gestiftet und wird als höchste Stufe des Ehrenkreuzes der Bundeswehr ausschließlich für außergewöhnliche Tapferkeit verliehen. Während die Eisernen Kreuze für die Tapferkeit vor dem Feind vergeben wurden, werden die „neuen“ Tapferkeitsmedaillen bzw. Ehrenkreuze für Tapferkeit vor dem Freund verliehen. Viel Freund Viel Ehr. Wie kommt das?

Uns wird weitschweifig erzählt, wir führten in Afghanistan keinen Krieg, sondern verteidigten die Freiheit und die demokratische Grundordnung. Das ist in Ordnung. Mit permanent repetierten Erklärungen werden wir von der Politik und den Medien mit Beweisen gefüttert, dass deutsche Soldaten Aufbauhilfe leisten, Brunnen bohren, Schulen errichten, dafür sorgen, dass Frauen unverschleiert herumlaufen dürfen und dass die Opiumbauern ungestört von den Taliban (welche damals zu ihren Herrschaftszeiten auch schon mal ein paar Opiumbauern hinrichten ließen, weil der Opiumanbau nicht mit den Regeln des Koran und der Scharia übereinstimme, weshalb der damalige Beitrag Afghanistans zur Weltopiumproduktion nur noch marginal war, im Gegensatz zur jetzigen absoluten Monopolstellung) jetzt ungestört ihrer Tätigkeit nachgehen können. Was freier Welthandel und dessen Sicherstellung bedeuten, wissen wir, seit dem wir keine Wirtschaftskrisen mehr haben.

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Der Krieg, er ist nicht tot, der Krieg
Der Krieg, er ist nicht tot, er schläft nur
Er liegt dort unterm Apfelbaum und wartet, wartet,
auf Dich, auf mich – er ist nicht tot der Krieg

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Wir führen also keinen Krieg, sondern es handelt sich klar um einen Verteidigungsfall, weshalb auch nichts daran auszusetzen ist, dass die Bundeswehr per Ermächtigung seit einigen Monaten auch flüchtende Angreifer durch gezielte Schüsse in den Rücken an der Flucht vor der Freiheit hindern kann. Verteidigung eben und damit klar unterscheidbar von einem Angriffskrieg, den das deutsche Militär gemäß Artikel 26 GG nicht oder nur verbotenerweise und damit verfassungswidrig führen kann, was auch von einigen uneinsichtigen linken Politikern immer wieder behauptet wird. Wir verteidigen unsere Freiheit und bestrafen diejenigen, welche diese Freiheit stören wollen.

Artikel 26

(1) Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Dass die Verteidigung der freiheitlich demokratischen Grundordnung oberste Priorität und Pflicht aller Grundrechtsgaranten ist, dürfte nur bei revisionistischen Querdenkern in Frage gestellt werden. Unsere freiheitlich demokratische Grundordnung steht auf dem Boden des Grundgesetzes. Dieses bestimmt als ein unveräußerliches Grundrecht die Garantie auf Leben und körperliche Unversehrtheit und die Unverletzlichkeit der Freiheit.

Artikel 2

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Die Bundesregierung muss also, unabhängig davon ob ihre Mitglieder oder die des Parlaments Lust auf den Verteidigungsfall haben, im Falle eines Angriffs auf dieses Grundrecht, dieses und andere verteidigen. Das zu leugnen käme einem Hochverrat gleich.

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Der Krieg, er ist nicht tot, der Krieg
Der Krieg, er ist nicht tot, er schläft nur
Er liegt da im Hinterhof und wartet, wartet
Auf Dich, auf mich – er ist nicht tot der Krieg

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Es gibt also nur zwei Möglichkeiten. Entweder führen wir einen verfassungsfeindlichen Krieg, was aber unter Hinzuziehung der hier vorliegenden Argumentation völlig absurd erscheint, oder wir verteidigen die freiheitlich demokratische Grundordnung. Dass sich deutsche Soldaten als Grundrechtsträger, deren Grundrechte auch im Ausland gewahrt werden müssen, ebenfalls unter diesen Schutz der Grundrechte begeben ist wohl verständlich. Man möge das mit einem Urlaubsaufenthalt in Somalia vergleichen. Wenn dort einem deutschen Bürger die Grundrechte eingeschränkt werden, weil er von somalischen Piraten entführt wird, ist unsere Regierung verpflichtet, zur Wahrung dieser Grundrechte einzuschreiten. Wir können also davon ausgehen, dass entgegen eingeschränkter Sicht mancher Unverbesserlicher, welche dem Krieg das Wort reden, unser Einsatz in Afghanistan ein Verteidigungsfall ist. Ein sehr spezieller vielleicht, aber nichts desto trotz ein Verteidigungsfall.

Der Verteidigungsfall und die damit verbundenen Änderungen im Staatswesen werden im Grundgesetz im Artikel 115a bis 115l unter der Thematik „Xa. Verteidigungsfall“ als Unterpunkt des Artikel 115 GG erklärt. Artikel 115 GG wiederum beschreibt die Möglichkeiten zur Sicherstellung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland.

Artikel 115

(1) Die Aufnahme von Krediten sowie die Übernahme von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Gewährleistungen, die zu Ausgaben in künftigen Rechnungsjahren führen können, bedürfen einer der Höhe nach bestimmten oder bestimmbaren Ermächtigung durch Bundesgesetz. Die Einnahmen aus Krediten dürfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben für Investitionen nicht überschreiten; Ausnahmen sind nur zulässig zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.

(2) Für Sondervermögen des Bundes können durch Bundesgesetz Ausnahmen von Absatz 1 zugelassen werden.

Es mag manchem ein wenig anrüchig erscheinen, dass der Verteidigungsfall quasi als Sonderfall der Sicherstellung der wirtschaftlichen Einheit der Bundesrepublik Deutschland gilt und laut Artikel 115 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 3 vorwiegend privates Eigentum davon betroffen sein kann, das ist aber bei näherer Betrachtung zwingend, denn in Friedenszeiten muss der unsere Grundrechte wahren sollende Verteidigungsfall vorfinanziert werden, wobei im direkten Verteidigungsfall auch verständlicherweise Ausnahmen gemacht werden müssen. Da müssen alle den Gürtel etwas enger schnallen. Unkonventionelle Umstände erfordern unkonventionelle Methoden, wenn auch im Rahmen des in der Normenhierarchie über allen einfachen Gesetzen stehenden Grundgesetzes.

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Der Krieg, er ist nicht tot, der Krieg
Der Krieg, er ist nicht tot, er schläft nur
Er hat sich sehr gut versteckt und wartet, wartet
Auf Dich, auf mich – er ist nicht tot der Krieg

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Der Verteidigungsfall ist ein Sonderfall und verdient damit eine Sonderbehandlung. Die Feststellung des Verteidigungsfalles erfolgt gemäß Artikel 115a Abs. 1 „auf Antrag der Bundesregierung und bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages„. Artikel 115a Abs. 4 GG erklärt: „… sind die zuständigen Bundesorgane außerstande, sofort die Feststellung nach Absatz 1 Satz 1 zu treffen, so gilt diese Feststellung als getroffen und als zu dem Zeitpunkt verkündet, in dem der Angriff begonnen hat. Der Bundespräsident gibt diesen Zeitpunkt bekannt, sobald die Umstände es zulassen.“ Während also der erste Satz in Abs. 4 die Unverzüglichkeit wahrt, indem er den Verteidigungsfall richtigerweise auf den Zeitpunkt des Angriffes auf die Freiheit deklariert, wenn sich die zuständigen Bundesorgane aus welchen Gründen auch immer außerstande sehen, den Verteidigungsfall zu erkennen, lässt der zweite Satz, ebenfalls richtigerweise, dem Bundespräsidenten die Zeit, den Verteidigungsfall öffentlich bekannt zu geben, wenn es die Umstände erlauben. Zeit jedoch ist seit 1915 relativ.

Wir können also dem Grundgesetz dankbar sein, dass der Verteidigungsfall, unabhängig von einer Feststellung durch die zuständigen Bundesorgane und unabhängig von der Deklaration des Bundespräsidenten pünktlich zum Zeitpunkt des Angriffs eintritt. Wenn die Freiheit bedroht ist, gilt schnelles Handeln. Der Verteidigungsfall tritt ab Angriff ein und gilt ab diesem Zeitpunkt verkündet, auch wenn die Allgemeinheit noch nicht davon unterrichtet ist, weil die Umstände es noch nicht zugelassen haben.

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Der Krieg, er ist nicht tot, der Krieg
Der Krieg, er ist nicht tot, er schläft nur
Er hat sich sehr gut versteckt und wartet, wartet
In Dir, in mir – er ist nicht tot der Krieg

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Artikel 115b

Mit der Verkündung des Verteidigungsfalles geht die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte auf den Bundeskanzler über.

Am 6. Juli 2009 wurde das Ehrenkreuz zum ersten Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden vier Bundeswehrsoldaten, die sich am 20. Oktober 2008 nach einem Selbstmordattentat auf ein Bundeswehrfahrzeug in Afghanistan unter Lebensgefahr um verletzte Kameraden und Zivilisten gekümmert hatten. [1] Die ersten Ehrenkreuze an unsere Helden der Tapferkeit vor dem Freunde wurden jedoch nicht vom Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Friedenszeiten, dem Verteidigungsminister, überreicht, sondern vom Oberbefehlshaber der Streitkräfte im Kriegs- oder Verteidigungsfall, dem Bundeskanzler, in diesem Fall Angela Merkel [2].

Um die politische Souveränität und Entscheidungsfreiheit zu sichern, gilt im Verteidigungsfall ein anderes Wahlrecht

Artikel 115h

(1) Während des Verteidigungsfalles ablaufende Wahlperioden des Bundestages oder der Volksvertretungen der Länder enden sechs Monate nach Beendigung des Verteidigungsfalles.

Das bedeutet nichts anderes, als dass diejenige Regierung, in deren Amtszeit der Verteidigungsfall eintritt, bis sechs Monate nach dessen Beendigung im Amt bleibt. Das Mandat für die Beteiligung deutscher Soldaten am ISAF-Einsatz in Afghanistan wurde am 22. Dezember 2001 von der Regierung Schröder erteilt.

Eigentlich hätte also Gerhard Schröder die ersten Ehrenkreuze der Bundeswehr verteilen müssen. Es sei denn, der Verteidigungsfall wäre in der Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingetreten und wir wären gemäß Artikel 115a Abs. 4 Satz 2 GG nur noch nicht darüber informiert, weil es die Umstände noch nicht erlaubten. In diesem Fall wäre die anstehende Bundestagswahl und alle seit Eintreten dieses Verteidigungsfalls durchgeführten Wahlen ungültig. Im ersten Fall alle seitdem durchgeführten Wahlen und Gerhard Schröder, Joschka Fischer und ihre damalige Regierungsmannschaft wären fahnenflüchtig. Dann hätten sie natürlich kein Ehrenkreuz verdient.

Sollte es jedoch in der Amtszeit von Angela Merkel keinen Angriff auf unsere Freiheit gegeben haben, hätten wir trotz aller Bekundungen keinen Verteidigungsfall. Dann aber hätten wir Krieg und in diesem gilt der Verteidigungsfall erst recht.

Artikel 115l

(2) Der Bundestag kann mit Zustimmung des Bundesrates jederzeit durch einen vom Bundespräsidenten zu verkündenden Beschluß den Verteidigungsfall für beendet erklären. Der Bundesrat kann verlangen, daß der Bundestag hierüber beschließt. Der Verteidigungsfall ist unverzüglich für beendet zu erklären, wenn die Voraussetzungen für seine Feststellung nicht mehr gegeben sind.

(3) Über den Friedensschluss wird durch Bundesgesetz entschieden.

Ja, und das kann bekanntlich dauern! Denn wenn sich die Taliban, Al Kaida, die schwarzen Afghanen oder wer auch immer auf der Welt sich von unseren „Frieden erzwingenden Maßnahmen“ nicht beeindrucken lässt, können wir mit ihm oder ihnen natürlich keinen Frieden schließen. Man hindert uns sozusagen am Frieden – und das muss bestraft werden, mit aller gebotenen Gewalt!

Tod allen Fanatikern!

Die Rehabilitierung derer, die im 2. Weltkrieg keinen Krieg spielen wollten, wurde erst am 8. September 2009 per Gesetz rehabilitiert. Solange brauchen manche Beschlüsse.

Georg Schramm zum Thema Afghanistan:

Quellen:

Foto: Wikipedia

[1] Wikipedia

[2] http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_13082008_017025.htm

Lyrics: Rio Reiser

Wie heißt das nautische 3,141 Rätsel?

Quält CDU!

Ein Beitrag zum Schäubleplakat-Remix-Wettbewerb für die Bundestagswahl 2009 (via: Plakat-Remix-Generator)

WIR BRAUCHEN MACHT UND DIE SICHERHEIT UND FREIHEIT ALLES ZU TUN – WAS WIR WOLLEN. IN EWIGKEIT. AMEN!

machtmachtmacht

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Was ist Soziale Marktwirtschaft?

„Sie [die Soziale Marktwirtschaft] ist nur ein überaus zweckmäßiges Organisationsmittel, aber auch nicht mehr, und es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, der Automatik des Marktes die Aufgabe zuzumuten, eine letztgültige soziale Ordnung zu schaffen und die Notwendigkeiten des staatlichen und kulturellen Lebens von sich aus zu berücksichtigen.“ (Alfred Müller-Armack, der gemeinhin als “Erfinder” der Sozialen Marktwirtschaft gilt)

Spiegelwerbung oben ohne

Frau Kullmann (Der Spiegel) zum Thema „Netz ohne Gesetz„:

„Meine Kollegen beschäftigen sich da mit der Frage, die viele Menschen umtreibt, nämlich, wie schafft man Regeln im Internet, kann es sein, dass man sogar eine Art Recht etabliert, in einem Raum der weitgehend rechtsfrei ist, da fühlen sich viele Menschen sehr wohl, aber zunehmend auch unwohl – hm, hm, – Kinderpornografie, Gewaltdarstellung, all das, was im echten Leben nicht möglich ist, scheint im Netz zu gehen und da fragt man sich natürlich, kann man dem irgendwie Einhalt gebieten und wenn ja wie?“

Der Volkszustandsbericht empfiehlt den Haftbefehl für das Internet“: http://volkszustandsbericht.wordpress.com/2009/03/15/haftbefehl-gegen-das-internet/

Soziale Skulptur

„Es gibt keine befriedigendere Methode der Selbstverwirklichung als am Aufbau einer guten Gesellschaft mitzuwirken. Es muss ein Kunstbegriff entwickelt werden, der sich tatsächlich auf jedermann beziehen kann, der zu einem echten anthropologischen Begriff wird, zu einem Begriff für den Menschen selbst. Wie kann jedermann, d.h. jeder Mensch auf der Erde ein Gestalter, Plastiker, Former am sozialen Organismus werden? Es braucht erst einmal wieder die allgemeine, offene, lebendige, fließende Substanz, die am besten dadurch charakterisiert wird, dass sie Wärmecharakter hat, aber keine physikalische Wärme wie Ofenwärme, sondern soziale Wärme. Es ist wohl haargenau dasselbe, was die eigentliche Liebessubstanz ist. Sie hat sakramentalen Charakter.“Joseph Beuys

Der Geist ist stärker als die Gene

Ein Vortrag von Bruce Lipton.

Der Mensch als Gefangener seines genetischen Erbguts? Der Zellbiologe Bruce Lipton räumt auf mit dieser überkommenen Lehrmeinung. Mit anschaulichen Modell-Bildern vermittelt er die neuen, unwiderlegbaren Erkenntnisse der Epigenetik: Unser Denken und Fühlen sind es, die in jede Zelle hineinwirken und unser Leben bestimmen. Die Wahrnehmung der uns umgebenden Umwelt ist es, die unsere Gene kontrolliert. Geist und Materie korrespondieren. Welch ein spirituelles Potenzial eröffnet sich aufgrund dieser Entdeckung: Wir haben die Fähigkeit, uns selbst zu heilen und haben den Schlüssel in Händen, ein Leben voller Gesundheit, Glück und Liebe zu erschaffen!

TEIL 1-16 bei Youtube: http://www.youtube.com/view_play_list?p=D44F8367524C4D8C&search_query=Der+Geist+ist+st%C3%A4rker+als+die+Gene

Teil 1



Das Milliardending

Telepolis meldet: Mittlerweile gibt es rund 750.000 1-Euro-Jobs. Sie verdrängen reguläre Arbeitsplätze und bieten kaum Perspektiven. Offenbar wird nur 12 Prozent der Betroffenen überhaupt eine Vollzeitstelle angeboten. Der Bundesrechnungshof beschäftigt sich im Rahmen seiner Prüfungen der Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes auch mit der „Durchführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende“ und fand in den vergangenen Jahren immer wieder Grund zur Beanstandung.

KOMMENTAR:

Die Ein-Euro-Jobber blockieren NICHT den Arbeitsmarkt! Sie sind der 1. Arbeitsmarkt der nahen Zukunft.

Das Prinzip des Ein-Euro-Jobbers ist simpel. Man zahlt den gleichen Lohn wie vorher, jedoch ausschließlich mit Staatsgeldern, und diese werden dann in Privatvermögen transferiert, deshalb nennt man sie auch ganz korrekt – Transferleistungen. Der Teil für das Privatvermögen des Arbeitsgebers fällt in der Höhe aus, welches ihm gerade das zum Arbeit geben benötigte Lebens- und Leistungsvermögen sichert, wobei der Begriff Arbeitgeber hier nichts mit Arbeitnehmern, also den Nutznießern, sondern mit der Gabe, seine Arbeitskraft (in diesem Fall billigst) zur Verfügung zu stellen, zu tun hat.

Die häufigste Meinung in Bezug auf Ein-Euro-Jobber ist die irrige Annahme, diese würden mit 1,50 Euro für eine Arbeit billig entlohnt, wobei diese Arbeit vom Amt als unter Zwangsandrohung befohlene zu gelten hat – nämlich unter der Strafe des Entzugs der Überlebensmöglichkeiten, also de facto das mögliche Todesurteil für das Nichtbefolgen staatlicher Befehle. Es ist nicht so, dass der Ein-Euro-Jobber einen, wenn auch geringen Lohn für seine Lebenszeit bekommt, denn diese 1,50 Euro pro Stunde für maximal 30 Stunden die Woche werden ihm zur Verfügung gestellt, damit er sich diese Arbeit leisten kann, weshalb es auch hier richtig Aufwandsentschädigung genannt wird.

Der gewinnorientierte Clou an dieser Arbeit ist also die Tatsache, dass der Ein-Euro-Jobber kostenlos arbeitet und seine auch von ihm erwirtschafteten Transferleistungen, bis auf die ehrlicherweise so genannte Grundsicherung seines Überlebens, in die Taschen von Personen fließen, welche die Erfinder, Manager und Profiteure dieses weltweiten Milliardenmarktes sind.

Wenn wir wieder lernen, was Sprache bedeutet, werden wir wissen, was sie bedeutet. Arbeit lohnt sich wieder!

Man stelle sich der Einfachheit halber eine als gemeinnützig deklarierte Gesellschaft vor, deren Zweck darin besteht, für beispielsweise 3000 Personen ein statistisches Auffangbecken zu bilden. Diese Personen verschwinden aus der Arbeitslosenstatistik und diese Firma beschäftigt diese Entstatistisierten zur Erzeugung von Produkten, welche am Markt zu guten Konditionen angeboten werden können. So weit so gut. Der Unterschied zu herkömmlichen Firmen liegt hier in der Tatsache begründet, dass diese Produktionskräfte nicht von dieser Gesellschaft bezahlt werden, sondern von der Gesellschaft der Steuerzahler. Im Endeffekt also von sich selbst. Aber damit nicht genug, diese Verwertungs-Gesellschaft bekommt ebenfalls eine Aufwandsentschädigung für die Verwaltung jedes dieser Produktionskräfte, und zwar in doppelter Höhe der Grundsicherung für den Knecht, also mindestens 350 Euro pro Monat. Diese Summe multipliziert mit den angenommenen 3000 Personen ergibt 1.050.000 Euro pro Monat an Aufwandsentschädigungen zuzüglich, bei statistischen 1500 Euro Lohn, einer Lohneinsparung von 4.500.000, was unter dem Strich einen satten Gewinn 5.550.000 Euro vor Verkauf etwaiger Produkte ergibt. Davon werden dann üppige Mieten bezahlt, während die Produktionsmittel – man ist ja gemeinnützig – meist als steuerabzugsfähige Spenden erhalten werden. Die sonstigen, durch die Gemeinnützigkeit beanspruchbaren, geldwerten Vorteile wie geringere oder keine Umsatzsteuer, wenig bis keine Gewinn- oder Vermögenssteuer etc. sei hier nur am Rande erwähnt. Wenn man die nötigen politischen Entscheidungsträger hinter sich oder gar im Vorstand oder Aufsichtsrat weiß, ist Gemeinnützigkeit eine Lizenz zum Drucken ziemlich großer und vieler Scheine. Vor allem die Lizenz zur Nutzung staatlicher Legislative, Judikative und Exekutive zur Sicherstellung wirtschaftlicher Profite durch gesetzlich ermöglichte Ausbeutung und der Verhinderung von arbeitskampfähnlichen Maßnahmen, denn diese 1-Euro-Jobber haben dazu kein Recht, so wie sie auch kein Recht auf Urlaub oder ähnliches haben. Die für Zwangsarbeiter selbstverständliche Residenzpflicht inklusive.

In Bezug auf die 750.000 Ein-Euro-Jobber fließen also allein an Sachkostenzuschüssen ca. 262.500.000 Euro – wenn nicht mehr – pro Monat in die Taschen der gemeinnützigen Unternehmen. Wenn das kein Geschäft ist, was dann?

Das bedeutet, dass jeder Ein-Euro-Jobber seine Arbeitskraft zur Abdeckung folgender Ausgaben zur Verfügung stellt:

350 Euro Grundsicherung
350 Euro Miete
150 Euro eigene Aufwandsentschädigung
350 Euro Aufwandsentschädigung bzw. Sachkostenzuschuss für die Gesellschaft
350 Euro Verwaltung durch das Arbeitsamt

1550 EURO Gesamt.

Damit können wir festhalten, dass der Lohn der gleiche wie vorher ist, nur etwas anders verteilt. Das dadurch entstandene Produkt kostet auch mindestens genauso viel wie vorher, meist sogar mehr – ihr wisst ja, die Preise.

25% Rendite erfordern solche Maßnahmen!

Dieser Markt ist auch nicht neu – woanders ist das, was wir als Affront empfinden, die Regel – sondern nur endlich in unserer Realität angekommen. Warum endlich? Weil wir endlich so die Chance haben, zu bemerken, dass alle Mitspieler dieses Spiel erhalten, und zu lernen wie das Spiel funktioniert. Wenn man weiß, was Spiel ist und wie man Regeln gestalten kann, dann kann man eigene Spiele spielen und sich die Spielkameraden aussuchen.

Der Aufschwung ist angekommen. Da wo er ankommen sollte. Wir sind der dazu benötigte Abschwung.

Und natürlich wird Deutschland aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wie es die Heilige Angela immer wieder bemüht beschwört. Denn wer ist Deutschland? Du?

Erfolg made in Germany – die soziale Marktwirtschaft

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft „Erfolg made in Germany – die soziale Marktwirtschaft“

in Berlin

Sehr geehrter Herr Professor Tietmeyer,
sehr geehrter Herr Kannegiesser,
Herr Kommissar Almunia,
Herr Draghi,
Herr Bundeswirtschaftsminister, lieber Herr zu Guttenberg,
Exzellenzen,
meine Damen und Herren,
liebe Kollegen aus den Parlamenten,

herzlichen Dank für die Einladung zu dieser Tagung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in einer außergewöhnlichen Zeit.

Herr Professor Tietmeyer, wir waren im vergangenen Jahr angesichts des 60. Jahrestags der Sozialen Marktwirtschaft gemeinsam bei einer Festveranstaltung im Bundeswirtschaftsministerium. Wir waren uns damals einig, dass die Soziale Marktwirtschaft ein Erfolgsmodell ist, dass sie „made in germany“ in einer besonderen Weise und „Wohlstand für alle“ in einem umfassenden Sinne verkörpert, wie es das in Deutschland noch nicht gegeben hat.

Ich habe damals in meiner Rede gesagt, dass wir natürlich vor neuen Aufgaben stehen. Da damals eine internationale Finanz- und Wirtschaftskrise in diesem Ausmaß noch nicht im Raum stand, habe ich vor allen Dingen auf die langfristigen Notwendigkeiten hingewiesen, die in Westeuropa und vor allen Dingen in Deutschland die Soziale Marktwirtschaft weiter zu einem Erfolgsmodell machen lassen. Ich habe damals gesagt: Nach „Wohlstand für alle“ ist es wichtig, dass wir in den nächsten Jahren dafür Sorge tragen, dass Bildung für alle hierfür die Grundlagen schafft, dass Innovation, Kreativität, Forschungsfähigkeit und Erneuerungskraft für Deutschland das Gütesiegel der Zukunft sind. Daran hat sich durch die Krise nichts geändert. Als mittel- und langfristiges Ziel wird dies auf der Tagesordnung bleiben.

Es ist zwischenzeitlich etwas passiert. Wir haben uns zwischen Bund und Ländern darauf verständigt, bis zum Jahr 2015 zehn Prozent für Bildung und Forschung auszugeben, davon drei Prozent für Forschung. In den nächsten Jahren werden zum Beispiel die Südkoreaner 4,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben. Das heißt, wir liegen in diesem Bereich nicht an der Spitze der Welt.

Nun aber hat uns eine internationale Krise erreicht, von der die Exportnation Deutschland in besonderer Weise betroffen ist. Just zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland haben wir wahrscheinlich den schwersten Wirtschaftseinbruch zu verzeichnen. Man glaubt den Prognosen nicht mehr ganz so wie früher, aber die Fakten des ersten Quartals lassen leider erahnen, dass die Prognose von minus sechs Prozent so falsch nicht ist, was das Wirtschaftswachstum anbelangt. Wenn man sich vor Augen führt, dass der größte Einbruch bei der wirtschaftlichen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bislang bei minus 0,9 Prozent lag, zeigt das die Dimension und die Herausforderung, vor denen wir stehen.

Das Gute in Zeiten einer prosperierenden Weltwirtschaft für Deutschland war und ist eine hohe Exportfähigkeit. In Zeiten daniederliegender Weltmärkte wird die Exportorientierung natürlich zu einer Herausforderung. Umso mehr hat Deutschland ein immanentes Interesse daran, dass aus dieser Krise die richtigen Lehren gezogen werden und dass die Weltwirtschaft insgesamt wieder schnell auf die Beine kommt, weil dies auch die Voraussetzung für Wirtschaftswachstum bei uns ist. Um es gleich vorweg zu sagen: Ich halte nichts von den Diskussionen, dass wir uns umstellen müssten und nicht mehr so stark vom Export abhängig sein sollten. Weder glaube ich, dass das machbar ist, noch glaube ich, dass wir durch die Inlandsnachfrage irgendetwas kompensieren könnten – schon gar nicht angesichts unserer demographischen Entwicklung. Wir müssen unsere Stärken also weiter ausbauen.

Allerdings werden durch diese Krise die Karten auf der Welt neu gemischt. Nicht immer kennzeichnet ordnungspolitisches Verhalten das Krisenmanagement anderer Staaten auf der Welt. Ich beobachte das sehr genau. Wir brauchen gleiche Spielregeln und müssen als Exportnation alles verhindern, das dazu führt, dass durch protektionistisches oder einseitiges Verhalten einzelner Länder ein völlig verzerrtes internationales Wettbewerbsfeld geschaffen wird.

Was ist die Ursache dieser internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise? Herr Professor Tietmeyer hat das eben angedeutet. Diese Ursachen liegen lange zurück. Sie liegen sicherlich auch in bestimmten technischen Entwicklungen im Bankenbereich, in der schönen Informationstechnologie, die die Verpackung, Umschichtung und Neusortierung von schon als Original kaum verständlichen Finanzmarktprodukten so erlaubte, dass dadurch Verschleierungen eintreten konnten und sich das Ganze sozusagen in eine hohe Sphäre der Bindungslosigkeit entfernen konnte. Ein interessantes Phänomen ist, dass selbst Banker nach dreimaligem Umschichten ihre eigenen Produkte nicht mehr erklären können. So etwas passiert nach meiner Meinung in der Geschichte nur einmal, wenn die Menschheit noch einigermaßen klar im Kopf ist.

Eine der Ursachen war, dass es nur einen kleinen Kreis von Kennern dieser Materie gab, die fast alle in dem Geschäft selbst verankert waren, die also an den Gewinnen partizipiert haben, und dass es deshalb keine kenntnisreiche Kontrollöffentlichkeit gab. Der zweite Punkt ist, dass sich das Ganze international abgespielt hat. Das heißt, es war dem Zugriff einzelner Nationalstaaten weitestgehend entzogen. Deshalb muss ein internationaler Rahmen geschaffen werden.
Ich stimme Ihnen voll zu, dass die Ursache nicht allein in der Wirtschaft liegt. Wirtschaftliche Akteure verhalten sich, wie sie sich verhalten. Es nützt wenig, an die moralische Qualität jedes einzelnen Akteurs zu appellieren. Das funktioniert nicht; man mag das noch so bedauern. Deshalb geht es bei der Bewältigung der Krise und der Verhinderung einer Wiederholung vor allen Dingen um die Schaffung eines richtigen Ordnungsrahmens, der allerdings nicht alle marktwirtschaftlichen Kräfte abtötet und zu weit einschränkt.

Zu den Ursachen zählt nach meiner Auffassung letztendlich eine Verhaltensweise, die auch politisch unterstützt wurde, so zum Beispiel durch die Geldpolitik in den Vereinigten Staaten von Amerika und durch die Weigerung, an den großen Börsen dieser Welt überhaupt irgendwelche Regeln anzunehmen. Wir haben während unserer G8-Präsidentschaft einen sehr verzweifelten Kampf anhand von kleinen Beispielen geführt. Aber letztendlich steht für mich dahinter, dass man das Wachstum zur Obergröße erklärt hat und damit alle Sündenfälle unterhalb dieses Ziels in Kauf genommen hat – und das lange Zeit scheinbar zum Vorteil vieler Akteure. Es ist richtig, dass auch Deutschland davon profitiert hat, weil der Export gut lief.

Man kann eine lange Diskussion im Sinne der Diskussion über Henne und Ei führen, wer nun wie Schuld hatte. Das hilft uns jetzt nicht weiter. Wir müssen diese Krise bekämpfen und aus ihr Lehren ziehen. Eines sage ich auch: Die Erfahrung der Menschen in Deutschland ist schon eine sehr elementare. Wir waren auf einem Kurs, der mit der Agenda 2010 begonnen hat und durch die Große Koalition fortgesetzt wurde, der den Menschen gezeigt hat: Reformen können Erfolge bringen. Die Zahl der Arbeitslosen war unter drei Millionen gesunken. Die Haushalte hatten sich stabilisiert. Wir waren auf einem guten Pfad, was die Einhaltung der Stabilitätskriterien der Europäischen Union anbelangt. Wir hatten zum zweiten Mal – kurz vor der Deutschen Einheit war das schon einmal unter Finanzminister Theo Waigel der Fall – nach langen Jahren wieder die Chance auf einen ausgeglichenen Bundeshaushalt, indem innerhalb eines Jahres auf der Bundesebene keine Neuschulden mehr aufgenommen worden wären. Dies alles ist abrupt zerbrochen. Dies ist eine elementare Erfahrung, mit der wir politisch umgehen müssen. Trotzdem müssen wir die Menschen weiter ermutigen, sich Reformen und Veränderungen nicht zu verschließen. Das wird uns in den nächsten Jahren sehr, sehr stark beschäftigen.

Da wir keinen oder nahezu keinen Verursacher der Krise dingfest machen können, ist die einzige politische Legitimation, den Menschen zu sagen: Ja, wir haben die Lehren aus der Krise gezogen. Dies müssen Lehren der internationalen Staatengemeinschaft sein.

Es ist interessant, noch einmal auf die Anfänge der Geschichte der Sozialen Marktwirtschaft zurückzublicken. Ich bin keine Expertin; das sage ich gleich. Aber es ist sehr spannend zu sehen, welche Lehren damals aus der Weltwirtschaftskrise gezogen worden sind. Die Ludwig-Erhard-Stiftung hat eine sehr schöne Schrift dazu herausgegeben. Weil uns die Soziale Marktwirtschaft so wichtig ist, neigen wir alle inzwischen dazu, sie ein bisschen für unsere jeweiligen Zwecke zu instrumentalisieren. Deshalb ist es manchmal gut, wenn man auf die Ursprünge zurückgeht.

Die Weltwirtschaftskrise war ein elementares Erlebnis, bei dem man erkennen musste, dass es Situationen gibt, in denen Marktkräfte einfach nicht mehr wirken und deshalb staatliche Ordnungsmaßnahmen sozusagen zwingend notwendig werden, um die Marktkräfte überhaupt wieder zum Wirken zu bringen. Genau das ist das Erlebnis, das wir auch jetzt hatten. Ich hatte mir nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik und seit meiner aktiven Partizipation als Bürgerin der Bundesrepublik Deutschland eigentlich nicht vorgestellt, dass Vertreter der Märkte zu mir schreiten und sagen: Entweder Sie greifen staatlich ein oder aber die gesamte Volkswirtschaft bricht zusammen. Das war die Situation im Herbst des vergangenen Jahres. Es wurde nicht etwa gesagt: Denken Sie noch einmal nach, überlegen Sie noch einmal. Es wurde stattdessen nach dem Motto gesagt: Wenn es heute Nacht nicht passiert, ist alles vorbei.

Es wurde ein wirklich interessanter und spannender Druck entfacht, den ich versucht habe, etwas abzufedern. Aber da war nicht viel zu machen, weil die internationale Gemeinschaft nach dem Fall von Lehman Brothers einfach diese Forderung aufgestellt hat. Meine Bitte ist nur, dass man sich ab und an daran erinnert, dass es Situationen gibt, in denen es so schlecht nicht ist, dass es Staaten gibt. Wenn es sie nicht gegeben hätte, säßen wir heute nicht mehr ganz so ruhig hier im Hotel Adlon. Der Staat hat aber nun die Aufgabe – und das wird natürlich richtigerweise von der Bevölkerung und der Öffentlichkeit mit größter Sensibilität betrachtet –, die marktwirtschaftlichen Kräfte wieder zum Agieren zu bringen. Das ist vor allen Dingen die Aufgabe im Bankenbereich. Darüber haben wir hinreichend viele strittige Diskussionen geführt.

Die Reaktion der amerikanischen Seite auf die Weltwirtschaftskrise war etwas anders geartet. Sie war weniger ordnungspolitisch ausgeprägt, sondern sie war zum Beispiel durch Keynes in der praktischen Umsetzung sehr viel stärker auf eine pragmatische aktive Bekämpfung der Krise ausgerichtet. Es ist recht spannend, dass wir angesichts dieser unterschiedlichen Angehensweisen heute, so viele Jahre danach, manche politische Diskussion, die wir zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika führen, besser verstehen können. Wie immer glaube ich, dass die richtige Antwort in einer guten Mischung aus beiden Ansätzen liegt: Das eine ist die konkrete Krisenbewältigung, das andere sind die langfristigen Folgerungen, die wir zu ziehen haben.

Deutschland hat sich in viele ordnungspolitische Diskussionen gestürzt. Das ging von der Aussage von Professor Sinn, dass wir die Banken verstaatlichen sollen, bis zu den Aussagen, dass dies das Allerletzte sei. Es war sozusagen alles im politischen Spektrum vorhanden.

Wir haben uns lange mit der Frage der Enteignung einer Bank herumgequält. Wir haben so lange darüber diskutiert und so viele Barrieren eingebaut, dass es dazu glücklicherweise vielleicht nicht kommen wird. Die Mühe hat sich gelohnt. Das muss man sagen. Aber es war auch etwas komisch, dass allein wegen der Tatsache, dass wir erklärt haben, dass eine systemrelevante Bank nicht Pleite gehen kann, das normale Verfahren einer Insolvenz einer solchen Bank ausschied, also ein marktwirtschaftliches Instrument nicht zur Verfügung stand und sich damit die Stoßrichtung dessen, was man dann überhaupt noch tun kann, verändert hat. Der Steuerzahler kann natürlich nicht ad ultimo für ein Institut bezahlen, das eigentlich nicht mehr existieren würde, und zwar nur wegen der systembedingten Verpflichtung, dass wir es nicht Pleite gehen lassen. Es mit den Geldern des Steuerzahlers so lange aufzupäppeln, bis es wieder hervorragende Geschäfte macht, ist eine Philosophie, die ich jedenfalls als Bundeskanzlerin schwer vertreten kann.

Wir Staaten – das wird in Zukunft noch zu diskutieren sein; und auf diese Frage habe ich, das sage ich ehrlich, noch keine Antwort – haben eine Zusage im Rahmen der internationalen Finanzwelt gegeben, dass Banken mit einem systemischen Risiko nicht Pleite gehen dürfen, was uns natürlich in einer außergewöhnlichen Art und Weise bindet. Wenn man das als Bank einmal weiß, muss man nur groß genug werden. Dann hat man quasi die Staaten in der Hand. Deshalb müssen wir uns fragen, welche Rahmenbedingungen wir setzen. Man muss eventuell auch überlegen – vielleicht können die Diskutanten heute einmal darüber reden –, ob ein Land mit relativ geringem Bruttoinlandsprodukt beliebig viele große Banken haben kann, ohne dass klar ist, was aus damit verbundenen Risiken entsteht. Denn sonst kann der Staat selbst seine Zusagen nicht mehr einhalten. Schon mit diesen Zusagen ist er in einer schwierigen Situation.

Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich mit einer gewissen Sorge sehe, dass es Banken gibt, wenn sie gut aus der Krise herauskommen, die durch die Tatsache, dass die Staaten so viel Geld für die Rettung der Banken ausgegeben haben, schon allein deshalb ein hervorragendes Geschäftsfeld haben, nämlich das Hin- und Herschieben von Staatsanleihen. Das wird noch ein paar Jahre andauern. Auch das beobachte ich kritisch, weil es gewisse Gefährdungen birgt. Das heißt, wir müssen für die Zukunft eine vernünftige eigene Risikoabsicherung der Finanzinstitutionen erreichen. Davon ist ein Element das Behalten der eigenen Produkte, die man für so toll erklärt hat. Wir sind jetzt bei fünf Prozent angelangt. Schon bei zehn Prozent ist das Geschrei groß gewesen. Darüber bin ich auch schon etwas verwundert gewesen. Aber okay, fünf Prozent sind besser als nichts.

Dann stellt sich die Frage der internationalen Überwachung. Was passiert mit Banken, die überregional agieren? Hierbei tun wir uns in Europa schwer. Ich sage allerdings, dass es für mich keine Alternative für eine europäische Bankenaufsicht gibt. Das ist keine Frage. Aber das alleine reicht nicht. Wir brauchen Institutionen, die das weltweit tun. Bei der Frage, ob das allein intergouvernemental geht oder ob nicht doch eine Institution wie das FSB oder der IWF in eine stärkere Verantwortung genommen werden müssen, neige ich als Europäerin, die sich schon damit abgefunden hat, dass Nationalstaaten Kompetenzen an Brüssel abgeben müssen, dazu zu sagen: Wir dürfen eine Abgabe von Kompetenzen in diesen Fragen nicht für tabu erklären. Herr Professor Issing hat für uns mit seiner Gruppe einen Risikoatlas der wichtigsten Finanzinstitutionen ausgearbeitet. Ich finde, das ist eine interessante Idee, die wir weiter verfolgen sollten.

Wenn ich die Geschwindigkeit des G20-Prozesses betrachte, kann ich festhalten, dass wir ein sehr erfolgreiches Treffen in London hatten. Wir befinden uns jetzt auf der Ebene der mühsamen Umsetzung. Aber wir müssen aufpassen, dass uns der Schwung nicht verlässt, bevor nicht die eigentlichen Schlussfolgerungen gezogen sind. Da sind noch etliche dicke Bretter zu bohren. Die Gefahr, dass uns die Neuerstarkung der Finanzmärkte die Sache schwerer macht, sehe ich ganz klar. Jeder, der einigermaßen gestärkt aus der Krise herauskommt, wird versuchen, sich gegen zukünftige Auflagen zu wehren. Insofern wird das Treffen der G20 im Herbst in Pittsburgh – pikanterweise am 24. und 25. September – eine gewisse Dringlichkeit haben. Wenn es uns dort nicht gelingt, die strukturellen Dinge richtig festzuzurren, wird es sehr, sehr schwer werden, im Erholungsprozess der Weltwirtschaft voranzukommen.

Wenn es richtig ist, dass die tieferen Ursachen letztlich sind, dass wir in Kauf genommen haben, Wachstum auf Defiziten aufzubauen und Ungleichgewichte auf der Welt zu akzeptieren, bedarf es eines Prozedere – ich möchte das gerne in Form einer „Charta des nachhaltigen Wirtschaftens“ machen –, in dem wir uns auf Grundzüge einer internationalen Finanzmarktarchitektur und bestimmte Prinzipien verständigen. Darum machen, obwohl die G20 beschlossen haben, dass wir an einer solchen Charta arbeiten, im Augenblick viele einen Bogen, weil die Entwicklungs- und Schwellenländer Angst haben, dass für sie Wachstum eingeschränkt wird – das ist die Urangst, die wir auch bei allen Umweltabkommen haben –, und weil die entwickelten Länder keine Lust haben, sich bezüglich ihrer Defizite zu binden.

Ich bin der festen Überzeugung: So wie wir Herrn Almunia und die Europäische Kommission haben, die uns immer wieder auf den Stabilitäts- und Wachstumspakt aufmerksam machen, so müssen wir weltweit ähnliche Absprachen treffen. Ansonsten werden wir ein von mir angesprochenes gleiches Wettbewerbsfeld nicht erreichen. Da in der Zeit der Globalisierung Risiken immer auf alle verteilt werden und die Gewinne auf wenige konzentriert bleiben können, ist dieses Ziel für mich absolut zwingend, weil wir ansonsten nicht zu einer evolutionären kontinuierlichen und nachhaltigen Entwicklung der Weltwirtschaft kommen werden.

Wir werden strukturelle Fragen zu klären haben, auf die ich hier nicht weiter eingehen will. Wir haben noch nicht das internationale Format gefunden. Wir haben auf der einen Seite die G8 plus die G5 – Indien, China, Mexiko, Brasilien und Südafrika –, die wir im Heiligendamm-Prozess auf der Plattform der OECD zu einer gemeinsamen Diskussionskultur gebracht haben. Dieser Prozess wird unter der italienischen G8-Präsidentschaft wahrscheinlich um zwei Jahre verlängert werden. Das ist gut. Dazu konkurrierend gibt es das aus dem G20-Finanzministerformat entstandene Format der Staats- und Regierungschefs. Es gibt international noch keine Übereinkunft – darüber müssen wir im Sommer in Italien sprechen –, wie sich diese beiden Formate zueinander entwickeln. Die G20 ist noch keine Sicherheit dafür, dass es zu einer weltweiten Akzeptanz kommt. Deshalb muss man es schaffen, die Gruppe der 20 geschickt mit den jeweiligen regionalen Wirtschaftsorganisationen zu verknüpfen, um eine breit gestützte Akzeptanz aus der Afrikanischen Union, dem lateinamerikanischen und asiatischen Raum zu bekommen. Wenn wir uns das genau anschauen, sehen wir, dass sich die Bündnisse in den Regionen verstärken und dass wir daraus eine bessere globale Handlungsoption bekommen.

Ich habe mich immer für den Begriff „Neue Soziale Marktwirtschaft“ eingesetzt, und zwar fast zeitgleich mit Ihrer Initiative. Ich habe das aus dem Verständnis heraus getan, dass wir eine neue Dimension der Sozialen Marktwirtschaft brauchen, nämlich die internationale.

Herr Kannegiesser sagte mir eben, als Sie über die Soziale Marktwirtschaft sprachen und darüber, dass sicherlich nicht jede Facette exportierbar sei, so nett: Die Deutschen denken trotzdem immer zuerst an den Export. Damit sind wir ja auch nicht schlecht gefahren. Ich sage: Die Grundzüge der Sozialen Marktwirtschaft müssen Grundlage weltweiten Wirtschaftens werden, ob wir es so nennen oder nicht. Wir brauchen einen Ordnungsrahmen. Staaten oder Institutionen müssen Hüter dieses Ordnungsrahmens sein. Ansonsten wird es auf Dauer weltweit immer wieder zu schweren Eruptionen kommen.

Nun haben wir eine Krise. Ich möchte natürlich aus dem Blickwinkel der nationalen Sozialen Marktwirtschaft etwas zu ihrer Bewältigung sagen. Ich glaube, die Bankenrettung ist im Wesentlichen einigermaßen gelungen. Allerdings stehen wir vor verschiedenen Problemen.

Erstens: Wir wussten immer, dass Deutschland einen eher unter- als überentwickelten Bankensektor hat. Die Tatsache, dass sich die internationalen Banken weitestgehend aus dem deutschen Geschäft zurückgezogen haben, weil sie erst einmal mit sich beschäftigt sind, zum Teil verstaatlicht und wenig überregional tätig sind, stellt für unsere Industrienation mit Blick auf langfristige überregionale Investitionen ein erhebliches Problem dar. Es gibt weniger Akteure.

Zweitens zu den Banken. Ich lasse einmal die Deutsche Bank außen vor. Sie ist gut durch die Krise gekommen, wenn alles so bleibt, wie es im Augenblick ist. Manchmal ist es etwas komisch: Wenn eine Bank gut durchkommt – ich habe nicht jede Kommunikation der Deutschen Bank geteilt – und wir ein Sorgenkind weniger haben, müssen wir uns nicht aufregen, sondern können zufrieden sein, dass uns einer einmal keine Probleme macht. Das will ich an dieser Stelle auch sagen.

Die Dresdner Bank und die Commerzbank haben sich vor der Krise dazu entschlossen, zu fusionieren, was wir immer für gut befunden haben. Allerdings ist dadurch deren Kreditvolumen auch nicht gerade extensiv gewachsen. Die Schwierigkeiten, die sie in sich trugen, haben dazu beigetragen, dass sie sich nicht in kurzer Zeit zu voller Blüte entwickeln können.

Dann gibt es in Deutschland die Landesbanken. – Die Sparkassen haben sich gut geschlagen. Das will ich ausdrücklich sagen. Manchmal verdrängen das die Miteigentümer, aber an dem Problem arbeiten wir noch. – Auch die Landesbanken müssen sich umstrukturieren. Wenn sie sich allerdings in der Krise zu schnell umstrukturieren, wird auch deren Kreditvolumen nicht wachsen. Hier müssen wir aufpassen, dass sich das in einer vernünftigen Zeitfolge vollzieht und dass geeignete Geschäftsmodelle vorhanden sind. Es ist auch eine interessante Frage, wie man ohne Geschäftsmodell lange agieren kann.

Wir sind jetzt aus meiner Sicht in einer sehr speziellen Phase der Bankenrettung und -konsolidierung. Jeder hat eingesehen, dass intensives Eingreifen nötig war – im Krankenhaus würde man von einer Intensivstation sprechen. Aber jetzt schließt sich eigentlich die Reha-Phase an, in der es um Bad Banks und toxische Papiere geht. Wir müssen aufpassen, dass wir hierbei nicht an Mühen sparen, weil wir ansonsten zwar überlebende Banken, aber nicht voll agierende Banken haben werden. Deshalb ist die Frage, wie wir mit diesen toxischen Papieren umgehen und welche Lösung wir finden, die den Steuerzahler möglichst wenig belastet, eine der entscheidenden und spannenden Fragen, mit denen sich im Übrigen die ganze Welt herumschlägt. Der Stein des Weisen wurde bis jetzt noch von niemandem gefunden, aber es sind verschiedene Ansätze im Umlauf. Das ist das, was uns im Bankenbereich beschäftigt.

Mich beschäftigt ein Weiteres: Wir in der Europäischen Union haben – ordentlich, wie wir sind – das Basel-II-Abkommen natürlich eins zu eins und mit einer schönen Richtlinie umgesetzt. Die Amerikaner haben das nicht getan. Darüber hatte ich schon während unserer G8-Präsidentschaft mit dem damaligen Präsidenten gesprochen. Das, was richtig gedacht ist, erweist sich nun in der Krise erstens als wettbewerbsverzerrend gegenüber Amerika und zweitens als mit unglaublichen prozyklischen Effekten ausgestattet. Das heißt, Basel II, die prozyklischen Effekte und die Bilanzierungsregeln sind Punkte, an denen wir arbeiten müssen, und zwar für die Zeit der Krise. Für die Zeit danach haben wir bereits festgelegt, dass wir sozusagen Kapitalreserven bei den Banken brauchen werden, die in guten Zeiten angelegt werden und dann in Krisenzeiten zur Verfügung stehen. Das ist aber Zukunftsmusik, an die wir denken müssen, die uns aber in der Gegenwart nicht hilft.

Nach allem, was ich höre, ist es so, dass, wenn wir bei den prozyklischen Effekten von Basel II nicht etwas tun, in den nächsten Monaten des Sommers und des Herbstes erhebliche Krediteinschränkungen auf uns zukommen werden und der Effekt, dass das Wachstum langsamer in Gang kommt, als es in Gang kommen könnte, sehr stark werden wird. Deshalb meine herzliche Bitte, gerade an Herrn Draghi und Herrn Almunia: Widmen Sie sich dieser Frage. Es ist ein Hin- und Hergeschiebe, keiner ist so richtig verantwortlich und keiner möchte einen ordnungspolitischen Sündenfall begehen. Aber wenn wir auch nur einen Anflug der Vehemenz, mit der wir andere Dinge gemacht haben, auch in Bezug auf diesen Part haben würden, dann wäre das sehr gut. Wir werden jedenfalls seitens Deutschlands immer wieder darauf drängen.

Wie kommen wir nun durch das Tal der Krise? Es wird manchmal so getan, als ob, wenn wir den Tiefpunkt erreicht haben, die Krise vorbei wäre. Die Krise ist natürlich erst dann vorbei, wenn wir wieder den Punkt erreicht haben, an dem wir 2008 einmal waren. Wie aber sieht der Konjunkturverlauf aus, die Form dessen, wie wir aus dieser Krise herauskommen? Ein V-förmiger Verlauf wäre das Schönste: schnell runter, schnell hoch. Das wird es aber wohl nicht werden. Die Frage, welches Land auf der Welt wie stark oder wie schwach aus dieser Krise herauskommen wird, entscheidet sich entlang eines U-förmigen Verlaufs, sozusagen an einer „Badewanne“ – ob es nun eine Sitzbadewanne, eine Streckbadewanne oder eine Kinderbadewanne sein mag. Jedenfalls ist entscheidend, dass man nicht lange unten verharrt, sondern möglichst schnell wieder herauskommt. Deshalb wird es in den nächsten Jahren auch so wichtig sein, dass wir auf ein vernünftiges nachhaltiges Wachstum setzen und uns nicht Restriktionen auferlegen, die uns immer weiter einschnüren.

Wir haben jetzt reagiert und uns gefragt, was unser größter Schatz in Deutschland ist. Das sind unsere Facharbeiter, Meister und Ingenieure; gar keine Frage. Deshalb tun wir alles, um in Form von Kurzarbeit, von Infrastrukturprogrammen und auch von Bürgschaften, auf die ich gleich zu sprechen kommen werde, die Marktkräfte dort, wo sie noch nicht wieder richtig funktionieren, zu stützen und Brücken zu bauen. Ich glaube, dass die Idee der Kurzarbeit eine sehr vernünftige war. Ich will hier deutlich sagen: All unsere Maßnahmen sind so ausgestaltet, dass sie für Freiberufler, die einen Beschäftigten haben, bis hin zu Unternehmen, die hunderttausend Beschäftigte haben, immer die gleichen Kriterien anlegen. Auch bei der Vergabe von Bürgschaften wird jetzt viel davon gesprochen, dass man nur den Großen helfe und den Kleinen nicht. Es gibt aber, glaube ich, bereits 345 Fälle, in denen auch kleineren Unternehmen geholfen wurde. Die sind nur nicht so bekannt, dass sie es in die allgemeinen Nachrichten schaffen würden. Aber diesbezüglich wird sehr viel getan.

Wir haben bei den Steuer- und Abgabenlasten Entlastungen verabredet, die insbesondere zum 1. Juli wirksam werden – sowohl im steuerlichen Bereich im Rahmen der Kalten Progression und der Steuerfreibeträge als auch bei den Abgaben hinsichtlich der Gesundheitskosten, was dann die Lohnzusatzkosten auf weniger als 40 Prozent bringen wird. Das ist etwas, was für die Wirtschaft natürlich auch ein leichterer Rucksack als in anderen Zeiten ist.

Mit all diesen Dingen haben wir zweierlei getan. Erstens haben wir einen Beitrag für uns selbst in Deutschland geleistet, sodass die Binnenkonjunktur und insbesondere der Konsum bislang nicht eingebrochen sind. Zweitens ist dies auch ein Beitrag, den wir für die Bewältigung der internationalen Krise leisten. Denn allein in diesem Jahr wird sich unsere Handelsbilanz um mindestens 130 Milliarden Euro zugunsten der Importe verändern, weil die Exporte eingebrochen sind, die Importe aber weiterhin stark sind, da wir weiterhin konsumieren. Damit sind wir eines der Länder – das hat uns der IWF auch bestätigt –, die zur Stabilisierung der Weltmärkte einen erheblichen Beitrag leisten. Hinzu kommen die automatischen Stabilisatoren, die wir in Deutschland haben und die angesichts unseres breit ausgebauten sozialen Sicherungssystems natürlich sehr viel stärker wirken, als das in anderen Ländern der Fall ist. Insofern haben wir wirklich gute Beiträge geleistet.

Nun ist klar, dass sich, nachdem die Banken etwas aus dem Fokus herausgekommen sind, die gesamte politische Meinungsbildung und Diskussion natürlich auf die einzelnen Fälle konzentriert, in denen Unternehmen in Schwierigkeiten geraten sind. Diesbezüglich möchte ich auf zwei Dinge eingehen und anhand des Beispiels Opel und des Beispiels Arcandor erklären, wie das Vorgehen ist.

Ich bleibe dabei, dass wir im Fall Opel einen besonderen Fall hatten, zu dem ich im Vergleich keinen zweiten solchen Fall sehe, und dass wir allerdings für alle anderen Fälle ein klares Prozedere eingeführt haben, das nicht von der ersten Sekunde an politikabhängig ist. Wir haben ein Bürgschaftsprogramm und Kriterien für dieses Bürgschaftsprogramm verabredet – das ist im Kabinett beschlossen worden – und haben einen Bürgschaftsausschuss eingesetzt. Es gibt einen so genannten Lenkungsausschuss, der durch Staatssekretäre politisch besetzt ist. Aber wir haben auch einen Lenkungsrat installiert, der wiederum Wirtschaftssachverständige hat, und bei Fällen von grundsätzlicher Bedeutung oder oberhalb einer bestimmten Bürgschaftsgrenze, die bei 300 Millionen Euro liegt, seine Empfehlung im Lichte der Ergebnisse des Bürgschaftsausschusses abgeben muss, bevor dann der Lenkungsausschuss beschließt.

Ich habe die feste Absicht – ich glaube, das eint mich mit dem Bundeswirtschaftsminister; und das ist auch innerhalb der ganzen Regierung so verabredet –, nach diesem Prozedere und – manche denken, man sollte dieses und jenes tun – nicht anders zu verfahren. Wenn wir das nicht tun, dann kommen wir natürlich in eine extrem schwierige Situation, weil es dann nur um Sympathien, um Antipathien und um vorhandene oder nicht vorhandene Unternehmensgrößen geht. Das kann auf gar keinen Fall mit einem Bürgschaftsrahmen in Höhe von 100 Milliarden Euro oder 115 Milliarden Euro, wenn man den Mittelstand hinzunimmt, funktionieren. Deshalb wird diese Prozedur auch im Falle Arcandor genau so ablaufen. Danach wird sich auch die Meinungsbildung der Politik richten.

Wir hatten über die Frage der Zukunft von Opel zu entscheiden. Hier stellte sich die Situation als außergewöhnlich kompliziert heraus. Ich glaube, das war auch Grundlage unserer gesamten Diskussion. Hierbei ist es sehr schwer, die Risiken zu bewerten. Wir haben eine Verhandlungssituation einer amerikanischen Mutter mit einem europäischen bzw. einem in großem Maße deutschen Unternehmen gehabt. Dieses amerikanische Unternehmen gehört nunmehr im Wesentlichen, zu 60 Prozent den US-amerikanischen und zu 12 Prozent den kanadischen Regierungsvertretern, also zu 72 Prozent staatlichen Institutionen. Mit dieser Eigentumsgestaltung ging es nun in ein spezielles amerikanisches Insolvenzverfahren, in dem aber die Rahmenbedingungen, der Ordnungsrahmen für die Insolvenz, staatlich vorgegeben worden sind. Es lag uns sehr daran, eine Trennung des europäischen Bereichs vom amerikanischen Bereich hinzubekommen.

Wir können jetzt lange darüber spekulieren, ob es gelungen wäre, diese Trennung zu erreichen, wenn wir in Europa und in Deutschland gleich auf eine Insolvenz gesetzt hätten. Den hier anwesenden Wirtschaftsvertretern will ich nur sagen: Das wäre für Sie natürlich auch nicht so toll geworden. Der schöne Pensionssicherungsverein hätte erst einmal eine Last in Höhe von vier Milliarden Euro offeriert bekommen. Ob sie das dort so geschätzt hätten, weiß ich nicht. Ich schaue jetzt einmal Herrn Kannegiesser an, weil er heute früh etwas dazu gesagt hat. Ich habe mich aber schon über alles mit ihm ausgetauscht. Dann gibt es natürlich die Tatsache, dass wir keine Gläubigerbank für Opel haben. Das heißt, wenn es zu dem gekommen wäre, was es jetzt zum Beispiel bei Qimonda gibt, nämlich zu einem Insolvenzverfahren, im Rahmen dessen das Insolvenzgeld von der Bundesagentur gezahlt wird und die Betriebsmittel von den Gläubigerbanken bezahlt werden, dann wären die Gläubigerbanken für die Bezahlung der Betriebsmittel staatliche Banken gewesen. Das alles musste man abwägen.

Ich respektiere trotzdem auch die Bedenken des Bundeswirtschaftsministers und möchte an dieser Stelle noch einmal ein ausdrückliches Dankeschön aussprechen, weil hierbei natürlich auch Interessen des deutschen Staates zu vertreten sind. Wenn man von Anfang an alles zu jeder Kondition annimmt, dann ist das natürlich nicht besonders hilfreich. Der Wirtschaftsminister hat an dieser Stelle sehr darauf geachtet, dass wir unsere Interessen in vollem Maße vertreten haben.

Wir haben verabredet, dass wir jetzt den Weg der Überbrückungsphase und des potentiellen Investors Magna gehen. Man muss sehr deutlich sehen: Magna hat noch keinen bindenden Vertrag unterzeichnet. Das sind Absichtserklärungen. Wir haben das politisch so dingfest gemacht, wie man es tun kann, aber jedes Rechtsanwaltspapier – hier werden auch etliche Rechtsanwälte sein – beginnt ja erst mit all dem, was noch nicht bindend ist, und erst dann kommt das, was man vorhat. Da ich Physikerin bin und den Unterschied zwischen dem richtigen Ergebnis und dem bindenden Ergebnis nicht kenne, muss ich dabei jedenfalls mit größter Achtsamkeit ausgestattet sein.

Wir geben Opel also eine Chance. Ich halte das für fair. Aber ich sage auch: Wir haben in der Regierung verabredet, dass der Bürgschaftsrahmen begrenzt ist. In der neuen Rechtskonstruktion muss Opel mit diesem Bürgschaftsrahmen auskommen. Wir wissen um die Risiken. Wir wissen, dass es Chancen gibt. Aber ohne jedes finanzielle Engagement des Staates wäre es in keinem Fall gegangen. Wir wünschen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Opel wirklich von Herzen alles Gute.

Uns haben Insolvenzanwälte auch gesagt, man hätte vielleicht Rechtsgeschichte schreiben können, indem man einmal geschaut hätte, wie sich deutsche und europäische Insolvenzverfahren mit „Chapter 11″ vertragen und wie sich das dann hin- und herbewegt. Aber in diesen Zeiten waren wir alle weniger an neuen Promotionsarbeiten auf juristischem Feld als eher an einer praktischen Rettung interessiert. Insgesamt halte ich das Ergebnis für vertretbar, aber nicht risikolos, um das vollkommen klar zu sagen. Dass man in dieser komplexen Risikoabschätzung zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, versteht sich von selbst.

Meine Damen und Herren, ich glaube, der komplizierteste Abschnitt in Bezug auf die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft wird beginnen, wenn wir die Krise überwunden haben werden. Schaffen wir es – das Gegenteil dessen ist das eigentlich Schlimme an den vergangenen Krisen gewesen –, wieder auf den Pfad der Tugend zurückzukommen, was unter anderem die Staatsverschuldung anbelangt? Wann wird dieser Punkt erreicht sein? Dass die Europäische Kommission im Augenblick schlechterdings „business as usual“ machen kann, obgleich sie uns als Staaten vorher dazu aufgefordert hat, möglichst viel Geld auszugeben, um die Konjunktur wieder in Gang zu bringen, weiß sie, glaube ich, selbst. Aber die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank muss erhalten bleiben, und die Dinge, die andere Notenbanken jetzt machen, müssen wieder zurückgefahren werden. Ich sehe mit großer Skepsis, welche Vollmachten zum Beispiel die Fed hat und wie sich im europäischen Bereich auch die Bank of England ihre kleinen Linien erarbeitet hat. Auch die Europäische Zentralbank hat sich dem internationalen Druck mit dem Aufkauf von Pfandbriefen schon etwas gebeugt. Wir müssen gemeinsam wieder zu einer unabhängigen Notenbankpolitik und zu einer Politik der Vernunft zurückkehren. Ansonsten werden wir in zehn Jahren wieder an genau diesem Punkt stehen.

Weil es – das ist ja die Lehre aus der Sozialen Marktwirtschaft – ohne Mechanismen, ohne Regeln und ohne soziale Absprachen nicht gehen wird, ist es so wichtig, eine internationale Finanzmarktordnung aufzubauen. Und für uns als Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist es wichtig, uns in die Disziplin unserer eigenen Verträge zu nehmen. Das wird noch härteste politische Arbeit von uns allen verlangen. Wenn sich die einen wieder kurzfristiges Wachstum erkaufen, indem sie an diesen Regeln vorbeigehen, dann wird es für die anderen politisch nahezu unmöglich, die Regeleinhaltung von ihrer eigenen Bevölkerung zu verlangen. Deshalb wird die Lösung dieser internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise eine Bewährungsprobe auch für das Miteinander auf der Welt sein. Ich werde das weiterhin sehr stark einfordern.

Wir alle haben im Augenblick so viele tägliche Probleme zu lösen, sodass der Blick auf die langfristige Perspektive verlorengehen kann. Aber das darf nicht passieren, weil wir ansonsten in eine schwere Krise des gesamten politischen Systems geraten werden. Das möchte ich nicht, weil ich ein Freund der Demokratie bin und sie durch die Deutsche Einheit auch als eine wunderbare Lebenserfahrung erlebt habe. Deshalb werde ich dafür kämpfen, dass wir die richtigen Lehren ziehen. Herzlichen Dank.

Um mich herum verspüre ich ein leises Wandern …

Stasi 3.0 – Neue fachliche Hinweise der Bundesagentur für Arbeit (BA) für den Außendienst der Leistungsträger des SGB II – gegen Arbeitslosengeld II Empfänger. BA erlaubt u.a. das Ausspähen von Hartz-IV Betroffenen

Auszug:

Aspekte des Datenschutzes (6.3)

(3) Nach § 50 SGB II sollen die Bundesagentur für Arbeit, die kommunalen Träger, die zugelassenen kommunalen Träger, die für die Bekämpfung von Leistungsmissbrauch und illegaler Beschäftigung zuständigen Stellen und mit der Wahrnehmung von Aufgaben beauftragte Dritte sich gegenseitig Sozialdaten übermitteln, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach diesem Gesetz erforderlich ist. Die Nutzung eines nicht zur eigenen Dienststelle gehörenden Außendienstes begegnet daher keinen datenschutzrechtlichen Bedenken, wenn die Datenerhebung im Rahmen des § 67a SGB X erfolgt; verantwortliche Stelle ist bei Bestehen einer ARGE die Agentur für Arbeit (§ 50 Abs. 2 SGB II).

Zulässigkeit von Beauftragungen (6.4)

(4) Darüber hinaus lässt § 51 SGB II es zu, dass abweichend von § 80 Abs. 5 SGB X die Träger der Leistungen nach dem SGB II zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach dem SGB II einschließlich der Erbringung von Leistungen zur Eingliederung in Arbeit und Bekämpfung von Leistungsmissbrauch nicht-öffentliche Stellen (§ 67 Abs. 11 SGB X) mit der Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Sozialdaten beauftragen können, auch soweit die Speicherung der Daten den gesamten Datenbestand erfasst.

Qualitätskontrolle (6.5)

(5) Für die Beauftragung gilt § 97 SGB X unmittelbar. Danach muss sichergestellt sein, dass der Dritte die Gewähr für eine sachgerechte, die Rechte und Interessen des Betroffenen wahrende Erfüllung der Aufgaben bietet. Dies lässt sich nur mittels vertraglicher Vereinbarungen mit dem Dritten erreichen, welche systematische Maßnahmen zur Qualitätskontrolle durch den Auftraggeber vorsehen. Diese Maßnahmen müssen sich auf die Beachtung des geltenden Rechts ebenso beziehen wie auf die fachliche Qualität und die Effizienz der Aufgabenerledigung; sie sind vom Auftraggeber auch tatsächlich durchzuführen.

Beweismittel (6.7)

(2) Art und Umfang der Ermittlungen richten sich nach § 21 SGB X; hiernach kann sich eine Behörde der Beweismittel bedienen, die sie nach pflichtgemäßem Ermessen für erforderlich hält. Sie kann insbesondere

  • Auskünfte jeder Art einholen,
  • Beteiligte anhören,
  • Zeugen und Sachverständige vernehmen,
  • schriftliche oder elektronische Äußerung von Beteiligten, Zeugen und Sachverständigen einholen,
  • Urkunden und Akten beiziehen,
  • den Augenschein einnehmen.

Bei der Wahl des Beweismittels ist zwingend der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Der Träger darf hiernach nur das geeignete, erforderliche und angemessene Mittel zur Zielerreichung einsetzen. Geeignet ist ein Mittel, wenn es das angestrebte Ziel fördert. Erforderlich ist das Mittel, wenn es kein gleich geeignetes und weniger belastendes Mittel gibt. Angemessen ist das Mittel, wenn der Erfolg einerseits und die Beeinträchtigung des Betroffenen andererseits in keinem offenbaren Missverhältnis zueinander stehen.

Observationen (6.11)

(5) Observationen sind länger andauernde, heimliche Beobachtungen von Personen oder Objekten durch Polizeibehörden oder Nachrichtendienste. Sie greifen in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Betroffenen ein.

Die Durchführung von Observationen durch die Außendienstmitarbeiter ist grundsätzlich unzulässig. Eine Ausnahme besteht nur bei Verdacht auf einen besonders schwerwiegenden Leistungsmissbrauch, wenn eine anderweitige Aufklärung nicht möglich ist. Das bedeutet, der Leistungsträger muss in besonderem Maße den „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ berücksichtigen.

Vor der Durchführung einer Observation ist detailliert zu dokumentieren, warum andere Ermittlungsmethoden nicht möglich sind und warum eine Observation im Einzelfall nicht unverhältnismäßig ist. Die konkrete Durchführung und insbesondere die Dauer der Observation sind ebenfalls festzulegen.

Aufgrund des besonders schwerwiegenden Eingriffs in die Rechte der Betroffenen sind Observationen nur durch die Leitung der Grundsicherungsstelle anzuordnen.

Sofern der Verdacht auf Schwarzarbeit besteht, sind die Fälle zur weiteren Bearbeitung an die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung abzugeben.

Quelle: siehe beigefügtes „Arbeitspapier“ sowie:
http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-neue-ba-anweisung-erlaubt-observation87750.php

Kommentar: Observationen sind zwar unzulässig, aber wenn der „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“ berücksichtigt wird, machen wir mal eine kleine Ausnahme und übertragen diese Observationen auch schon einmal einem „Dritten“! Man kann also mit einer Auftragssteigerung privater Spitzelunternehmen rechen. Die in Punkt 6.7 angesprochene Amtsanmaßung einer Strafverfolgungsbehörde soll aber angesichts dessen nicht untergehen! Wir sind wieder soweit! Würde man diese Maßstäbe bei Banken und Unternehmen anlegen, hätten wir keine „Finanzkrise“.

Zitat: „Um mich herum verspüre ich ein leises Wandern. Sie rüsten zur Reise ins 3. Reich.“ – Kurt Tucholsky

UPDATE: Die Bundesagentur für Arbeit streicht den Passus in einer neuen Anweisung, nach der mutmaßliche Hartz-IV-Betrüger bespitzelt werden können. Mehrere Arbeitslosen-Initiativen hatten der Behörde deswegen „Stasi-Methoden“ vorgeworfen. (Quelle)

Kommentar: Abgesehen von der Tatsache, dass die BA schon vorher „in besonders schweren Fällen“ Detekteien mit der Observierung beauftragte, bleibt abzuwarten, ob auch das neue, abgeänderte Arbeitspapier veröffentlicht wird. Meiner Meinung nach ist das ein kleines Zurückrudern angesichts der Tatsache, dass es diesmal sogar der Bild-Zeitung ein wenig zu fett war, und man wird hoffen, dass derartige Indiskretionen in Zukunft nicht publik werden. Der Rest des Papiers ist jedoch genauso übel wie die Observierungen. Wir werden sehen.

Petition gegen Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Bitte unbedingt zeichnen!!!

HIER GIBT ES DAS FORMULAR ZUM UNTERSCHREIBEN UND ABSENDEN PER POST ODER FAX! BITTE LASST EURE FREUNDE AUCH OFFLINE UNTERZEICHEN, WENN KEIN INTERNET VORHANDEN IST!!!

ZENSUR IM FORUM DES PETITIONSAUSSCHUSSES!!!

Update 07.05.2009: Ich postete unter dieser Adresse im Forum des Petitionsausschusses die Meldung vom Offline-Formular. Nach 3 Minuten war die Meldung verschwunden. Dann postete ich unter dieser Adresse, die Beschwerde, dass dort Zensur herrscht. Auch diese Meldung ist verschwunden! Mal sehen, wie das weitergeht! Brav, die dritte und vierte Meldung wurde netterweise zugelassen. Vielleicht haben die Moderatoren einen Crashkurs in Sachen Grundrecht der freien Meinungsäußerung bekommen – oder einfach nur ein bisschen Muffensausen.

Zeichnungsende der Petition 16.Juni 2009

Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Link zum Unterzeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=sign;ssa=petition_sign;petition=3860

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die „Sperrlisten“ weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Update 2 vom 07.05.2009:

Sagte Frau Zypries noch am 24.04.09:

„Befürchtungen, die Liste sperrwürdiger Inhalte würde sehr schnell sehr lang werden, sind in meinen Augen berechtigt. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass wir nicht über das Ziel hinausschießen. Deshalb bleibt es bei der Begrenzung auf die Sperrung von Kinderpornografie“,

so liest man heute:

Bei Fefe: [l] Falls jemand die „ich bin doch auf eurer Seite“ Simulationen von der Zypries geglaubt hat, wird der jetzt rüde in die Realität zurück geholt: Zypries faselt von der „Notwendigkeit eines starken Urheberrechts“ und kündigt an, dass man die Internetzensur auf Urheberrechtsverletzungen ausweiten werde.

Angesichts der „zahlreichen Verletzungen des geistigen Eigentums im Internet“ fragte sich die Ministerin auch, ob beispielsweise eine stärkere Regulierung des Netzes erforderlich ist. So werde es die Politik sicher „die nächsten Jahre beschäftigen“, was aus den geplanten Sperren kinderpornographischer Seiten „folgen wird“, schloss sie eine Ausweitung auf illegale Angebote geschützter Werke zumindest nicht komplett aus.

Deshalb wie schon so oft und vor allem in Bezug auf die kommenden Superwahlen gern zitiert, unser aller Liebe Frau Angela Merkel:

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

UPDATE 08. Mai 2009

Nun habe ich es schriftlich. Mein Hinweis (wie gefordert ohne Link) auf das Offline-Formular wurde im Forum des Petitionsausschusses gelöscht:

Thema gelöscht: Offline-Formular zur Petition beim Volkszustandsbericht!

Ein Thema, welches Sie beobachten, wurde von DBT_Moderator 3 gelöscht.

Mit freundlichen Grüßen
Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages

… während die private Nachricht des Moderators an mich behauptete:

… entgegen ihrer Behauptung, ihr erster Beitrag wurde nach drei Minuten gelöscht, ist er nur in den dafür vorgesehen Thread eingebunden worden und somit der Öffentlichkeit zugänglich.

… natürlich ohne Angabe, wohin.

auch sehr schön, wie VODAFONE mit einer Anfrage bezüglich der Seitensperrungen umgeht:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass der Zensur von Internetseiten auch zu Ihrer Sicherheit zugestimmt wurde.

Die sozialen Lehren Buddhas

Durchbruch am Arbeitsmarkt geplant – 1 Million Erwerbslose weniger ab 2010

Mir wurde heute ein sehr interessanter Link zugesendet:

„Laut interner Informationen aus Regierungskreisen soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause in Hinsicht auf die zu erwartende dramatische Steigerung der Arbeitslosenzahlen zum Ende des Jahres 2009 ein Eilgesetz zur Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten für Erwerbslose verabschiedet werden.“

Quelle: http://arbeitsmarktreform.wordpress.com/

Kommentar: Da scheint jemand aus dem Nähkästchen zu plaudern. Das ganze hört sich schon ein bisschen utopisch an, aber es sieht sinnvoll aus und liest sich auch so. Na ja, vielleicht ein Ostergeschenk. Vielleicht sind ja doch noch nicht Hopfen und Malz bei unserer Regierung verloren. Vielleicht haben unsere R.Volksvertreter auch nur Angst um ihre schönen fetten Posten, weil sie die Banken mit Geld zustopfen und der Rest kann sehen wo er bleibt. Wir werden sehen.

Elektronischer Entgeltnachweis ELENA kommt 2010

Heute tritt das Gesetz über den elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) in Kraft.
Damit werden Anträge auf Sozialleistungen künftig wesentlich vereinfacht und
beschleunigt.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Dr.
Walther Otremba, im Rahmen eines ELENA-Symposiums am 26. März 2009 in Berlin:
„Nach Schätzungen des Normenkontrollrats sparen allein die deutschen Arbeitgeber
jährlich rund 85 Millionen Euro ein. Nach jahrelangen Vorbereitungen und
verschiedenen Modellprojekten dürfen sich alle Beteiligten künftig über
wesentliche Erleichterungen freuen.“ Neben dem Wegfall von Archivierungspflichten
für Arbeitgeber profitierten auch Behörden sowie Bürgerinnen und Bürger vom
ELENA-Gesetz.

Das Gesetz sieht vor, dass Arbeitgeber vom 1. Januar 2010 an die Entgeltdaten
ihrer Beschäftigten verschlüsselt an eine zentrale Speicherstelle übertragen, wo
sie unter einem Pseudonym gespeichert werden. Wenn 2012 dann der Regelbetrieb im
ELENA-Verfahren startet, werden die für die Bewilligung von Anträgen auf
Arbeitslosengeld, Wohngeld und Bundeselterngeld erforderlichen Daten unter
Einsatz von Signaturkarten der Leistungsbezieher abgerufen und papiergebundene
Arbeitgeberbescheinigungen nicht mehr nötig sein. Die Bearbeitung wird dadurch
wesentlich beschleunigt und vereinfacht.

Die Antragsbearbeitung bei den Leistungsgewährenden Behörden erfolgt mit diesem
Verfahren elektronisch, also ohne unnötige Wartezeiten und ohne das Ausfüllen von
Papierformularen. Fehler bei der manuellen Übertragung von Daten entfallen daher.

Das ELENA-Verfahren ist eine der wesentlichen Maßnahmen, mit denen die
Bundesregierung die Bürokratiekosten entscheidend senken will.

Mehr Informationen zu ELENA:

http://volkszustandsbericht.wordpress.com/2008/06/25/elena-der-elektronische-einkommensnachweis/

http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/index.php?s=elena

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Februar 2009

Pressemitteilung

Datum: 9.4.2009

Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe ist im Februar vorläufigen Angaben
zufolge [1] preis- und saisonbereinigt [2] weiter um 2,9 % zurückgegangen. Im
Vormonat war sie aufwärts revidiert um 6,1 % gesunken.

Während sich die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 1,9 % erhöhte, nahm die
Industrieproduktion im Februar um 3,3 % ab. Dabei wurde die Produktion in allen
industriellen Hauptgruppen weiter zurückgefahren. Bei den Herstellern von
Vorleistungsgütern kam es zu Rückgängen um 1,9 %, bei den Herstellern von
Investitionsgütern um 4,5 % und bei den Herstellern von Konsumgütern um 3,6 %.

Im Zweimonatsvergleich (Januar/Februar gegenüber November/Dezember) nahm die
Erzeugung im Produzierenden Gewerbe preis- und saisonbereinigt deutlich um 9,2 %
ab. Ausschlaggebend hierfür war der kräftige Rückgang der Industrieproduktion um
10,7 %. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen schränkten die Vorleistungs- und
vor allem die Investitionsgüterhersteller ihre Erzeugung deutlich um 7,7 % bzw.
17,3 % ein. Die Konsumgüterhersteller verminderten ihre Produktion leicht um 1,7
%. Neben der Industrieproduktion war im Zweimonatsvergleich auch die Erzeugung im
Bauhauptgewerbe um 3,9 % rückläufig.

Ihren Vorjahresstand unterschritt die Produktion im Produzierenden Gewerbe im
Januar/Februar arbeitstäglich bereinigt um 19,3 %. Die Industrieproduktion lag um
20,8 % und die Erzeugung im Bauhauptgewerbe um 23,0 % niedriger als vor einem
Jahr.

Angesichts der zuletzt noch sinkenden Auftragseingänge dürfte die
Industrieproduktion auch in den kommenden Monaten weiter schwach bleiben. Die
Erzeugung im Bauhauptgewerbe hat sich demgegenüber im Februar etwas belebt.

[1] Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank.
[2] Verfahren Census X-12-ARIMA.

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2009/02 – Produktion im Produzierenden Gewerbe
Berichtsmonat Februar 2009
PDF: 46,7 KB
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/P-R/produktion-im-produzierenden-gewerbe-februar-2009,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

Ausgeweitete Abwrackprämie kostet jährlich 200 Millionen Euro Zinsen

Aktuelle Informationen vom Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.

Bund der Steuerzahler appelliert an den Bundestag, die Ausweitung der Abwrackprämie zu stoppen Der Bund der Steuerzahler fordert den Deutschen Bundestag auf, die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der Abwrackprämie nicht durchzuwinken. „5 Milliarden Euro Schulden für die wirtschaftspolitisch völlig verfehlte Abwrackprämie bedeuten für die Steuerzahler Zinslasten in der Größenordnung von 200 Millionen Euro jährlich. Eine Kreditaufnahme von 5 Milliarden Euro entspricht einem Schuldenzuwachs von rund 158 Euro in jeder Sekunde des Jahres 2009“, erläutert der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Dr. Karl Heinz Däke.

Der Deutsche Bundestag sollte deshalb keine Sekunde zögern und die Erhöhung dieser Subvention von derzeit 1,5 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro parlamentarisch verhindern. Das Grundproblem – die bestehenden Überkapazitäten im Autosektor – wird durch die Abwrackprämie nicht gelöst, sondern nur über den Wahltermin hinaus kaschiert. Umso länger Abwrackprämien gezahlt werden, umso dramatischer wird der Rückgang der Autonachfrage dann ausfallen. Gleichzeitig leiden andere Sektoren darunter, dass durch die Abwrackprämie Nachfrage in den Autosektor umgeleitet wird. Die Klagen des Einzelhandels, der Reeder und der Autowerkstätten belegen das. „Die Büchse der Pandora muss geschlossen werden. Im Namen der Millionen von Steuerzahlern gehört die Abwrackprämie abgewrackt. Alles andere wäre unverantwortlich“, fordert Däke.

Quelle: http://www.steuerzahler.de/webcom/show_article.php/_c-49/_nr-526/i.html

Bundeswehr kauft Maschinenpistolen aus Konjunkturprogramm-Mitteln

Berlin: (hib/HLE) Die Bundeswehr wird 1.000 Maschinenpistolen vom Typ MP 7 zum Preis von rund 3 Millionen Euro aus Geldern des Investitions- und Tilgungsfonds beschaffen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (16/12523) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (16/12209) hervor. Von dem Fonds, der bis 2011 konjunkturstützende Maßnahmen in einem Umfang von 16,9 Milliarden Euro finanzieren soll, gehen 650 Millionen Euro an die einzelnen Ressorts, darunter auch an das Verteidigungsministerium.

Wie aus der Aufstellung der Regierung weiter hervorgeht, sollen aus den Mitteln des Konjunkturprogramms auch 37 Millionen für die Nachtsichtfähigkeit des Kampfflugzeuges „Tornado“ bereitgestellt werden. Außerdem sei die Beschaffung von zehn Spähwagen vom Typ „Fennek“ und 20 Transportfahrzeugen vom Typ „Dingo 2″ geplant. Vorgesehen sei auch die Anschaffung von sechs geschützten Straßentanksattelzügen und 25 schweren Straßentankwagen. Neben einer Produktverbesserung für den Transportpanzer „Fuchs“ (17,4 Millionen) seien Ausgaben für Feldlagerkomponenten wie Zelte, Großzelte, Stromerzeuger, Wasseraufbereitungsanlagen und Sanitäranlagen und der Kauf eines chirurgischen Instrumentariums für 4,2 Millionen Euro vorgesehen.

Das Bundesinnenministerium plant mit den Mitteln des Konjunkturprogramms Fahrzeugbeschaffungen für die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Außerdem solle die Bundespolizei neue Hubschrauber erhalten. Nach Ansicht der Bundesregierung sind die aus dem Investitions- und Tilgungsfonds finanzierten Maßnahmen ein „wichtiger Beitrag zur Überwindung der aktuellen Konjunkturschwäche“.

Quelle: http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2009/2009_105/01.html

Entwicklung des Auftragseingangs in der Industrie Februar 2009

Pressemitteilung des BMWI

Datum: 8.4.2009

Die Auftragseingänge in der Industrie sind vorläufigen Angaben zufolge [1] im
Februar weiter preis- und saisonbereinigt [2] um 3,5 % zurückgegangen. Im
Vormonat hatten sie aufwärts revidiert um -6,7 % abgenommen. Der Anteil an
Großaufträgen war für einen Februar nur leicht überdurchschnittlich. In den
industriellen Hauptgruppen verbuchten die Hersteller von Konsum- sowie von
Vorleistungsgütern mit -8,7 % bzw. mit -6,5 % weitere stärkere Einbußen. Bei den
Produzenten von Investitionsgütern verminderte sich das Ordervolumen um 0,5 %.
Aktuell nahmen vor allem die Bestellungen aus dem Inland um 5,7 % ab. Die
Nachfrage aus dem Ausland verringerte sich nur um 1,3 %. Dabei konnten die
Produzenten von Investitionsgütern erstmals seit August 2008 ein Auftragsplus aus
dem Ausland von 2,0 % verbuchen.

Im Zweimonatsvergleich (Januar/Februar gegenüber November/Dezember) sanken die
Auftragseingänge in der Industrie um preis- und saisonbereinigt um 11,8 %. Die
Inlandsnachfrage schwächte sich um 6,9 % und die Auslandsnachfrage um 16,0 % ab.
Innerhalb der industriellen Hauptgruppen hatten sowohl die Hersteller von
Vorleistungsgütern mit -9,7 % als auch die von Investitionsgütern mit -13,1 %
sowie die von Konsumgütern mit -11,9 % erhebliche Ordereinbußen zu verzeichnen.

Ihren Vorjahresstand unterschritten die Auftragseingänge in der Industrie im
Zweimonatsdurchschnitt (Januar/Februar) kalendermonatlich um 37,6 %. Die
Inlandsaufträge lagen um 31,8 % und die Auslandsaufträge um 42,1 % unter dem
Vorjahresniveau.

Der Rückgang der Bestelltätigkeit hat sich im Februar etwas verlangsamt. In
einzelnen Bereichen wie bei den Herstellern von Kraftwagen und Kraftwagenteilen
aber auch bei den Auftragseingängen der Investitionsgüterproduzenten aus der
Eurozone sowie den Auftragseingängen aus der Nicht-Eurozone insgesamt gab es
sogar leichte Zuwächse. Es war demnach nicht allein die Umweltprämie für
Personenkraftwagen, die den Rückgang der Ordertätigkeit dämpfte.

[1] Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank.
[2] Verfahren Census X-12-ARIMA.

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2009/02 – Auftragseingang in der Industrie
Berichtsmonat Februar 2009
PDF: 40,5 KB
http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/A/auftragseingang-in-der-industrie-februar-2009,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf

Das Billionen-Wunder von London

Hurra, wir sind gerettet – 1.000.000.000.000 Monopoly-Geld werden zur Verfügung gestellt, um uns von unserer Schuld zu erlösen. Der Messias greift in die Taschen der Welt und Jakob Augstein kommt aus dem Staunen nicht mehr raus (http://www.freitag.de/politik/0914-krise-g20-gipfel-billion).

Es scheint, bei allem ehrfürchtigem Staunen und Raunen über diese spek(ulative)takuläre Summe, allerdings noch nicht bis in das „alte Europa“ vorgedrungen zu sein, dass eine Billion in den USA gleichbedeutend mit einer Milliarde in Europa ist. Nehmen wir aber der Umstände und Sinnhaftigkeit wegen an, dass damit eine Zahl mit 12 Nullen gemeint ist, also 1000 Milliarden. Ob Dollar oder Euro ist im Endeffekt auch nicht wichtig, weil der Unterschied in dieser Größenordnung eher marginal ist. Nehmen wir auch hier, ebenfalls den Umständen geschuldet, den Wert in Euro an. 1.000.000.000.000 Euro, welche allerdings schon angesichts der 500 Mrd. Bürgschaft unseres Staates Deutschland für die Gehaltszahlungen unfähiger Manager nicht mehr wirklich ehrfurchtgebietend erscheinen.

Der Finanzwissenschaftler Prof. Dr. Walter Wittman, bis 1998 am Lehrstuhl für Öffentliche Finanzen an der Universität Freiburg (Schweiz) schreibt in seinem sehr bemerkenswerten Artikel „Das Ende der Finanzkrise ist nicht abzusehen“ [1] folgendes:

Zur Rettung von Banken und Ankurbelung der Wirtschaft wurden 2008 zuvor unvorstellbare Summen aufgewendet. Allein in den USA sind es 8.000 Mrd Dollar. Es folgen in Euro Deutschland mit 1.890 Mrd [ca. 2 Billionen! - Anm.d.A.], Großbritannien 1.730 Mrd., Frankreich 1.330 Mrd., Italien 937 Mrd. und Spanien 741 Mrd.

Das ergibt für die genannten Länder inklusive der Umrechnung der 8.000 Mrd. Dollar in 5.927,68 Mrd. Euro eine stolze Summe von 12.555 Mrd., was also ca. 12,5 Billionen Euro per 2008 entspricht. Wir können davon ausgehen, dass in diesem Jahr schon einiges an zusätzlichen Geldern produziert und verteilt wurde, was ich hier aber nicht einrechne. Die genannte Summe von 12,5 Billionen entspricht 34.246.575.342,46 bzw. 34,25 Mrd. pro Tag. Die sich mir angesichts dieser nun wirklich spektakulären Summen stellende Frage ist simpel. Wie weit soll diese eine schlappe Billion reichen? Nach dem derzeitigen Stand der Geldvernichtung exakt 29 Tage! Was dann? Soviel zum Thema „Magie der großen runden Zahl“.

Eine weitere kleine Rechnung zum Schluß. Die laut Wittmann in Deutschland zur Verfügung gestellten 1.890 Mrd. Euro, stellen eine Schuldensumme von 23.625 Euro pro Einwohner bei 80 Mio. in Deutschland dar oder eine Summe von 5.178.082.191 bzw. 5,2 Mrd. pro Tag. 1.890 Mrd. Euro sind das 6,7fache des 283,2 Mrd. Euro betragenden Bundeshaushaltes per 2008! Damit haben wir innerhalb des Jahres 2008 die Finanzierung und Absicherung von 7 weiteren Jahren verspielt – und wir sind noch nicht am Ende, oder doch? Das ist sozusagen die Abwrackprämie für Deutschland.

Schlußfolgerung: Wenn das stimmt, könnte es der Beginn eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs bedeuten, den die Welt noch nie erlebt hat. Wir werden sehen.

Nachtrag: Da mir diese Zahlen trotz meines Vertrauens zu Wittmann nicht so richtig in den Kopf wollten, weil es unter anderem bedeuten würde, dass wir noch systematischer belogen werden als wir denken, versuche ich derzeit mit Prof. Wittmann in Kontakt zu kommen, um mir die Quellen dafür übermitteln zu lassen. Sollte sich dennoch ein derart eklatanter Fehler in der Aussage von Wittman eingeschlichen haben, was ich bei seiner Reputation nicht so richtig glauben mag, werde ich mich umgehend korrigieren. Laut meiner letzten Unterredung mit einem Verantwortlichen stimmen die Zahlen und ich reiche die Quellen auf Wunsch gern nach.

Anregung: Ich würde mich sehr über den Ankauf des Artikels von Prof. Wittmann seitens des Freitag freuen.

12,555 Billionen = 12.555.000.000.000

Anbei einige Aussagen unserer Führungskräfte aus dem Jahre 2008 zum Thema „Das gibt es doch gar nicht!“:

„Einige kleinere US-Banken werden die aktuelle Finanzkrise nicht überleben. Bei den großen, international agierenden Instituten wird es aber wohl keine ernsthaften Probleme geben.“ 28. Februar 2008 – Ben Bernanke, US-Notenbankchef

„Wir befinden uns in schwierigen Zeiten. Aber wir haben starke und entschlusskräftige Maßnahmen eingeleitet. Die USA haben die Situation im Griff.“ 17. März 2008 – George W. Bush

„Die Aussichten für den Haushalt 2008 sind hervorragend.“ 19. März 2008 – Angela Merkel, Bundeskanzlerin

„Uns liegen überhaupt keine Anzeichen dafür vor, dass sich zusätzliche Belastungen für die deutsche Wirtschaft ergeben. Die Bundesregierung sieht momentan nicht die Notwendigkeit eines staatlichen Eingreifens.“ 19. März 2008 – Peer Steinbrück (SPD), Bundesfinanzminister

„Ich rechne in diesem Jahr mit keinen gravierenden Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur. Die deutsche Wirtschaft ist trotz der US-Finanzmarktkrise weiter robust.“ 19. März 2008 – Werner Rürup, Ex-Wirtschaftsweiser

„Die Finanzinstitute im Euro-Raum sind in robuster Verfassung. Die Finanzmarktturbulenzen haben die Finanzierungsbedingungen in der Währungsunion nicht wesentlich verschlechtert.“ 26. März 2008 – Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank

„Wir haben keine Anzeichen dafür, dass die Probleme in den USA auf die Konjunktur in Deutschland überspringen. Ich warne vor einem vorschnellen Ruf nach zusätzlicher Regulierung.“ 27. März 2008 -Michael Glos (CSU), Ex-Bundeswirtschaftsminister

„Ich glaube nicht, dass zusätzliche Regulierung die Antwort ist, oder dass eine effektivere Regulierung Finanzmarktturbulenzen, wie sie alle fünf bis zehn Jahre vorkommen, verhindern kann.“ 31. März 2008 – Henry Paulson, Ex-US-Finanzminister

Quelle: [1] Hintergrund – das Nachrichtenmagazin (Ausgabe 2. Quartal 2009)

Neue Regulierung

LÜGE …

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,617228,00.html

„Klares Bekenntnis zur Regulierung der Finanzmärkte“

Die Ergebnisse des Londoner G-20-Gipfels haben weltweit ein positives Echo hervorgerufen. Doch reichen die Beschlüsse wirklich aus, um die Wirtschaftskrise in den Griff zu bekommen? Die Liste der Ziele, die sich die Regierungschefs der G-20-Staaten in London gesteckt hatten, war lang: eine internationale Aufsichtsbehörde für die Akteure auf den Finanzmärkten, ein TÜV für Derivate und andere undurchsichtige Finanzprodukte, Kampf gegen die Steuerparadiese – außerdem eine konzertierte Aktion gegen die weltweite Rezession.

WAHRHEIT …

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,617142,00.html

Die Europäische Union will die umstrittene Änderung der Bilanzierungsregeln für faule Wertpapiere in den USA rasch nachvollziehen. Die EU werde den zuständigen Standardsetzer IASB auffordern, das Problem anzugehen, da der Wettbewerb zwischen europäischen und amerikanischen Banken sonst verzerrt werde, sagte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Prag.

Die in den USA für Rechnungslegungsvorschriften zuständige Behörde FASB hatte am Donnerstag dem Druck von Banken und Politikern nachgegeben und die bisherigen Regeln zur Bewertung von Wertpapieren gelockert. US-Geldhäuser können künftig mehr Wertpapiere nach eigenen Modellen bepreisen und müssen nicht die teils massiv gesunkenen Marktpreise in ihren Bilanzen als Basis verwenden. Das senkt den Abschreibungsbedarf zum Teil drastisch und sorgt für geringere Verluste – voraussichtlich bereits im ersten Quartal.

ZEITGEIST: ADDENDUM

Earth Hour Samstag 28. März 2009

Für eine Stunde sollen Städte, Organisationen und Firmen ihre elektrische Beleuchtung jeweils für ihre lokale Zeit von 20.30 bis 21.30 Uhr löschen. Als symbolische Geste dafür, dass die Menschen von der Politik Taten sehen wollen in Sachen Klimaschutz.

Finanzkrise und der totale Kollaps

Marc Faber und Max Otte sprechen in Plusminus über die wahren Hintergründe der Finanz- und Wirtschaftskrise. Und sie sagen den totalen und endgültigen Kollaps unseres Finanz- und Geldsystems voraus. Denn durch die erneute Geldschöpfung entsteht eine viel größere Blase als je zuvor, deshalb wird auch noch eine viel größere Krise folgen.


Informationen zur Hypo Real Estate

Wie konnte es zu der gigantischen Krise der Hypo Real Estate kommen, die derzeit mit 92 Mrd. (inzwischen 103 Mrd und es wird noch mehr) € Steuergeld gestützt wird?

Report München deckt auf, dass die deutsche Finanzaufsicht und Finanzminister Steinbrück schon länger von den bevorstehende Schwierigkeiten wussten und wichtige Informationen verheimlicht und verschleiert worden sind.

Genau am Tag des Ablaufs der 5-jährigen Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche wird dann die Krise bekannt gegeben.

Soziale Unruhen werden Regierungen stürzen

Der Hintergrund berichtet:

Die britische Wochenzeitung „The Economist“ hat eine Studie veröffentlicht, die die Gefahren sozialer Unruhen in der Folge der Wirtschaftskrise untersucht. Nach Ergebnissen der „Economist Intelligence Unit“ haben danach von 165 Ländern 95 ein hohes oder sehr hohes Risiko sozialer Unruhen. 53 haben ein mittleres Risiko und nur 17 Länder werden mit geringem Risiko eingestuft. (1)

Alasdair Ross, der Herausgeber des Berichts, glaubt, „dass die Bedrohung ernst ist und dass die Gefahr der Selbstzufriedenheit weit schwerer wiegt als die Gefahr der Übertreibung der Gefahren.“ So geht die Studie von katastrophalen sozialen Folgen der Krise aus, dem wirtschaftlichen Abschwung folgt die Arbeitslosigkeit und die Armut. Die Krise sei die schwerste seit den 30er Jahren, aber darüber hinaus sei sie global und verlaufe synchron.

Unter den Ländern mit einem hohen Risiko listet der Bericht auch europäische Staaten auf, wie z.B. die Ukraine, Moldavien und Bosnien/Herzegovina. Spanien, Frankreich, Irland, Großbritannien, Italien aber auch den USA wird ein mittleres Risiko attestiert.

Im Bereich des geringen Risikos (auf dem 150. Platz) findet man Deutschland neben Staaten wie China und Iran. Das – so die Studie – könne sich in dem Moment ändern, wo die Arbeitslosenzahlen eine zweistellige Höhe erreichen. (2)

(1) http://www.hintergrund.de/images//eiumar09.pdf

(2) http://viewswire.eiu.com/site_info.asp?info_name=manning_the_barricades&page=noads&rf=0

Quelle: http://www.hintergrund.de/20080209173/kurzmeldungen/kurzmeldungen/kurzmeldungen.html

Endlösung

Eine neue Ära des verantwortungsvollen Kapitalismus

“Wir haben bereits den konzeptionellen Ansatz, um intelligente Regeln aufzustellen, an die sich alle Marktakteure halten müssen, und die Transparenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen schaffen.” (Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg)

Im Ernst? – Na, dann wäre es doch vielleicht mal eine gute Idee, diesen “konzeptionellen Ansatz” der vor Neugierde platzenden Weltöffentlichkeit vorzustellen, oder? [Bei Weissgarnix.de weiterlesen →]

Sehr schön!

Ich zitiere häufig und auch recht ausgiebig, wenn es um spezielle Themen geht. Heute mache ich die Ausnahme und „klaue“ einfach einen ganzen Text. Warum? Weil am Samstag die DEMO „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ ist und ich gerade das so ziemlich hervorragendste GIMP-Plakat erspähte – Druckvorlage ausdrucken und alles bekleben was geht!

AGIT-PROP-Fingerübung

„Ein Freund fährt am Freitag zur Demo „Wir zahlen nicht für eure Krise!“ nach Frankfurt und bat mich, für ein zünftiges Protest-Plakat unser aller Angela im Shepard Fairey Obama Style zu portraitieren.

Das Ergebnis wollte ich den Tien Anton Lesern nicht vorenthalten, es kommt zwar nicht ganz an Alfred E. Neumann heran, aber es soll ja auch abschreckend wirken… ;-)

Falls noch jemand demonstrieren gehen möchte: die hochaufgelöste Variante für den Copyshop eures Vertrauens findet sich hier.“

Die Loyalität des IM Schäuble

„Es ist nicht leicht, einem normalen Menschen zu vermitteln, dass man mit Milliardenbeträgen die Funktionsfähigkeit einer Bank erhalten muss, deren Manager gleichzeitig vor Gericht um eine Millionenabfindung streitet.“ IM Schäuble

„Ganz so frei ist die Politik nicht, weil man eine Verantwortung für die Menschen hat. Es geht ja nicht nur um die Beschäftigten von Opel, es geht auch um Zulieferer, um ganze Regionen. Das heißt aber nicht, dass der Staat sich jetzt an Opel beteiligen müsste.“  IM Schäuble

„Schröder hat den Arbeitnehmern vorgegaukelt, der Staat könne ihre Probleme lösen.“  IM Schäuble

„Ich halte es mit Martin Luther, der gesagt hat, man soll dem Volk aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden. Das ist politische Führung. Nur dem jeweiligen Meinungstrend nachzulaufen, ist es nicht.“  IM Schäuble

„Ich lege aber großen Wert auf Loyalität. Sie werden sich vielleicht erinnern – es gab in den Zeiten, als ich Chef des Kanzleramts unter Helmut Kohl war, auch schon Debatten in der Partei. Da habe ich auch immer zu Freunden gesagt: Wenn ich eine Funktion in einer Regierung habe, bin ich loyal zum Regierungschef.“  IM Schäuble

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,614993,00.html

Wenn der Bock zum Gärtner wird

Wer das interessante Internettagebuch von FEFE noch nicht kennt, lese sich bitte folgende Meldung von ihm durch:

  • [l] Es gibt gerade eine „Gefahr im Verzug“ Hausdurchsuchung beim Domain-Owner von Wikileaks.de. Details kommen noch als Pressemitteilung, aber getwittert haben sie es schon. Wegen der Internet-Zensurlisten. WEGEN DER INTERNET-ZENSURLISTEN!!! Durchsuchen die den DOMAIN-BESITZER!! Die Faschisten in unserer Junta sind eben genau so dämlich wie die Faschisten, die sie zu bekämpfen vorgeben. Krasse Scheisse. Zu blöd zum KACKEN aber das Internet zensieren wollen. Und dabei sind das nicht mal unsere Zensurlisten, die unsere Junta als Verschlußsache deklarieren könnte, sondern die aus dem Ausland! Unfaßbar. Das mit dem Auswandern wird langsam dringend.Das sind die gleichen Spezialexperten, die bei Konflikten mit Wikipedia dann den deutschen Verein abmahnen oder anderweitig verfolgen. Diese Leute sind einfach zu inkompetent für diese Welt. Und von sowas werden wir regiert! Vor allem: was ist denn bitte Gefahr im Verzug an Wikileaks (mal abgesehen davon, dass am nächsten Tag die Abstimmung zur Internet-Zensur ist)? Ist ja nicht so als ob die da regelmäßig Daten verschwinden lassen, wenn sie sich unter Beschuß wähnen. Eher im Gegenteil. Aber so eine Offenheit verstehen unsere Politiker halt nicht, die ja auch im Zweifelsfall alles erst mal nur für den Dienstgebrauch oder Verschlußsache labeln und beim Regierungswechsel alle ihre Unterlagen shreddern.Warum können die eigentlich eine Hausdurchsuchung beim Besitzer von wikileaks.de machen, aber nicht bei den Betreibern der Kinderpornoserver?!Nachdem sich ja auch die Terroristen als CIA-Agenten herausgestellt haben, muss man ja auch bei den Kinderpornoservern langsam über die Möglichkeit nachdenken, dass unsere Junta die selber betreibt, um sich ein Argument für Internetzensur zu schaffen. Das ist auch die einzige sinnvolle mir noch verbleibende Begründung dafür, dass die Kinderpornoserver auf den Listen noch am Netz sind.Aus gegebenem Anlass sei auch auf Absatz 4 verwiesen. So langsam bereue ich ja, gegen Wahlcomputer gekämpft zu haben. Die hätten wir im Superwahljahr echt brauchen können.

Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=b737a0f5

… ich beobachte das politische Treiben hier nun schon eine Weile, aber ich habe immer mehr den Eindruck, wir bewegen uns auf einen gesellschaftlichen Zustand hin, den ich Popfaschismus nenne. Killing me softly!

Denic sagt: „Für Personen oder Unternehmen, die sich durch eine Domain in ihren Rechten verletzt fühlen, halten die DENIC-FAQs wertvolle Informationen bereit.“

UPDATE: es passt wieder mal alles zusammen. Kaum habe ich mich beruhigt, kam das bei SPON:

Großbritannien plant Überwachung von Social Networks

Wer redet mit wem? Die Antwort auf diese Frage liefert die Vorratsdatenspeicherung, in Deutschland mit einer Voll-Protokollierung aller E-Mail-, Telefon- und Handy-Kommunikation. Den notorisch schnüffelfreudigen Briten reicht das nicht: Sie wollen auch Chats und Social Networks beobachten.

… und wie zur Bestätigung der These von FEFE:

Nach langem Streit hat das Bundeskabinett Eckpunkte für ein Gesetz zur Blockierung von Kinderporno-Seiten abgenickt. Doch heikle Fragen bleiben ungeklärt – und ob sich die Regierung noch zu einem Gesetz durchringen kann, steht in den Sternen. Quelle

… ich bin der Meinung, dass Computer schädlich für DAUs sind! Man sollte sie verbieten … äh, die Computer natürlich!

UPDATE 2: es ist wieder mal einer der Tage an dem ich heulen könnte. Da lese ich gerade etwas über meine mir entgangene Vergangenheit als Verlegenheitsrevoluzzer und bin kaum fertig, versaut mir FEFE den Tag weiter:

Die Mehrzahl der großen Provider, nämlich 75 Prozent, habe sich entschlossen, den von ihr seit Monaten mit Nachdruck geforderten Vertrag über eine freiwillige Zugangserschwernis zu kinderpornographischen Angeboten im Web abzuschließen, erklärte die CDU-Politikerin vor der Presse. So seien die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, O2 und Kabel Deutschland nun bereit, die Selbstverpflichtung abzugeben. Die aus den Verhandlungen ausgestiegenen Zugangsanbieter Freenet, Versatel und United Internet (1&1) würden im zweiten Schritt mit dem angestrebten Gesetz gezwungen, „Seiten, die Vergewaltigungen zeigen, zu sperren. … meldet Heise.

JA! AUCH ICH BIN GEGEN SEITEN, WELCHE VERGEWALTIGUNGEN ZEIGEN! ICH SEHE MIR DAS NICHT AN, WOZU AUCH? ABER DAZU BRAUCHE ICH NICHT IM SCHÄUBLE, FRAU VON DER LEINE ODER SONSTWELCHE MERKBEFREITEN, WELCHE MIR DAS VERBIETEN UND DAZU GLEICH NOCH EIN PAAR ANDERE DINGE WIE ÜBERWACHUNG UND MASSIVE EINGRIFFE IN MEINE GRUNDRECHTE NEBENBEI MIT REGELN. UND SCHON GAR NICHT VON LEUTEN, WELCHE KEINE AHNUNG VOM INTERNET HABEN. LASST MICH IN RUHE!

Auch wenn ich dann die aktuellen Nachrichten dazu verfolge und die undifferenzierte Gleichstellung von Gewaltdarstellung, Vergewaltigung, Kinderpornografie, „Killergames“ wie „World Of Warcraft“ und Amoklauf sehe, kann ich mich wiederum des wiederholten Eindrucks nicht erwehren, es geht gar nicht um Kinderpornografie, sondern um etwas anderes, wie aus der Pressemeldung vom Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V. (FITUG) zu diesem Thema hervorgeht:

Aus anderen Ländern mit Internet-Sperren gegen Kinderpornographie ist bekannt, dass fast alle gesperrten Seiten aus USA, Kanada, Australien und Europa einschließlich Deutschland kommen. Die Bundesregierung muss sich fragen, wieso auf einschlägigen Sperrlisten dutzende Webseiten aufgelistet sind, deren Server in Deutschland stehen.

Und nun die Frage der Fragen:

Warum werden diese Webseiten nicht vom Netz genommen, wenn sie illegales Material verbreiten? Oder verbreiten sie gar kein illegales Material – und werden somit zu Unrecht gesperrt?

Letztendlich geht es nicht um Kinderpornographie. Es geht um die Etablierung eines umfangreichen Filter-Systems für beliebige Inhalte. Weitergehende Sperren wurden schon ins Gespräch gebracht, beispielsweise für (vermeintliche und tatsächliche) Urheberrechtsverletzungen, ausländische Anbieter von Online-Glücksspiel, islamistische Propaganda, jugendgefährdende Inhalte sowie Verletzungen von Marken- und Persönlichkeitsrechten. Die Vergangenheit zeigt, dass das Missbrauchspotential nicht nur groß ist sondern auch genutzt wird. Kinderpornographie wird als Vorwand benutzt, um Filtersysteme politisch durchzusetzen.

In Deutschland hat aus gutem Grund die Rezipientenfreiheit Verfassungsrang (Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz). Dies bedeutet, dass sich jeder aus allen öffentlichen Quellen ungehindert unterrichten darf. Wir dürfen Grundrechte nicht aufgeben für ein bisschen Wahlkampfgetöse und unwirksame Sperren gegen Webseiten, die den Straftatbestand der Kinderpornografie in den meisten Fällen nicht erfüllen – wie die Erfahrung mit den Sperrlisten betroffener Länder zeigt.

… auch sehr interessant:

Andreas Maurer, Pressesprecher von 1&1: „Es handelt sich hier immerhin um einen schwerwiegenden Eingriff in das Telekommunikationsgeheimnis – das ist immerhin verfassungsrechtlich geschützt. Deshalb ist für unsere Juristen ganz klar: Nach der derzeitigen Rechtslage dürfen wir keine Internetseiten sperren oder umleiten. Wir würden uns dann einem Haftungsrisiko sowohl gegenüber unseren Kunden als auch Dritten aussetzen.“

Ich tendiere hiermit zu einer radikalen Veränderung der Verhältnisse. Verhaften wir das Internet!

UPDATE 3: Ich wusste, dass es wieder einer dieser Tage ist:

  • [l] Und es geht immer NOCH schlimmer: Zypries legt nach:

    Das Problem lasse sich am besten durch ein neues Gesetz lösen. „Strafbarkeitslücken gibt es keine“, stellte Zypries klar. Es gehe um die Frage: „Wie können wir verhindern, dass deutsche Internetbenutzer auf ausländische Seiten gehen.“

    Ja, meine Damen und Herren. So weit sind wir in diesem Lande.Was mich ja an der von der Laien am meisten schockiert: die hat ja offensichtlich von Tuten und Blasen keine Ahnung. Ich traue der nicht mal zu, einen Computer selbständig anzuschalten. Das Internet kennt die vermutlich höchstens vom Hörensagen. Und die sucht sich zum Profilieren ausgerechnet Internetzensur aus?! Wenn ich mich profilieren will, nehme ich mir doch ein Thema, bei dem ich mich bestens auskenne, nicht wahr? Die von der Laien muß also von allen anderen Dingen noch weniger Ahnung haben! Was für eine schockierende Vorstellung. Überlegt euch das mal in Ruhe!

    Naja, und die Zypries… war ja klar. Auf deren Geheuchel fällt ja auch niemand mehr rein. Deren Verhalten kann man nur noch mit Bösartigkeit erklären. Quelle: http://blog.fefe.de/?ts=b7348d14

UPDATE 4:

…  ist festzustellen, dass Kinderpornographie im Internet dramatisch zunimmt und die Bilder immer brutaler werden. Die polizeiliche Kriminalstatistik weist seit Jahren einen Anstieg bei der Verbreitung von Kinderpornographie aus. Im Jahr 2007 hat sich die Zahl im Hinblick auf die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet mehr als verdoppelt (111%).

Mit dieser drohenden Mahnung beginnt das „Bundeseckpapier„. Ein Blick in diese Polizeiliche Kriminalstatistik 2007 Seite 33 offenbart dank der Recherche von Netzpolitik.org:

… im Jahr 2006 wurden 124 kinderpornografische Schriften nach § 184b Abs. 3 StGB und 2.773 nach Abs. 1 erfasst, sind zusammen 2897. 2007 waren es 347 respektive 2.525, zusammen 2872. Das ist … keine Verdopplung, sondern eine Konstante.

Die Aufklärungsquote ist übrigens von 62.1% auf 82,7% für Abs. 3 und 73,0% auf 75,3% für Abs. 1 gestiegen.

Im Bereich “Straftaten mit Tatmittel Internet” (S. 243 ff.) gibt es gar keinen Eintrag zu Kinderpornographie, sondern lediglich die “Verbreitung pornographischer Schriften (Erzeugnisse)”. Diese ist von 5.909 auf 9.952 Fälle angestiegen, jedoch stieg ebenso die Aufklärung von 79,2% auf 86,3%.

Danke liebes Familienministerium! Da weiß ich doch, was ich von den angekündigten Maßnahmen zu halten habe:

Wesentliche Inhalte des geplanten Gesetzes sind:

• Ziel ist es, auf rechtsstaatlicher Grundlage alle deutschen Zugangsanbieter zur Erschwerung des Zugangs zu Inhalten im Internet zu verpflichten, die kinderpornographisches Material im Sinne des § 184 b StGB darstellen oder darauf verweisen.
Im Rahmen der angestrebten gesetzlichen Regelung sind auch Fragen bezüglich des Schutzes der Grundrechte, insbesondere des Fernmeldegeheimnisses, der Berufsfreiheit und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung zu klären.
• Die Liste der zu sperrenden Adressen wird durch eine staatliche Stelle bereitgestellt und verantwortet. Dabei wird sichergestellt, dass keine legalen Angebote auf die Liste gelangen und ein effektiver Rechtsschutz möglich ist.
• In Übereinstimmung mit den europäischen Vorgaben werden die Zugangsanbieter nicht verpflichtet, selbst nach illegalen kinderpornographischen Inhalten zu forschen.
• Soweit die Zugangsanbieter sich bei der Durchführung der Maßnahmen an die rechtlichen Vorgaben halten, wird sichergestellt, dass Haftungsansprüche wirtschaftlich nicht von ihnen zu tragen sind.
• Aus präventiven Gründen wird den Nutzern gegenüber klargestellt, warum der Zugang zur Internetseite verwehrt wird. Gleichzeitig wird ein Informations- und Beschwerdeweg bei der staatlichen Stelle eröffnet, die für die Listenerstellung verantwortlich ist. Dies wird durch geeignete Maßnahmen wie etwa eine Verpflichtung der Zugangsanbieter, auf eine ggf. von ihnen betriebene Stopp-Seite umzuleiten, umgesetzt werden.
• Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens werden die Eignung und Effizienz der unterschiedlichen technischen Sperrmaßnahmen zu erörtern sein.

Liebe Frau von der Laien, nochmal für Sie ganz persönlich. Kinderpornografie ist sowieso verboten. Jede in Europa in Europe gehostete Domain ist mit simpelsten Mitteln auf ihren Eigner zurückzuführen und innerhalb von 24h abschaltbar. Zum Beispiel die Webseite der Bundesregierung http://bundesregierung.de. Dann schickt man das Überfallkommando dorthin, führt die ganze Bande ab und fertig ist der Lack. Wie das mit den Richtern funktioniert, sagt Ihnen Ihr Kollege IM Schäuble. Warum also ein dermaßen umständlicher Weg, wenn es nicht um andere Dinge geht?

UPDATE 5: Und nun kommen wir wieder zum Anfang des Artikels – Wikileaks.de

Hausdurchsuchung bei WikiLeaks.de Domaininhaber

Auszug: Um kurz nach 21 Uhr wurden am heutigen Dienstag den 24. Maerz 2009 die Wohnorte von Theodor Reppe, dem Domaininhabers von Wikileaks.de durch die saechsische Polizei, vertreten durch sieben Polizeibeamte in Dresden und vier Beamte in Zivil in Jena, durchsucht. Grund fuer die Durchsuchung sind laut Protokoll die „Verbreitung pornographischer Schriften“ und das „Auffinden von Beweismitteln“ in diesem Zusammenhang. Die Durchsuchung erfolgte aufgrund seines Status als Domaininhaber der Wikileaks.de Domain.

Die Polizei wollte dem Durchsuchten gegenueber keine weitere Angaben machen und es wurde kein Kontakt zu Wikileaks aufgenommen. Es ist folglich nicht vollkommen klar wieso durchsucht wurde, allerdings hat Wikileaks, in seiner Rolle als Verteidiger von Pressefreiheiten, Zensurlisten aus Australien, Thailand, Daenemark und anderen Laendern publiziert. Diese Listen enthalten unter anderem Links zu pornografischen Seiten.

Einige Details der Durchsuchung werfen Fragen auf:

  • Wikileaks wurde nicht kontaktiert, obwohl zwei Journalisten anerkannte Mitglieder des Deutschen Presse Verbandes (DPV) sind.
  • Die Zeit von mindestens 11 Polizeibeamten wurde verschwendet um eine sinnlose Hausdurchsuchung bei einem freiwilligen Helfer einer Medienorganisation vorzunehmen.
  • Die Polizei fragte nach Passwoertern zur Wikileaks.de Domain, und forderte die Abschaltung der Domain.
  • Herr Reppe wurde nicht zu seinen Rechten belehrt, wie dem Protokoll zu entnehmen ist.
  • Entgegen der Feststellung im Protokoll, hat Herr Reppe nicht auf einen Zeugen verzichtet und es wurde auch kein Polizeibeamter als Zeuge nominiert.

Der nicht unwichtige Rest bei der Quelle:  http://wikileaks.org/wiki/Hausdurchsuchung_bei_WikiLeaks.de_Domaininhaber

Tja, Frau von der Laien, ich bin mir nicht so sicher, ob sie mit ihren Schmuddelwahlkampfparolen bei einer Organisation an der richtigen Stelle sind, welche sich auf die Veröffentlichung unterdrückter Dokumente spezialisiert hat, und die – ach was für ein Zufall – entdeckte, dass die diversen Kinderpornografie-Sperrlisten verdächtig oft Domains ohne diese Inhalte beinhalteten und diese deshalb veröffentlichte. Eigentlich müssten sie diese Leute bezahlen, weil die Ihnen Ihre schlampige Arbeit vor die müden Äuglein führen. Aber was passiert? Sie werden mit dem absurden Vorwand der Kinderpornografie konfrontiert.

Da könnte ich Ihnen auch unterstellen, sie hätten Dreck am Stecken. Warum? Weil Sie sich pausenlos mit Kinderpornografie beschäftigen. Gerade Sie als Mutter mehrerer Kinder könnten da besonders verdächtig sein. Sie hätten das Tatwerkzeug quasi in den eigenen vier Wänden.

Bitte bleiben Sie Zuhause und machen nicht unbescholteten Bürgern das Leben schwer, welches auch ohne Leute wie Ihnen schon irreal genug ist.

Zu guter Letzt ein paar Anmerkungen von Gulli:

Über den Sinn und Unsinn dieser Maßnahme scheint niemand mehr nachzudenken, und das, obwohl entsprechede Fachgutachten und Experten der Auffassung sind, dass diese Maßnahmen alles Mögliche bewirken, außer die Kinderpornographie, geschweige denn den Mißbrauch von Kindern, aus der Welt zu schaffen. Anstelle dessen wird eine Zensur-Infrastruktur aufgebaut, die nichts Gutes zu verheißt. Schon bei indirekten Verweisen auf eine dieser Filterlisten droht eine Hausdurchsuchung. Aber von Zensur soll nicht die Rede sein. Ganz anders dagegen schätzt man den Sachverhalt bei der europäischen Polizeibehörde Europol ein. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Max-Peter Ratzel: „Wenn ein großes Land wie Deutschland Internet-Sperren gegen Kinderpornografie einführt, ist das eine Initialzündung für ganz Europa.“ Bisher hätten nämlich erst fünf der 27 EU-Staaten nationale Sperrlisten eingerichtet, die bei Europol als Zentralstelle vernetzt sind. Zensurvorwürfe weist er zurück: Es gehe lediglich um einen Warnhinweis bei Betreten entsprechender Webseiten. „Das hat mit Zensur des Internets nun wirklich nichts zu tun.“ Wenn es also nur um einen Warnhinweis geht, könnte man sich das alles nicht auch einfach sparen? Würde man es als Nutzer nicht schon früh genug bemerken, sollte man „per Zufall“ entsprechende Seiten betreten? — Quelle: http://www.gulli.com/news/internetzensur-eckpunkte-2009-03-26/

… und ein Link zu einem sehr interessanten Artikel von RA Udo Vetter „Die Legende von der Kinderpornoindustrie

UPDATE 30. März: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/26/warnung-vor-links-auf-wikileaks/

Be Mainstream

Die Persönlichkeit unter dem Volk ist dem Herrscher nichts Erwünschenswertes. Sehr leicht könnte doch ein Untertan den Gedanken fassen, das Handwerk des Herrschers ebensogut, wenn nicht gar besser zu beherrschen als der geborene Fürst. Es wäre daher schädlich, die Untertanen als Einzelmenschen zu sehen und zu behandeln, da dieses sie nicht auf nützliche Gedanken bringen könnte. Niccolò Machiavelli

Diebstahl von Lebensmitteln aus Abfallcontainern

Hoyerswerda, Kaufland, hinterer Wareneingang 01.03.2009, 22:30 Uhr

Die Polizei erhielt telefonisch den Hinweis, dass sich mehrere Personen mit Taschenlampen am hinteren Wareneingang vom Kaufland zu schaffen machten. Vor Ort stellten die Beamten eine 46-jährige Frau und einen 24-jährigen Mann fest, die aus Containern und Abfalltonnen des Kauflands Lebensmittel entnommen und in ihrem Pkw verstaut hatten. Dabei handelte es sich um Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum bereits abgelaufen war. Was folgt, ist eine Anzeige wegen Diebstahls.

Quellen: Polizeibericht; Duckhome

Verwaltungsgericht: Vorratsdatenspeicherung ist „ungültig“

„Das Gericht sieht in der Datenspeicherung auf Vorrat einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Datenschutz. Sie ist in einer demokratischen Gesellschaft nicht notwendig. Der Einzelne gibt keine Veranlassung für den Eingriff, kann aber bei seinem legalen Verhalten wegen der Risiken des Missbrauchs und des Gefühls der Überwachung eingeschüchtert werden (vgl. Schlussanträge Promusicae/Telefonica, a. a. O., Rn. 82). Die Generalanwältin hat ausgeführt: „Man kann daran zweifeln, ob die Speicherung von Verkehrsdaten aller Nutzer – gewissermaßen auf Vorrat – mit Grundrechten vereinbar ist, insbesondere da dies ohne konkreten Verdacht geschieht.“ Auf die von ihr in den Fußnoten 42 und 43 (Schlussanträge Promusicae/Telefonica, a. a. O.) bezeichneten Quellen wird voll inhaltlich Bezug genommen.

15. Der nach Art. 8 ERMK zu wahrende Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ist durch die Richtlinie 2006/24/EG nicht gewahrt, weshalb sie ungültig ist (zum engen Verhältnismäßigkeitsgrundsatz siehe zuletzt Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 04.12.2008, Az. 30562/04 und 30566/04, Rdnr. 103 ff.).“

[Buchtipp zum Thema: Graubuch Innere Sicherheit]

Als erstes deutsches Gericht hat das Verwaltungsgericht Wiesbaden die flächendeckende Aufzeichnung der Telefon-, Handy-, E-Mail- und Internetnutzung der gesamten Bevölkerung (sog. Vorratsdatenspeicherung) als unverhältnismäßig bezeichnet.

In der heute vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung veröffentlichten Entscheidung (Beschluss vom 27.02.2009, Aktenzeichen 6 K 1045/08.WI) heißt es wörtlich: „Das Gericht sieht in der Datenspeicherung auf Vorrat einen Verstoß gegen das Grundrecht auf Datenschutz. Sie ist in einer demokratischen Gesellschaft nicht notwendig. Der Einzelne gibt keine Veranlassung für den Eingriff, kann aber bei seinem legalen Verhalten wegen der Risiken des Missbrauchs und des Gefühls der Überwachung eingeschüchtert werden [...] Der nach Art. 8 ERMK (Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte) zu wahrende Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ist durch die Richtlinie [zur Vorratsdatenspeicherung] nicht gewahrt, weshalb sie ungültig ist“.[1]

Das Gericht hat den Fall ausgesetzt und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Vorabentscheidungsersuchen eingereicht, in dem es unter anderem nach der Gültigkeit der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung fragt.

Damit ist die Vorratsdatenspeicherung alias Data-Retention allerdings nicht automatisch wieder vor dem EuGH gelandet. „Der EuGH kann sich jetzt entscheiden, ob und welche Aspekte des Verfahrens er zur Entscheidung annimmt“, so Patricia Evers, Sprecherin des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, am Montag gegenüber ORF.at, „es liegt keine Entscheidung vor, die Rechtskraft entfalten würde.“

Die Vorratsdatenspeicherung komme auch nur als Nebenbegründung vor, denn sie führe dazu, dass auch die Grundrechte der Bürger verletzt würden, die über das Internet auf die Subventionsdatenbank zugreifen. „Das ist keine tragende Entscheidung“, so Evers.

Der Vorlagebeschluss ist allerdings unanfechtbar. Damit liegt der Ball beim EuGH, der sich nun entscheiden kann, ober er sich nochmals mit der Data-Retention-Richtlinie befassen will. Wenn er dies tut, dann muss er sich mit der Frage beschäftigen, ob die Richtlinie gegen die Grundrechte verstößt. Diese Frage hat bei der kürzlich negativ beschiedenen Klage Irlands gegen die Data-Retention vor dem EuGH keine Rolle gespielt. Da es sich in diesem Fall nicht um ein Eilverfahren handle, könne es etwa ein Jahr dauern, bis eine Entscheidung des Höchstgerichts vorliege, ob und wie es sich mit dem Fall befassen möchte.[2]

Die Gerichtsentscheidung im Volltext: Mehr lesen »

Haftbefehl gegen das Internet

Anlässlich der durch den 11. September 2001 zunehmenden Gefährdung durch die digitale Informationsübertragung, hinsichtlich vieler folgender Nachahmungstaten und in der Verantwortung des Schutzes der Bevölkerung vor der selbstzerstörerischen Zukunft der Menschheit erwirkten wir nach Jahren des heldenmütigen Kampfes unter der Führung weiser Visionäre endlich einen Haftbefehl gegen den Schuldigen für alle schlimmen Dinge dies- und jenseits unserer Vorstellung:

Buntes Ministerium des Innern // 01. 04. 2009

Bunter Innenminister

At-Moabit 101 D

10559 Berlin

Telefon: +49-(0)30 18 681-0

E-Mail: poststelle@bmi.bund.de

H A F T B E F E H L

gegen das Beschuldigte

Internet
geboren 2. September 1969
geschieden
manchmal deutsche Staatsangehörige

Das Beschuldigte, bzw. sein, sich in Deutschland befindlicher Teil, wurde am Abend des 11.9.2001 gegen 23:00 Uhr von 26,7 Millionen Internetusern, vowiegend deutscher, türkischer, arabischer und anderer untergeordeter Extremität betreten.

Das, nach vorliegenden Beweisen und sorgfältigen Ermittlungen durch gezielte Desinformation unmittelbar an der momentanen Gefährdungslage beteiligte Internet, lieferte an diesem Abend vorsätzlich 26,7 Millionen Gefährdete in Deutschland der unbegrenzten Willkür des Internationalen Terrors aus. Die sofort herbeigerufene Bunte Justizministerin konnte durch ein umgehendes Browserverbot den Mega-Super-GAU verhindern, sah sich aber angesichts der abstrakten Fakten zum Einsatz von unabhängigen Beobachtern gezwungen. Das Internet war aktiv und in Kenntnis seiner Möglichkeiten an der Verursachung dieser besorgniserregenden Szenarien beteiligt. Ebenso liegt bis zum heutigen Tage keinerlei Distanzierung seitens der ebenfalls beteiligten, durch das Internet benutzten technischen Verantwortlichen vor, so das hinsichtlich dessen die Anwendung des Paragrafen 129a als zwingend erachtet wird, zumal es sich bis heute verantwortungslos der Beihilfe zu vielen weiteren verwerflichen Taten schuldig machte.

Das Internet wird daher beschuldigt,

andere Menschen terroristisch indoktriniert zu haben, sowie an der Tötung von Menschen beteiligt zu sein ohne Mörderin zu sein,

strafbar als

Verbrechen gemäß § 212 StGB.

Das Beschuldigte ist dieser Taten aufgrund der bisherigen polizeilichen Ermittlungen dringend verdächtig.

Es besteht der Haftgrund der Fluchtgefahr (§ 112 Abs. 2 Nr. 2 StPO). Bei diversen Onlinedurchsuchungen wurden E-Mails in nicht unerheblichen Mengen, sowie Unterlagen für ein Studium der Unschärfe eines gewissen W. Heisenberg gefunden. Auch die aufgrund der gegen das Internet erhobenen erheblichen Tatvorwürfe sehr hohe Straferwartung bietet nicht Gewähr dafür, dass es sich dem weiteren Verfahren freiwillig stellen wird.

Zudem besteht hier ein Haftgrund gemäß § 112 Abs. 3 StPO.

Auch bei Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit (§ 112 Abs. 1 StPO) ist die Anordnung der Beugehaft geboten.

IM Dr. Wolfgang Schäuble
Bunter Innenminister

Erbarmen – zu spät – Redakteure kommen!

Ach nee, wo ich gerade bei der Recherche bei SPON bin, wegen des Beitrags „Ohne Worte„, fällt mir doch folgende Schlagzeile in mein geneigtes Auge:

Russische Luftwaffe droht mit Bomber-Verlegung nach Lateinamerika

Die russische Luftwaffe erwägt eine zeitweilige Stationierung ihrer Langstreckenbomber auf Kuba oder in Venezuelaaber nur rein hypothetisch. Eine Stationierung russischer Atombomben auf Kuba hatte in den sechziger Jahren die Welt an den Rand eines Krieges geführt.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,613381,00.html

… da bekommt doch der Ausdruck „Schreibtischtäter“ gleich eine viel umfassendere Bedeutung.

UPDATE

Da wir gerade bei Schreibtischtätern sind, hier noch ein weiteres Indiz der Manipulation nachgeschoben – heute ist SPON-Bashing angesagt *g*

Pünktlich zum Wahlkampf wird nun auch hierzulande der Joker bemüht (Batman rette uns!)

NEUE TONAUFZEICHNUNG – Bin Laden wirft moderaten Arabern Verschwörung vor

Mit einer neuen Botschaft hat sich Qaida-Führer Osama Bin Laden an seine Sympathisanten gewandt. Er bezichtigte in einer Tonaufzeichnung gemäßigte arabische Staaten einer Komplizenschaft mit Israel und den USA.

… soweit so gefährlich, aber jetzt kommt es:

Zitat: „Die USA beschuldigen Bin Laden, Urheber der Anschläge vom 11. September 2001 zu sein.“

Beweisfoto:


… ich natürlich nichts wie auf die Webseite vom FBI, wo die „Most Wanted Terrorists“ gelistet sind und mal eben nach Osama geschaut. Da ich in Zeiten der Permanentbedrohung aus dem Internet elektronische Bodyguards nutze, sah ich scheinbar aufgrund dessen zuerst folgende lustige Meldung, bei der ich verblüfft und im ersten Moment dachte, es gäbe keine Terrorliste mehr und der Messias Obama hätte den Streß mit Teufel Osama irgendwie erledig. Dann bekam ich es doch ein wenig mit der Angst zu tun – was, wenn ich jetzt dooferweise die komplette Terrorliste vom FBI gelöscht habe?

Scheiss Firefox. Tut mir leid! Oh, dachte ich, das gibt Ärger mit der internationalen Schutztruppe und ich sah schon vor meinem geistigen Auge, wie die Nachbarn staunen werden, wenn ich von einer Horde „netter Herren“ im Roboterkostüm abgeführt werde.

WOW, dachte ich mir so bei mir – es ist wirklich immer nur eine Frage des Filters, wie man die Welt sieht!

… als ich mich dann wieder beruhigt hatte, schaltete ich gaaanz vorsichtig einen Filter nach dem anderen aus, bemerkte zwischendurch, dass ich das fbi.gov irgendwie verbaselt habe und die falsche Adresse benutzte (wer im Übrigen Lust hat, sich mal die Seite http://www.wanted.com anzuschauen – viel Spaß), schrieb die Adresse neu und musste folgendes lesen:

CAUTION

„Usama Bin Laden is wanted in connection with the August 7, 1998, bombings of the United States Embassies in Dar es Salaam, Tanzania, and Nairobi, Kenya. These attacks killed over 200 people. In addition, Bin Laden is a suspect in other terrorist attacks throughout the world.“

… komisch dachte ich mir so bei mir ganz tief drinne; is ja kein Wunder das die Schlapphüte in den USA immer alle terroristischen Anschläge versauen, die wissen ja nicht mal, dass Osama der Urheber der Anschläge vom 11.09.2001 ist. Wie sollen die da wissen, was er morgen machen will? Die nehmen einfach die falschen Drogen lesen einfach die falschen Medien, denn

SPIEGEL-LESER ESSEN MEHR!

Da helfen nunmehr nur rigorose Maßnahmen – wir haben Klage eingereicht, dieser wurde entsprochen und nun lassen wir einfach das Internet verhaften.

Mißbildung

„Wir machten aus Hitler ein Monstrum, einen Teufel. Deshalb konnten wir nach dem Krieg auch nicht mehr davon abrücken. Hatten wir doch die Massen gegen den Teufel persönlich mobilisiert. Also waren wir nach dem Krieg gezwungen, in diesem Teufelsszenario mitzuspielen. Wir hätten unmöglich unseren Menschen klarmachen können, daß der Krieg eigentlich nur eine wirtschaftliche Präventivmaßnahme war!“ – James Baker III, ehemaliger US-Aussenminister – Der Spiegel 13/1992

Ohne Worte

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Gefunden heute bei Spiegel-Online! Kompletter Screenshot.

[Zum Thema: Haftbefehl gegen das Internet]

UPDATE 17:22

Sie lernen es einfach nicht beim Spiegel, never ever! Sie wollen partout nicht begreifen, dass man einmal veröffentlichtes Material nicht im Nachhinein komplett verändert! Ich dachte nach der gestrigen Nummer haben sie ein bisschen begriffen, dass die Leute aufpassen und immer irgendein Trottel mitbekommt, wenn gefälscht wird – aber NEIN, sie müssen es tun, es ist wie ein Zwang. Aber die Wahrheit gepachtet haben, na danke.

Auch sehr schön zum Thema „Retusche“ –> MEINUNGSBILDUNG (unten bei den Updates)

computerspiele2

… auch hier natürlich der komplette Screenshot!

Der Hammer aber ist die Tatsache, dass der kleine Link, auf dem [Forum] steht, (zumindest im Moment) bei beiden Teasern zu der Frage im Forum führt „Amokläufe-ist die Gesellschaft hilflos?

… und das sieht man dann, wenn man den Beitrag direkt aufruft:

computerspiele3

FAZIT: Wir müssen „Die Medien demokratisieren

UPDATE 15.03.2009

… und so entlarvt sich unsere voyeuristische 4. Gewalt(!) selbst – Nomen est Omen:

endofwinoutsideendofwininside

Quelle: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-40630-3.html

Originalfotos: DDP

Kommentar: Vielleicht veröffentlichen sie ja morgen die 200 Pornofotos, welche auf seinem Rechner gefunden wurden sein sollen, davon mehr als 120 sogenannte Bondage-Bilder, die nackte, gefesselte Frauen zeigen, damit wir alle wissen, warum „Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant, den Zugang zu kinderpornografischen Internet-Seiten durch Sperrvereinbarungen zwischen Internet-Providern und dem Bundeskriminalamt zu erschweren.“

Und auch hier noch ein sehr erbärmliches Beispiel dieser 4. GEWALT!

Denkfehler

„Es ist gut, dass die Bürger der Nation nicht unser Banken- und Geldsystem verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gebe es eine Revolution vor morgen früh.“ – Henry Ford

Nicht wissen wollen

„Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer“ — Gustave Le Bon

Meinungsbildung

SPON schlagzeilte heute morgen im Amok-Rausch:

„Ich werde morgen früh mal so richtig gepflegt grillen“

Sein Vorhaben hatte er im Internet angekündigt. Über „krautchan.net“ schickte er in der Nacht zu Mittwoch um 2.45 Uhr folgende Botschaft: „Scheiße Bernd, es reicht mir. Ich habe dieses Lotterleben satt, immer dasselbe – alle lachen mich aus, niemand erkennt mein Potential. Ich meine es ernst Bernd – ich habe Waffen hier, und ich werde morgen früh an meine frühere Schule gehen und mal so richtig gepflegt grillen. Vielleicht komme ich ja auch davon. Haltet die Ohren offen, Bernds, Ihr werdet morgen von mir hören. Merkt euch nur den Name des Orts: Winnenden. Und jetzt keine Meldung an die Polizei, keine Angst, ich trolle nur.“ Als Forentroll bezeichnet man jemanden, der sich in einer Online-Diskussion bewusst provozierend äußert, um Reaktionen hervorzurufen.

Als „Bernd“ wird in dem Forum jeder User bezeichnet, der nicht registriert ist. Tim K. adressierte seine Botschaft also nicht an einen ihm persönlich bekannten Chat-Freund, sondern hinterließ sie an der virtuellen Pinnwand des Forums.

Diese Ankündigung stammt nach Angaben der Behörden zweifelsfrei von dem 17-jährigen Tim K. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) sagte am Donnerstag nach der mittäglichen Polizeipressekonferenz, die Ermittler hätten entsprechende Daten auf dem PC des Amokläufers gefunden. Im Forum selbst war man lange der Meinung gewesen, es handele sich um eine Fälschung – in mehreren Threads amüsierten sich Teilnehmer über die angebliche Dämlichkeit der Massenmedien.

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612875,00.html

Gegendarstellung von http://krautchan.net:

Qualitätsjournalismus

Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen.

Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.

Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger.

Was man übrigens auf dem PC des Täters gefunden haben will, wissen wir nicht. Vielleicht hat er die Site mal besucht, den durch die Presse gegangenen Beitrag hat er jedenfalls nicht verfasst, denn der hat nie existiert.

(Hier ist ein Screenshot des ziemlich unspektakulären Originals, das absolut nichts mit Amokläufen zu tun hat.)

Wie dem auch sei, wir sind offline, bis der Traffic sich normalisiert hat.

Als Bonbon zum Thema:

Gestern höhnte Spiegel-Online noch schadenfroh unter der albernen Schlagzeile „Twittern zum Amoklauf„: „typischer Fall von Freund-eines-Nachbarn-einer-Cousine. Und dennoch kontaktierten zahlreiche Medien im Verlauf des Tages die junge Frau. Die „Bild“-Zeitung soll angefragt haben, Journalisten aus Dänemark und von CNN in London versuchten, bei Twitter Kontakt mit „tontaube“ aufzunehmen. Und das, obwohl die junge Frau schon früh betont hatte, dass sie eigentlich nichts gesehen habe: „Liebe Presse: ich weiss doch auch nichts von dem Verrückten…“, twitterte sie.“, wobei von einem Mädchen berichtet wurde, welches die Nachricht vom Amoklauf bei Twitter veröffentlichte und „investigative“ Medien dachten, sie sei Augenzeugin, weshalb sie den ganzen Tag von Medienzertretern verfolgt wurde.

Fazit: Ein typischer Fall von …

Und hier der Screenshot vom Screenshot vom Screenshot:

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… zum Vergrößern bitte klicken (das Original)

Dazu auch folgende Meldungen:

http://banger.twoday.net/stories/winnenden-medien-gehen-einem-fake-auf-den-leim/

Wer ein bisschen Ahnung von der Internetkultur hat, dem sollten drei Dinge sofort ins Auge fallen:

  1. Das Screenshot lässt erkennen, dass der Beitrag nicht, wie von den Medien behauptet, in einem Chat oder Blog geschrieben wurde, sondern in einem Imageboard – und die zeichnen sich primär durch einen ziemlich krassen Humor aus. Das „kreative Nachbearbeiten“ von Fotos, Screenshots und dergleichen gehört dort zum Tagesprogramm.
  2. „Bernd“ ist die deutsche Entsprechung von „Anonymous“ – siehe oben.
  3. „grillen gehen“ ist in deutschsprachigen Imageboards ein Synonym für Suizid, allerdings nicht wirklich im ernsthaften Kontext, siehe oben.

Diese Dinge ergeben schon für sich allein, erst Recht aber in Kombination miteinander einen Anhaltspunkt, dass die Quelle äußerst fragwürdig ist und – wie jegliche Internetquellen – genauestens überprüft und auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht werden sollten.

anon kommentierte:
es ist nicht möglich auf krautchan fett zu schreiben. Dementsprechend ist das bild ein schlechter fake – aber so wie’s aussieht gut genug für die deutsche presse.

bernd kommentiert retour:
Neuschwuchteln wissen nichts über mein Krautchan.
Natürlich kann man auf Krautchan Fett schreiben, was für ein Schwachsinn. Ich war gestern übrigens um diese Uhrzeit noch auf dem Board aktiv und bin der Meinung den originalen Post gesehen zu haben, also dieser, der auch in den Medien rumgeht. Es wäre also möglich, dass, um Komplikation zu vermeiden, die Admins der Seite die Posts editiert haben. Jedoch war ich schon sehr müde und hatte schon 1-2 Bier intus, von daher kann ich keine 100%ige Aussage treffen.

http://unkreativ.net/wordpress/?p=5226

xxx: wir feiern den kreativen schon den ganzen tag als helden. der hat mehr als 15 minutes – hey, er hat ‘nen innenminister getrollt, das ist ganz weit oben

http://blog.fefe.de/?ts=b747f229

Die Aktion mit der angeblichen Massaker-Ankündigung habt ihr ja schon gesehen, nehme ich an. Wenn nicht: das ehemalige Nachrichtenmagazin ist voll draufreingefallen. Das betroffene Internetforum ist down mit folgender lustigen Meldung: …

http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/merkt-euch-den-namen-winnenden/

Dann aber meldeten sich User bei der taz, die Zweifel an dieser Darstellung äußerten – darunter auch ein User des Forums, auf dem der Chatbeitrag aufgetaucht ist.

Nach seiner Darstellung dürfte es sich bei dem Screenshot, auf den sich das Innenministerium dabei bezieht, um eine Fälschung handeln. Seinen Angaben zufolge soll ein User des Forums erst lange nach dem Attentat, nämlich am Mittwochnachmittag um 15 Uhr 30, in der Chat-Sektion von „krautchan.net“ geschrieben haben, er wolle einen gefälschten Screenshot anfertigen, in dem Tim K. seinen Amoklauf in Winnenden ankündigt.

Wenige Stunden später sei dieser Screenshot dann auch erschienen – rückdatiert auf den 11. März, 2:45 Uhr am Morgen. Der taz.de-Informant wies auf die Formulierung auf dem Screenshot hin: „Und jetzt keine Angst, ich trolle nur“. Trollen steht im Netz-Slang für „jemanden verarschen“.

Kontrolliste zur Meldung (derzeitiger Stand 45 Meldungen):

http://www.google.de/search?hl=de&q=%22Schei%C3%9Fe+Bernd+es+reicht+mir.%22

… und noch einmal für alle:

ORIGINAL? CASUS BELLO?

UPDATE 19:35 … und schwupps ist die Meldung von der ersten Stelle ganz weit nach unten verschwunden und die Schlagzeile lautet nun weniger spektakulär: „Tim K. kündigte Tat im Internet an“; was auch immer noch nicht stimmt, aber schon weniger blutrünstig klingt – deshalb wohl kein erster Platz mehr. Ach ja, der „verrutschte“ Originaltitel mit dem „gepflegten grillen“ wurde in „Tim K. brach psychiatrische Behandlung ab“ geändert und der ursprüngliche reisserische Text:

„Diese Ankündigung stammt nach Angaben der Behörden zweifelsfrei von dem 17-jährigen Tim K.“ und „Im Forum selbst war man lange der Meinung gewesen, es handele sich um eine Fälschung – in mehreren Threads amüsierten sich Teilnehmer über die angebliche Dämlichkeit der Massenmedien.“

wurde wie folgt geändert:

„Die Betreiber der Seite dementieren klar: Die Öffentlichkeit habe sich „von einer Fälschung täuschen lassen. Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können“, hieß es mit Verweis auf das bekannte Bildbearbeitungsprogramm.“

… aber wie gesagt, so dass es keiner mehr nachvollziehen kann. Der Originalartikel weg von der ersten Stelle und mit anderem Titel und Wortlaut. Krasse Meinungsbildung!

In einem anderen Artikel zum Thema, ebenfalls von SPON, dann das:

„Sein Gesprächpartner, ein 17-Jähriger aus Bayern, reagierte mit *LOL* – der Abkürzung für herzliches Gelächter. Es handele sich um ein deutschsprachiges Internet-Portal, Schritte zur Sicherung des Portals seien eingeleitet, sagte Rech. Tims Chatpartner offenbarte das Gespräch seinen Eltern, als er von der Tat erfuhr.

Wenn man die Gefahr erkannt hätte, hätte die Tat vielleicht vereitelt werden können, sagte Landespolizeipräsident Erwin Hetger. Die Polizei komme mit ihren Möglichkeiten an solche Fakten nur per Zufall heran, deshalb müsse auf höhere Sensibilisierung und den Freundeskreis solcher potentiellen Täter gesetzt werden.“

Ja, da muss wohl noch ein bisschen nachbearbeitet werden. Und damit schließt sich der Kreis zur Glaubwürdigkeit digitaler Datenbausteine.

UPDATE 19:55 … und schwupps gibt es den Artikel auf der ersten Seite gar nicht mehr!

… aber dafür die nächste Schlagzeile (2. Platz):

„Zweifel an angeblichem Chat-Protokoll von Tim K.“, welche mit der dreisten Schuldabweisung der Medien übertitelt wurde „Innenminister in der Kritik“. Nein, die Medien haben mal wieder alles richtig gemacht, der böse Innenminister war es.

UPDATE 21.21„Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Zweifel an der Echtheit des Chat-Eintrags zurückgewiesen. Die Polizei habe entsprechende Einträge direkt auf dem Rechner von Tim K. gefunden. Auch Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech hat keine Zweifel an deren Echtheit, bestätigte er auf Nachfrage.“ behauptet steif und fest die Frankfurter Rundschau.

Kommentar: Da wird man wohl morgen die entsprechenden Fotos dazu sehen können, gaaanz sicher! Puh – und ich dachte schon, die Medien recherchieren nicht mehr. Alles in Allem – auf jeden Fall ein Lehrstück über Realitätsgestaltung!

UPDATE 13.03.09 08:30

Nachdem ich gestern Nacht noch in der „aktuellen“ Ausgabe der Süddeutschen Zeitung die Schlagzeile von der angeblichen und „bewiesenen“ Ankündigung des Attentats las, schlagzeilt BILD heute „…Ein entsprechendes Protokoll war auf Kretschmers Computer nicht auffindbar.“ und auch SPON – nun im Vollbesitz seiner Recherchekräfte – hat sich wohl persönlich auf dem Rechner des Jungen umgesehen und kommt zu dem Fazit „Nach SPIEGEL-Informationen finden sich auf K.s Computer keinerlei Belege.

Abschließend noch einige Kommentare:

g.emiks schrieb am 12. Mrz, 23:10 bei Banger:
schöne neue zeit
das waren noch zeiten des abstiegs/
in die dunkelkammer kratzen und/
filtern und wannen lauwarme heute/
ein paar klicks und erregte minister/
die aus hohlräumen zitieren

Und Banger trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt:

In Zeiten, wo unser Innenminister immer mehr in einen Kommunikations-Überwachungswahn gerät und unsere Familienministerin publikumswirksam Filter- und Sperrmaßnahmen gegen Kinderpornographie fordert, zeigen solche Fälle umso peinlicher auf, dass gewisse Leute von gewissen Dingen, über die sie sich zu entscheiden befugt fühlen, offensichtlich nicht mal einen blassen Schimmer haben. Dass dieses Versagen auch noch durch Lügen verschleiert werden soll, setzt dem Ganzen noch eine Krone auf. Oder, um es im Internetjargon zu sagen: FAIL.

Durch den ganzen Trubel ist heute aber eine Sache in den Hintergrund geraten, die eigentlich im Vordergrund stehen sollte: Das unfassbare Leid von Menschen, die von jetzt auf gleich ihre Kinder und Angehörigen verloren haben, durch eine Tat, auf die sich noch niemand so wirklich und umfassend einen Reim machen kann.
Habt ein Auge auf Eure Mitmenschen, Leute. Achtet sie, und achtet auf sie. Ein Mensch, der andere Menschen um sich hat, die ihn nicht nur als Subjekt in der Gesellschaft wahrnehmen (wenn überhaupt), sollte keinen Anlass dazu finden, eines Tages loszuziehen und andere zu vernichten. Es geht nicht nur um Ballerspiele, Sportschützen und dergleichen, die als alleiniges Übel vorgeschoben werden können. Es geht um Mitmenschen.

Und achtet darauf, was Ihr von dem, was man Euch auftischt, für bare Münze nehmt. Ich hoffe, der eine oder andere hat heute eine Lektion bekommen, was die Wertschätzung von Informationen angeht.

Dem schließe ich mich vollumfänglich an.

Was mich jedoch an der ganzen Geschichte ein bisschen nachdenklich macht, ist die Tatsache, dass keines der „er hat es angekündigt“ schreienden Medien auch nur einmal für nötig hielt, eine Stellungnahme zum eigenen Versagen zu bringen. Übergangslos wird zur nächsten Schlagzeile geschritten – und keiner entschuldigt sich. So ist das nun einmal, denn

DIE WAHRHEIT BRAUCHT IMMER EINEN MUTIGEN DER SIE AUSSPRICHT!

Zum Schluß einen großen Dank an Banger und alle zur Aufklärung der Falschmeldung Beitragenden.

UPDATE 13.03.09 um 15:00

Letzter Nachtrag – die unerträgliche Richtigstellung des Spiegel. Tenor – alle anderen waren schuld am Fake, nur nicht wir, die ihn in die Welt schrieen – allen voran die böse Seite krautchan. Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,613146,00.html

Der Hammer aber ist diese Meldung von krautchan, welche heute online gestellt wurde:

Auch hat uns übrigens als Betreiber des Servers bisher außer der London Times niemand kontaktiert und um Informationen gebeten. Nicht eine einzige Anfrage. Stattdessen hat man lieber in der Öffentlichkeit seine Spekulationen verbreitet und es uns überlassen, diese zu finden und darauf zu antworten.

Wertbereinigung

Auszug aus dem Artikel von Andrej Holms „Gentrifikation Blog“

Prenzlauer Berg: Mythos Baby-Boom

Seit Jahren hält sich in den Beschreibungen von Prenzlauer Berg hartnäckig das Gerücht der hohen Geburtenraten. Tatsächlich liegt die Zahl der neugeborenen Kinder dort höher als in anderen Bezirken der Stadt. Doch Grund ist nicht eine höhere Geburtenrate, sondern der ungewöhlich hohe Anteil von Haushalten im Alter zwischen 25 und 45 Jahren. Da es kaum deutschsprachige Artikel gibt, die dies beschreiben, hier ein älterer Beitrag aus der New York Times: “Falling German Birthrate Dispels Baby Miracle Myth

The baby miracle of Prenzlauer Berg seems indisputable in the rush of children on bicycles, playing basketball, or digging in a sandbox. This enclave with many artists and professionals, would be an appealing spot to find the hope of a nation, apparently more so than the immigrant-heavy Neukölln neighborhood that Mr. Klingholz says has the highest birthrate in the city. Many children live in Prenzlauer Berg, even though the birthrate is below the average for the city, the country and the continent. But the number is really explained by the rush of young people who moved into the neighborhood over the past two decades and stayed put./

Quelle: http://gentrificationblog.wordpress.com/2009/03/06/prenzlauer-berg-mythos-baby-boom

Dazu mein Kommentar:

Der Grund für den „ungewöhlich hohe Anteil von Haushalten im Alter zwischen 25 und 45 Jahren“ jedoch liegt an der zum Teil „rustikalen“ Vertreibung derer über 45, von denen ein großer Teil in diesem Bezirk geboren und aufgewachsen ist – mehrere Generationen und deren Kinder. Man sehe den 73 jährigen, der seit seiner Geburt in der gleichen Wohnung wohnt und nur durch seine Schwerstbehinderungen inklusive eines so genannten Ostmietvertrages noch nicht dem Crashflow zum Opfer fiel. Der nicht zahlen könnende schnöde Rest besteht meist aus überzeugten und renitenten Wirtschaftsflüchtlingen aus dem Rest der Welt und Künstlern deren Werke kaum jemand kauft, die aber alle in den letzten Hinterhof-Oasen unwissend in die Zukunft schauen und eigentlich nur auf den Tag warten, wo irgendeine Filmschnepfe aus ihrem schwarzen Porsche aussteigt, ihr verzogenes Wanst auf das Fahrrad packt und beim “mal eine Runde drehen” in den ach so urbanen Hinterhof tritt und den ersten Schlechtesten nach der Telefonnummer des Vermieters fragt, um anschließend grußlos von hinnen zu ziehen – das geile Loft im Kopf, sowie die Kalkulation für die zu erwartenden 35,–Euro pro Quadratmeter für einen “netten” Laden im noch bestehenden Spätkauf. Die neue Kleine-Stalinallee in den “Schweizer Gärten” – wo sich keine Gärten mehr befinden und die anderen wie Krebs wuchernden Nobelgetthos künden von der asozialen Zukunft dieses ehemals geruhsamen Fleckchens. Jedem das eigene Gefängnis. Ich lebe seit 5 Jahren im permanenten Baulärm umgeben von sonntaglichen Reisebussen voll mit Scheinzockern, welche ihre Steuerhinterziehungsgelder für schlechteste Bestandssanierung aus meinem Fenster werfen wollen und dann kommt dieser Typ von einer dieser Firmen, welche sich unser ganzes Viertel unter den Nagel gerissen haben, und sagt, mir seine Hand kollegial auf die Schulter legend: “Mensch, wir machen es doch nur schön für Euch!”

In meiner Straße befanden sich in den 20iger Jahren über 30 Geschäfte – davon über 15 Arbeiterwohnzimmer, Schuster, Kohlenhändler, Metzgereien und alles für den tägliche Bedarf, inklusive einer gewachsenen sozialen Struktur. Heute eine hohe Fluktuation der Schnickschnackläden, Mieten in unerklärlicher Höhe – natürlich für Läden, welche schon seit Jahren leer stehen und ich habe das unbestimmte Gefühl am Set für einen sehr merkwürdigen Film zu leben und dabei ziemlich störend für das Bild zu sein. Entschuldigung, dass ich hier lebe. Wenn schon ein falsch parkender Exilbayer entrüstet und ungestraft verlangen kann, dass der Rollstuhlfahrer, den er mit seiner geleasten Scheisskarre am Überqueren der Straße hindert und welcher seinen steuerbegünstigen Abgasdreck einatmen muss, doch bitte schön 300 Meter weiter zur nächsten Kreuzung fahren möchte, dann erschrecke ich. Man kann behaupten, dass der Prenzlauer-Berg eine Zuflucht für sozial Schwache geworden ist. Das Problem dabei sind nicht diese Menschen, sondern dass die das Umfeld ausgleichenden sozial Starken vertrieben werden. Hier kauft man nicht mehr raus, sondern schmeisst raus.

Marktbereinigung

Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die oeffentliche Daseinsvorsorge nicht mehr bezahlt werden kann und die ersten privaten Firmen, die lebenswichtige Gueter und Leistungen produzieren, marktbereinigt werden, nur die Banken nicht, in die alles Geld geflossen ist. Dann stellt sich die Frage, ob man Banken essen kann, und ob Banken dann zu Renten- und Krankenversicherungs-, sowie Schulen- und Krankenhausbezahlern usw. umfunktioniert werden koennen. Das koennte man sich ersparen, indem jetzt (und nicht erst, wenn alles Geld in den Milliardengraebern verschwunden ist) bei den nicht ueberlebensfaehigen Milliardengraebern die Lichter ausgehen und das so eingesparte Geld gleich in Infrastruktur, Bildung und Gesundheit investiert wird. — RA Reiner Füllmich (Auszug aus dem Newsletter Füllmich vom 10.03.2009)

siehe dazu auch ein Interview mit RA Reiner Füllmich über seine Verfassungsbeschwerde zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz

Cross Border Leasing

Ein Lehrstück zur globalen Enteignung der Städte

Gewidmet Ludwig Lindner, Jürgen Öhrlein, Volker Wack und den anderen Bürgern von Kulmbach, die mit dem ersten Bürgerentscheid gegen „Cross Border Leasing“ eine Wende einleiteten.

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

1. Auflage Münster 2004
© 2004 Verlag Westfälisches Dampfboot
Alle Rechte vorbehalten
Umschlag: Lütke • Fahle • Seifert, Münster
Druck: Fuldaer Verlagsagentur
Gedruckt auf säurefreiem, alterungsbeständigem Papier.
ISBN 3-89691-568-1

Inhalt

Vorbemerkung

Einleitung

I. Das offizielle Märchen und ein erster Blick hinter die Kulissen

II.Die Stellung der Stadt
Verdeckte Eigentumsübertragung
300 Prozent Gewinn für die Investoren
Dingliche Sicherheiten, Garantien, Bürgschaften
Schadenersatz bei Vertragsverletzung
Die Haftung des Gesamtstaates
Mögliche Enteignung
Dienstleistungsvertrag
Vertragswerk
Vertragsabwicklung

III. Die Geschäfte der Vertragspartner
Der Investor
Der Trust
Die Zwischengesellschaft auf den Cayman Islands
Die Darlehensbanken
Die Schuldübernahmebanken
Die Depot-Bank

IV. Die Leasingindustrie
Der Arrangeur
Die Wertgutachter
Die Rechtsanwälte
Die Wirtschaftsprüfer
Die Rating-Agenturen
Honorare und Haftung in der Leasingindustrie

V. Die Enteignung der Städte
Innovationsblockade
Rechtsbrüche – der Staat macht mit
Ausschaltung der Demokratie
Korruption
Vier Prozent Gewinn gegen 300 Prozent Verlust

VI. Fiktives Leasing in den USA
Leasing als Verkaufs- und Konsumförderung
Fiktives Leasing I: innerhalb der USA
Fiktives Leasing II: erste Öffnung des globalen Markts
Die Deregulierung des US-Finanzplatzes
Fiktives Leasing III: Die Globalisierung
„Wir haben bisher noch jedes Gesetz umgangen“:
Die Leasingindustrie

VII. Cross Border Leasing in Europa – Länderprofile
Niederlande
Schweiz
Österreich
Deutschland
Frankreich
Belgien und Portugal
Großbritannien
Australien

VIII. Fiktives Leasing von Unternehmen

IX.  Die schleichende Enteignung der Gemeinschaft
Vernichtungsinvestitionen
Double dip, triple dip …
Deutsches fiktives Leasing
Die Legalität und die Moral der Geldwäscher
Kultur der Geheimhaltung
Risikoüberwälzung auf die Gemeinschaft
GATS und öffentliches Eigentum

X.. Kritik, Widerstand, Perspektive
Die Gesetzesinitiative des Senators Grassley
Bürger organisieren Widerstand

Cross Border Leasing (Grafische Darstellung)
Anmerkungen
Fiktive Leasing-Verträge in Deutschland und weltweit
Glossar
Literatur

Hinweis zum Inhalt auf der Rückseite des Buches :

Seit 1995 haben Hunderte Städte und öffentliche Unternehmen in Deutschland und Europa ihre Großanlagen wie Klär- und Wasserwerke, Straßenbahnen, Schulen und Messehallen an US-Inverstoren verkauft und zurückgemietet. Erst durch Rundfunksendungen von Werner Rügemer wurde »Cross Border Leasing« seit 2002 zu einem öffentlichen Thema. Er schildert die Entstehung und Struktur dieses Finanzprodukts der »New Economy« in den USA, ihre Verwandtschaft mit anderen Formen öffentlicher Enteignung, ihr Ausmaß in den wichtigsten europäischen Staaten sowie die Arbeitsmethoden der teasing-branche. Erstmalig legt er jetzt die bisher geheimen Vertragsinhatte dieser Konstrukte fiktiver Kapttalbiidung in voilem Umfang offen.

500 Unterschriften fehlen der Piratenpartei!

Im Endspurt zur Zulassung zur Europawahl bittet die Piratenpartei um eure Hilfe. 500 Unterstützungs-Unterschriften werden noch dringend benötigt.

Die Unterschriften müssen bis Ende März eingehen, ansonsten können die Piraten für Europa keine Segel setzen.

Kommentar: Ach ja, wer schon überlegt am 27. September nicht zur Bundestagswahl 2009 zu gehen, weil sie/er glaubt keine Wahl zu haben, könnte doch einfach die Piratenpartei wählen!

Petition: Nukleare Entsorgung – Verursacherprinzip

Hauptpetent: Jürgen Bick;

Beginn der Mitzeichnungsfrist: 28.01.2009 – Ende der Mitzeichnungsfrist: 28.03.2009

Direkt zur PetitionDiskussion zur Petition

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Kosten für die Atommüllentsorgung, ausschließlich von den Verursachern, zu tragen sind.

Begründung

Nach meinen Recherchen wurde die Erzeugung von elektrischem Strom mittels Atomkraft bisher bereits mit mehr als 40 Milliarden(40 000 000 000)Euro durch die Steuerzahler subventioniert. Angesichts der horrenden Gewinne, die die Energieerzeuger in den letzten Jahren erzielt haben, sind weitere Subventionen in diesem Bereich dem Bürger gegenüber, nicht mehr zu verantworten.
Vielmehr sollte dieses Geld in die Erforschung und Förderung alternativer Energien gesteckt werden.

Petition mitzeichnen

Bitte schnell noch die Petition für ein Grundeinkommen zeichnen!

Heute abend schließt die Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen!

LINK: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=1422

Ich bin aus verschiedenen Gründen gegen ein bedingungsloses, aber für ein bedingtes Grundeinkommen. Anyway – es wird die Diskussion in Zeiten der Rettungsschirme für Bad-Banks anschieben. Bitte unbedingt zeichnen – es sind jetzt fast 50.000 Unterschriften!

VW-Werk verweigert Nicht-VW-Fahrern den Zutritt

DRIVE GERMAN!

Wer keinen Volkswagen fährt, steht beim VW-Werk in Baunatal künftig vor verschlossener Schranke: Werkschef Hans-Helmut Becker hat Zulieferern und Gästen, die andere Automarken fahren, offiziell Hausverbot erteilt. Begründung: “Wen wir beschäftigen, der soll auch uns beschäftigen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,605597,00.html

… siehe dazu auch „Das deutsche Wrack

Das deutsche Wrack

Autos und Deutschland gehören zusammen. Nirgendwo sonst auf der Welt hat die Entwicklung und Produktion von Automobilen eine so lange Geschichte wie bei uns. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine solche Vielfalt an heimischen Marken und Modellen wie in Deutschland“ wirbt vollmundig der VDA – Verband der Automobilindustrie für den Standort Deutschland und schreibt weiter: „Dabei haben alle diese Autobauer, so verschieden und individuell ihre Produkte sind, eines gemeinsam: „Sie alle setzen immer wieder neue Maßstäbe in Innovation, Qualität und Sicherheit„, womit natürlich deutsche Autobauer und nicht etwa japanische, chinesische, indische oder gar russische gemeint sind. In Zeiten der selbstverursachten Krise ist Nationalismus wieder angesagt. Noch ein bisschen versteckt, aber doch erscheint dieser „Dolz ein Stoitscher zu sein“ neben der natürlich nicht nationalistischen Forderung, Protektionsmus dürfe in diesen Zeiten keine Chance haben. Wohlgemerkt amerikanischer, japanischer oder wasauchimmer Protektionismus gegen deutsche Stolzprodukte. So lässt man nun auch, angesichts der verheerenden Zukunftsaussichten, die Mainstreampresse schlagzeilen, dass alles nicht so schlimm ist. Reuters meldet direkt von der Front die Durchhalteparole:

Autoindustrie spürt anziehende Nachfrage durch Abwrackprämie

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Die Pkw-Nachfrage hat mit dem Inkrafttreten der Umweltprämie und der erzielten Einigung bei der Kfz-Steuerreform deutlich angezogen„,

teilte der Branchenverband VDA am Dienstag mit. Zwar blieben die Bestellungen aus dem Inland im Januar insgesamt um 13 Prozent unter dem Wert vor Jahresfrist. In der vorletzten Woche des vergangenen Monats habe es aber eine „spürbare Trendumkehr“ bei den deutschen Herstellern gegeben. In der letzten Januarwoche erzielten die heimischen Autobauer gar einen Absatzzuwachs von 16 Prozent. „Dies sind erste ermutigende Signale“, erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann: „Sie lassen auf eine Stabilisierung des noch immer schwierigen Inlandsmarktes hoffen.“ [1] und auch nicht schlecht: „Die Deutschen lassen sich von der Verschrottungsprämie für Altautos in Scharen in die Autohäuser locken. “ [2] Ja und was Reuters meldet ist ja wohl wahr.

Die deutsche Automobilindustrie trauert nach Aussagen ihres Verbandes über die im Januar 2009 produzierten 314.000 Pkw, weil damit 34 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr hergestellt wurden. Bei dieser Minimalproduktion ist der deutsche Markt nach 10 Jahren hoffnungslos überfüllt mit deutschen Fahrzeugen, abgesehen von der 20%igen Überproduktion im Moment und für ganz Europa laut EU-Industriekommissar Günter Verheugen. Wahrscheinlich wurde das Mindestalter der für die so genannte Abwrackprämie vorgesehenen Fahrzeuge aus diesem Grunde bei 9 Jahren engesetzt. Ja, die Abwrackprämie soll es nun herumreissen, das Luder, sorry Ruder. Man rechnet mit 600.000 Wracks – für mehr reicht das Geld nicht, aber mehr ist ja auch erst einmal nicht nötig zum Abbau der Überproduktion – zumindest bis März, und ab da, hofft man, ist die Krise vorbei. Dann aber schlagzeilte ein ehemaliges Nachrichtenmagazin gaaanz weit unten in seiner Onlineausgabe:

Nach dem Start der Abwrackprämie haben rund 2.000 Autokäufer einen Antrag auf Zahlung der Förderung von 2.500 Euro gestellt.[3]

Nanu? Nur 2000? Im Januar? Was ist denn da passiert? Schreibt man doch siegessicher von „ungebrochenem Interesse der Deutschen“, was ein wenig an die Erzählungen alter Kriegsveteranen klingt.

„50.000 Anrufe von interessierten Verbrauchern“ täglich, teilweise bis zu 270.000, welche von 20 Mitarbeitern und bald 40 Mitarbeitern bearbeitet werden. Nehmen wir den Januar als Berechnungsgrundlage, müssten bisher über eine Millionen Menschen dort angerufen haben. Die Krise schafft also Arbeit, weil nach der Personalaufstockung die besagten 20 Mitarbeiter nicht mehr 2.500 Gespräche am Tag, 312 in der Stunde, bzw.  5,2 in der Minute, ergo ein Gespräch in 11,5 Sekunden führen müssen, sondern nur noch 1.250. So können sie sich nach der 100%igen Aufstockung des Personals sage und schreibe 23  Sekunden Zeit pro Anrufer nehmen, um den Run auf die Abwrackprämie zu bewältigen. „Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) rechnet damit, dass die deutschen Autohändler durch die Einführung der Abwrackprämie in diesem Jahr 200.000 Autos zusätzlich verkaufen“. Diese Zahlenakrobatik lässt den geneigten Leser schlussfolgern, dass die 600.000 Abwrackprämien erst in drei Jahren ausgezahlt sind. Damit würden pro Tag 548 Neuwagen verkauft werden. Ob das jedoch die Krise des deutschen Wracks beheben kann, ist mehr als fraglich.

Die Preisfrage ist also: „Wer will uns hier was und warum erzählen?“

Quellen:

[1] http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE5120AX20090203

[2] http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE5120EE20090203

[3] http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,605013,00.html

Das komische Nationalsymbol des Doitschen Audos ist im Original vom VDA, wurde aber des besseren Verständnisses wegen ein bisschen aufgemöbelt.

Freiwillige-Selbst-Kontrolle

Hier werden Aussagen von Angela Merkel gesammelt und später mit der Wahrheit verglichen. Aussagen einsenden (bitte mit Quelle)

31.09.2009

Eine Steuerreform einschließlich Steuersenkungen gehöre zum Wahlprogramm ihrer Partei, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag in Berlin.

Quelle: http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE50U03R20090131

31.01.2009

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Hoffnungen einiger Banken auf eine Auslagerung ihrer faulen Wertpapiere in eine zentrale „Bad Bank“ eine Absage erteilt.

Der Steuerzahler dürfe nicht die Kosten für schlechte Produkte aufgebürdet bekommen, während die Banken mit guten Produkten rasch wieder Gewinne machten, sagte Merkel am Samstag in Berlin. Stattdessen müsse darüber nachgedacht werden, wie den Banken auf anderem Wege wieder auf die Beine geholfen werden könne.

Quelle: http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE50U03H20090131

Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht für den Fall ihrer Wiederwahl Steuersenkungen

REUTERS: Eine Steuerreform einschließlich Steuersenkungen gehöre zum Wahlprogramm ihrer Partei, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag, den 31.01.2009 in Berlin. [1]

Der Spiegel berichtete vor der letzten Bundestagswahl am 31.05.2005:

Merkel verspricht Steuersenkungen

Kaum gekürt, präsentiert Angela Merkel den Wählern schon erste Geschenke: Die Kanzlerkandidatin der Union will nach einem Sieg rasch die Steuern senken, zudem gelobt sie einen ehrlichen Wahlkampf. In ihrer Partei tobt allerdings längst der Streit um eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. [2]

Im selben Beitrag sagte sie auch:

„Wir dürfen nur das versprechen, was wir auch halten können“.

O-Ton Angela Merkel Februar 2008:

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“

Der Beweis!

… aber das macht ja nix, das merkelt doch wirklich keiner – Kuckuck!

FAZIT:

Suche Steuererhöhung Deutschland

Einige Ergebnisse:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,417118,00.html
http://www.jurablogs.com/de/merkel-spricht-machtwort-bei-steuererhoehung
http://www.sueddeutsche.de/politik/285/432035/text/
http://politik.pege.org/2008-d/kfz-steuer.htm
http://www.noows.de/steuererhohung-fur-besser-verdienende-1455
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/steinbrueck-plant-steuererhoehung;1219488

ABWÄHLEN-SOFORT!!! KÜNDIGEN-SOFORT!!!

Quellen:

[1] REUTERS

[2] SPIEGEL-Online

Nachhaltig Wirtschaften für die Zukunft

Sie hat es wieder getan! Die neue Folge von „Angela direkt“ – Merkel-TV!

Der hoffnungsvolle Titel „Nachhaltig Wirtschaften für die Zukunft“ ließ mich hoffnungsvoll den Text lesen. Also entweder bin ich ein bisschen auf der Wurstsuppe hin und her geschwommen oder aber ich muss zugeben, dass in diesem ganzen Text kein einziger Hinweis darauf zu finden ist, wie sie das vorhat, unser Mädchen. Ich habe selten jemanden erlebt, der Nichts in soviel Nichts verpacken kann.

Video-Podcast der Bundeskanzlerin #04/09 v0m 31. Januar 2009

In der augenblicklichen Situation – der internationalen Finanzmarktkrise und der Krise der Weltwirtschaft – hat die Politik zwei Aufgaben: Auf der einen Seite geht es um die aktuelle Bekämpfung der Krisensituation. Das heißt für uns national, dass wir ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht haben, um eine Brücke in der Krise zu bauen – vor allen Dingen für die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Kurzupdate deutscher Arbeitsmarkt
1.500 Millionen für die Reichen, 150 Millionen für die Armen

Auf der anderen Seite müssen wir alles tun, um die Lehren zu ziehen, dass eine solche Krise sich nicht wiederholt. Weil es sich um eine internationale Krise handelt, kann dies auch nur international geschehen. Genau aus diesem Grunde hatten sich im November des vergangenen Jahres in Washington die Vertreter der G20-Staaten getroffen, um internationale Regeln für die Finanzmärkte zu verabreden.

Welche Krise?

Das Folgetreffen wird am 2. April in London stattfinden, und in der Vorbereitung werde ich im Februar die Vertreter der europäischen Mitgliedstaaten der G20 Gruppe hier nach Berlin einladen. Wir werden dann darüber beraten, welche Maßnahmen notwendig sind, um eine solche Krise sich nicht wiederholen zu lassen. Das bedeutet erstens: Mehr Transparenz bei den Finanzprodukten. Das bedeutet zweitens: Schärfere Regeln für das Arbeiten der Ratingagenturen, denn die Bewertung dieser Produkte war in der Vergangenheit unvollkommen und in vielen Fällen viel zu positiv. Und drittens bedeutet es, dass die Banken, die risikoreiche Produkte vertreiben, für diese Risiken auch Vorkehrungen treffen. Das ist in der Vergangenheit nicht ausreichend erfolgt, weswegen wir heute so große Schwierigkeiten haben. Aber die Regelung für Finanzmärkte, Produkte und Marktteilnehmer allein wird noch nicht ausreichen. Wir brauchen eine globale Architektur für das gemeinsame Wirtschaften. Deshalb plädiere ich dafür, eine Charta des nachhaltigen Wirtschaftens zu entwickeln.

Lone-Star-Investments und die tiefschwarze Seite unserer Politiker

In diesem Zusammenhang habe ich bereits während unserer deutschen G8-Präsidentschaft internationale Organisationen nach Berlin eingeladen, und dieses werde ich wiederholen. Am nächsten Donnerstag werden die OECD, die Welthandelsorganisation, die internationale Arbeitsorganisation, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds hier in Berlin zu Gast sein.

„Bekenntnisse eines Economic Hit Man“

Gemeinsam werden wir darüber beraten, wie eine zukünftige Wirtschaftsarchitektur für ein nachhaltiges Wirtschaften aussehen kann. Wir alle wissen aus den Erfahrungen mit der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland: Märkte brauchen einen Ordnungsrahmen und der Staat muss der Hüter der Ordnung sein. Internationale Organisationen können für die Staaten Regeln entwerfen: für einen freien Handel, für soziale Mindeststandards, für ein faires Wirtschaften auf der Welt.

Parteienrettungsschirm

Bundestag lehnt Sozialtarife ab

Mißbrauch beim Konkunkturpaket II

Studie: Deutsche Banken sitzen auf 93 Mrd Euro Risikopapieren

1500 Millionen für die Reichen-150 Millionen für die Armen

ILO fürchtet einen Anstieg der weltweiten Arbeitslosigkeit um 50 Millionen Menschen

Ich freue mich deshalb auf den Erfahrungs- und Meinungsaustausch, der eine gute Vorbereitung sein wird, um im Frühjahr in London dann auch die richtigen Lehren für die Welt zu ziehen, damit sich solch eine Krise nicht wiederholen kann.

Es gibt plötzlich unheimlich viele Leute, die (angeblich) schon immer gewusst haben, dass es zu genau dieser Finanzkrisenzuspitzung kommen musste, die es seit September gibt.

Quelle: http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Podcast/2009/2009-01-31-Video-Podcast/2009-01-31-video-podcast.html

Millionäre sollen Hilfsprogramm finanzieren

Finanzen/Antrag

Berlin: (hib/HLE) Die Linksfraktion hält das Konjunkturprogramm II für nicht ausreichend und fordert ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um die schwere Wirtschaftskrise zu bekämpfen. In einem Antrag (16/11746) wird die Bundesregierung aufgefordert, Verhandlungen über ein neues Weltwährungssystem aufzunehmen, Spekulationen zu unterbinden und Steueroasen zu schließen. Außerdem sollen die Privatisierungen der öffentlichen Daseinsvorsorge gestoppt und rückgängig gemacht werden. Die Mitbestimmung der Belegschaften in den Unternehmen müsse gestärkt werden. Neben einer Verstaatlichung der Banken fordert die Linksfraktion eine Erhöhung der Steuern auf hohe Einkommen und Gewinne bei gleichzeitiger Stärkung unterer Einkommen. Zur Finanzierung staatlicher Hilfsprogramme soll eine Millionärssteuer von fünf Prozent auf Privatvermögen von über einer Million Euro eingeführt werden. Außerdem tritt die Fraktion dafür ein, ein Programm für Investitionen in Bildung, Gesundheitswesen, Energiewende und Infrastruktur sowie zur Stärkung der Binnennachfrage aufzulegen. Das Programm soll ein jährliches Volumen von 50 Milliarden Euro haben.

Bekenntnisse eines Economic Hit Man

economic_hitmanTextauszug aus John Perkins: Bekenntnisse eines Economic Hit Man. Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia. Riemann Verlag. 2007. Komplettes Vorwort und Prolog, sind zu lesen unter: http://www.neuer-weg.com/politik/diverses/perkins_02.pdf

John Perkins war in den 1970er Jahren bei der Beraterfirma Chas. T. Main angestellt, nachdem er, wie er behauptet, von der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) sicherheitsüberprüft und anschließend von einem Mitarbeiter der Firma und NSA-Verbindungsmann eingestellt wurde, um nach eigener Beschreibung ein Economic Hit Man (EHM; frei übersetzt: Ein ökonomischer Knochenbrecher) zu werden. Laut seinem Buch bestand Perkins’ Funktion darin, die politische und wirtschaftliche Führungselite unterentwickelter Staaten dazu zu bringen, größere Entwicklungshilfekredite aufzunehmen, als sie ökonomisch verkraften konnten, um sie durch die so herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit anschließend erpressen zu können. Staatschefs, die derlei „Deals“ nicht zu folgen bereit waren, seien mit geheimdienstlicher Hilfe von den USA aus dem Weg geräumt worden (unter anderem nennt Perkins explizit einen früheren Präsidenten Panamas, Omar Torrijos, der bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz 1981 ums Leben kam und Jaime Roldos, einen Präsidenten Ecuadors).


Auszüge aus seinem Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man - Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia“:

Economic Hit Men (EHM) sind hochbezahlte Experten, die Länder auf der ganzen Welt um Billionen von Dollar betrügen. Sie schleusen Geld von der Weltbank, von der US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) und anderen ausländischen ‘Hilfsorganisationen’ auf die Konten großer Konzerne und in die Taschen weniger reicher Familien, die die Rohstoffe unseres Planeten kontrollieren. Ihre Methoden sind betrügerische Finanzanalysen, Wahlmanipulation, Bestechung, Erpressung, Sex und Mord. Ihr Spiel ist so alt wie der Drang nach dem Weltreich, doch heute, im Zeitalter der Globalisierung, hat es neue und erschreckende Dimensionen angenommen. Ich weiß das, ich war ein EHM.

Das ist die eigentliche Kompetenz der EMH: Wir bauen ein Weltreich auf. Wir sind eine Elite aus Frauen und Männern, die internationale Finanzorganisationen dazu benutzen, jene Bedingungen zu schaffen, mit denen andere Länder der Korporatokratie, so nenne ich den Komplex von Konzerne, Banken und Regierungen, unterworfen werden sollen. Und diese Korporatokratie beherrscht unsere größten Konzerne, unsere Regierung und unsere Banken. Wir haben viele Wege eingeschlagen, um dieses Imperium zu gründen, aber am typischsten ist vielleicht der, daß wir uns ein Entwicklungsland aussuchen, das über Ressourcen verfügt, die wir haben wollen, zum Beispiel Öl. Wie unsere Pendants in der Mafia bieten wir EHM nun einen Dienst oder eine Gefälligkeit an. Das kann zum Beispiel ein Kredit zur Entwicklung der Infrastruktur sein: Stromkraftwerke, Schnellstraßen, Häfen, Flughäfen oder Gewerbeparks. An den Kredit ist die Bedingung geknüpft, dass Ingenieurfirmen und Bauunternehmer aus unserem Land all diese Projekte bauen. Im Prinzip verlässt ein Großteil des Geldes nie die USA, es wird einfach von Banken in Washington an Ingenieurbüros in New York, Houston oder San Francisco überwiesen.

Obwohl das Geld also fast umgehend an Unternehmen zurückfließt, die zur Korporatokratie (dem Geldgeber) gehören, muss das Empfängerland alles zurückzahlen, die Schuldsumme plus Zinsen. Wenn ein EHM richtig erfolgreich ist, dann sind die Kredite so hoch, dass der Schuldner nach einigen Jahren seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dann verlangen wir wie die Mafia unseren Anteil. Dazu gehören vor allem: die Kontrolle über die Stimmen in der Uno, die Errichtung von Militärstützpunkten oder der Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Öl oder die Kontrolle über den Panamakanal. Natürlich erlassen wir dem Schuldner dafür nicht die Schulden – und haben uns so wieder ein Land dauerhaft unterworfen.

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Parteienrettungsschirm

Abstimmung zum „Bankenrettungspaket“ vom 17.10.2008

Bundestag gesamt mit JA 77,78 % / 476 Stimmen

Weiterhin dafür stimmten:

CDU 95,48 % / 169 Stimmen
SPD 93,24 % / 207 Stimmen
FDP 90,16 % / 55 Stimmen
CSU 95,65 % / 44 Stimmen

Einige Fakten zu einigen „Parteispenden“

Die Commerzbank spendete im März jeweils 100.000 Euro an SPD und CDU.

Parteispenden November – Dezember 2008 (PDF)

Parteispende: FDP – 200.000 € am 05.12.2008
Spender: Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt am Main

Parteispende: SPD – 100.000 € am 08.12.2008
Spender: Deutsche Bank AG, Theodor-Heuss-Allee 70, 60486 Frankfurt am Main

Parteispende: CDU – 100.000 € am 10.12.2008
Spender: Allfinanz Deutsche Vermögensberatung AG, Münchener Straße 1, 60329 Frankfurt am Main

Parteispende: FDP – 100.000 € am 15.12.2008
Spender: Allfinanz Deutsche Vermögensberatung AG, Münchener Straße 1, 60329 Frankfurt am Main

Parteispende: CDU – 100.000 € am 17.12.2008
Spender: Schoeller Holdings Ltd., Dodekanison Street, Limassol 3507, Zypern (EU)

Parteispende: CDU – 100.000 € am 19.12.2008
Spender: SÜDWESTMETALL Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg e.V., Löffelstraße 22–24, 70597 Stuttgart

Parteispende: CDU – 100.000 € am 23.12.2008
Spender: Berenberg Bank Joh. Berenberg, Gossler & Co., Neuer Jungfernstieg 20, 20354 Hamburg

(AP) Volker Kauder, der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundestag, sagte im Deutschlandfunk, er halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass sich die private Wirtschaft und damit auch die Banken für die Demokratie engagierten und dabei auch für Parteien spendeten.

Wir beteiligen uns zur Rettung bei den Banken, die einen entsprechenden Antrag stellen, bei denen es auch notwendig ist, völlig unabhängig davon, ob sie gespendet haben oder nicht

… betonte Kauder.

1.500 Millionen für die Reichen, 150 Millionen für die Armen

Auf Nachfrage von Axel Troost, dem finanzpolitischen Sprecher der Fraktion DIE LINKE, hat das Bundesfinanzministerium präzisiert, welche Einkommensgruppen wie stark von den im Konjunkturpaket II für die Jahre 2009 und 2010 vorgesehenen Steuersenkungen profitieren. Demnach werden die Bezieher von niedrigen Einkommen bis 10.000 Euro (bei Verheirateten bis 20.000 Euro) um insgesamt 150 Millionen Euro entlastet werden. Gutverdiener mit über 53.000 Euro (bzw. 106.000 Euro bei Verheirateten) hingegen bekommen 1.450 Millionen Euro, also fast das zehnfache, an Einkommensteuerentlastung. Troost:

„Endlich gesteht es auch die Bundesregierung ein: Die Steuerentlastungen im Konjunkturprogramms II haben nicht viel mit Konjunktur, aber sehr viel mit Klientelbedienung im (Vor-)Wahlkampf zu tun. Denn während die Bezieher niedriger Einkommen die Steuerentlastung fast vollständig in zusätzlichen Konsum umsetzen würden, geht von der Entlastung der Gutverdiener proportional nur ein sehr viel geringerer Anteil in den Konsum. Die Bundesregierung schenkt den Reichen Milliarden, damit sie einen kleinen Teil davon in die Konjunktur stecken und den Rest in den Sparstrumpf. Bei den unteren Einkommen wäre dieses Geld konjunkturpolitisch viel besser angelegt, da es komplett in Konsum umgesetzt würde. Aber für die interessiert sich die Bundesregierung offensichtlich nicht.“ [1]

Dazu passt auch sehr schön der Beitrag von Weissgarnix „Portraitfoto der Verteilungsungerechtigkeit“, sowie eine Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung „Mittlere Jahrgänge im Osten verlieren Vermögen: DIW Berlin befürchtet Altersarmut für Arbeitslose und Ostdeutsche“ und die folgenden Grafiken der ZEIT:

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Militärfirmen bedrohen staatliches Gewaltmonopol

Wodarg-Bericht ist Thema der Parlamentarierversammlung des Europarats

Scharfe Kritik an der zunehmenden Privatisierung militärischer Macht und der damit verbundenen Aushöhlung des staatlichen Gewaltmonopols übt der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg [1]. Sein Bericht ist eines der zentralen Themen der Wintersession der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, die vom 26. bis 30. Januar 2009 in Straßburg stattfindet.

Der stellvertretende Leiter der Bundestagsdelegation äußert sich im Interview zu seiner Forderung nach einer Europarats-Charta, die auf eine rechtsstaatliche Kontrolle dieser Branche zielen und die parlamentarischen Kontrollrechte stärken soll.

Der Europarat soll sich für Rechtsstaatlichkeit engagieren. Was hat die Kritik an privaten Militärfirmen mit diesem Auftrag zu tun?

Ein Staat, der nicht mehr polizeilich und militärisch das Gewaltmonopol hat, kann schwerlich Rechtsstaatlichkeit durchsetzen. Das staatliche Gewaltmonopol wird nicht nur durch Warlords in Afrika oder Afghanistan, sondern auch durch den Einfluss von Konzernen bedroht, die mit Militär und Polizei Geschäfte machen.

Aber ist das Problem so massiv, dass sich mit dem Europarat erstmals eine internationale Organisation damit befassen muss?

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs setzte der immer noch ungebrochene Boom dieses globalisierten Marktes ein. Zunächst verdienten Ex-Militärs mit ihrem Know-how in instabilen afrikanischen Staaten Geld. Mittlerweile stützen sich auch viele andere Länder wie etwa die USA oder Großbritannien auf diesen Sektor. Weltweit sind schon 1,5 Millionen private Söldner, Wachleute, Geheimdienstler oder Leibwächter für über 1.000 Unternehmen tätig. Im Irak stellen Söldner die Hälfte der für die USA kämpfenden Truppen. 2008 setzte die Branche 200 Milliarden Dollar um. Zu den größten Konzernen gehören etwa Lockheed und Blackwater in den USA oder Aegis in England.

Wo liegen die Haupteinsatzgebiete solcher „Dienstleister“?

Viele Unternehmen arbeiten für Öl- oder Rohstofffirmen. In Afrika unterhalten Warlords Privatarmeen, Gleiches gilt in Mittel- und Südamerika für Latifundienbesitzer. Augenfällige Beispiele für Einsätze im Staatsauftrag sind Irak und Afghanistan. In Europa sind neben Großbritannien beispielsweise Dänemark und Belgien als staatliche Auftraggeber zu nennen, in Deutschland ist das noch selten der Fall. Ein neues Einsatzgebiet ist die Piraterie vor Somalia.

In der Praxis agieren private Militärs doch wie offizielle Truppen. Läuft das nicht aufs Gleiche hinaus?

Reguläre Soldaten unterliegen dem Kriegsrecht der Genfer Konvention. Bei Söldnern hingegen ist unklar, welches Recht für sie gilt. Wer soll etwa Übergriffe ahnden, die Kämpfer aus Bangladesch begehen, die im Irak für eine von Washington angeheuerte britische Firma im Einsatz sind? Für Misshandlungen irakischer Häftlinge in Abu Ghraib wurden untere Chargen der US-Armee bestraft, nicht hingegen die für einen privaten Wachdienst tätigen Befehlsgeber.

Wie aber sollen staatliches Gewaltmonopol und parlamentarische Kontrolle der Militärpolitik ausgehöhlt werden, wenn der Staat als Auftraggeber der Sicherheitsfirmen die Dinge im Griff hat?

Die parlamentarische Kontrolle steht weithin auf dem Papier. Im Grunde legitimieren Abgeordnete mit pauschalen Beschlüssen Regierungen, obskure Dinge zu tun. Wegen der verschachtelten und oft geheimen Verträge mit Unternehmen kann eine parlamentarische Aufsicht so gut wie nicht wahrgenommen werden. In den USA muss die Regierung den Kongress über Aufträge unter 50 Millionen Dollar gar nicht erst unterrichten.

Aber die politische Macht bleibt doch in den Händen des Staats.

Wenn wie in Großbritannien das Militär von kommerziellen Diensten abhängig ist, dann wird es politisch gefährlich. In Guatemala beherrschen die Kaffeebarone mit ihren Söldnern faktisch das Land. Politisch das Schlimmste indes ist, dass Militärkonzerne wirtschaftlich von gewalttätigen Spannungen leben, sie haben kein Interesse daran, Kriege abzuwenden und Konflikte friedlich zu lösen. [2]

Quellen:
[1] Biografie des Abgeordneten Dr. Wolfgang Wodarg (SPD)
http://www.bundestag.de/mdb/bio/W/wodarwo0.html

[2] Originalartikel bei bundestag.de

Ein bisschen Gold muss sein

Ein paar Gedanken zum vielgepriesenen Gold als „harte“ Währung:

Die insgesamt jemals geförderte Menge Gold beläuft sich auf 161.000 Tonnen oder 161 Millionen Kilogramm oder 161 Milliarden Gramm. [1]

Das sind genau 5.176.848.874,59 und aufgerundet 5,2 Milliarden Feinunzen á 31,1 Gramm. Der Verkehrswert dieses Goldes beträgt also bei einem angenommen und erwarteten Goldpreis von 1.000,–US-Dollar pro Unze = 5.200.000.000.000 US-Dollar gesamt.

Wir fassen diese Menge der Einfachheit halber zusammen und vernachlässigen, dass davon ca. die Hälfte in Schmuck vorhanden ist und abzüglich der privaten Goldsammler ca. 30.000 Tonnen als mickriger Rest bei den Zentralbanken verbleiben.

Würden wir die gesamten 5,7 Mrd. Unzen oder 161 Mrd. Gramm auf theoretisch 7 Mrd. Menschen aufteilen, kämen wir auf 23 Gramm pro Person und rechnen der Einfachheit halber eine Feinunze von 31,1 Gramm pro Person der zugrundegelegten Weltbevölkerung. Beim einem Goldpreis von 1.000,– US-Dollar ergibt sich also ein ebenso hohes „Vermögen“ pro Person der Weltbevölkerung, nämlich stattliche 1.000,–US-Dollar.

Nun 4 simple Fragen:

  1. Wie lange sollen die 1.000,–US-Dollar pro Person und wofür reichen?
  2. Wie soll ein so geringer Wert des insgesamt jemals geförderten Goldes – 5,2 Billionen US-Dollar – der Berechnungsstandard für eine oder mehrere weltweite Währungen darstellen, welche in Trillionen zählen?
  3. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass der Preis der Welt auf 5,2 Billionen US-Dollar geschätzt und Berechnungsgrundlage aller Werte wird?
  4. Wie wahrscheinlich ist die Annahme, dass jeder sein Leben lang mit 1000,–US-Dollar auskommt?

Selbst wenn der Goldpreis sich verzehnfachen würde, würde das nichts daran ändern, dass Gold so ziemlich das sinnloseste Zahlungsmittel ist, um den Geldkreislauf und damit den Werteausgleich aufrechtzuerhalten. Wir handeln nur noch mit Fiktionen!

Quelle:
[1] – Goldinformationen

Empfohlener Artikel zum Thema Geld:

„Welche Krise?“

Welche Krise?

Die so genannte Finanzkrise hat ihre Ursache im exponentiellen Wachstum der Zinsen auf angelegtes Kapital (Passiva) und der Unmöglichkeit, diese Zinsen durch Einnahmen aus Kreditverkäufen (Aktiva) zu erwirtschaften, da die Verbindlichkeiten aus dem zu verzinsenden Kapital inklusive zukünftiger Zinsen immer höher sind, als das zur Erwirtschaftung vorhandene gegenwärtige Kapital. Der Ausweg – unabhängig von den ungedeckten Krediten in den Aktiva – liegt also nicht in der massiven Erhöhung der Aktiva durch Steuergelder, welches zwangsläufig eine Erhöhung der Passiva zur Folge hat, sondern in der Verringerung der Passiva durch Verzicht oder Enteignung, einhergehend mit einer neuen und vor allem rechenbaren Strategie im Umgang mit dem Zinssystem.

Die Physik des Geldes

Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik – der Entropiesatz – besagt, dass durch so genannten Wärmeverlust durch Reibung – Dissipation – nie 100% der investierten Energie in das gewünschte “Format” umgewandelt werden kann. Auf diesem Satz beruht die uns bekannte Welt. Kein Gesetz widerspricht diesem Satz. Dieses Gesetz zu Ende gedacht, läßt nur die Schlußfolgerung zu, dass wir in einer unendlichen Welt mit endlichen Prozessen leben. Unbegrenztes Wachstum von Prozessen und ihren Produkten ist deshalb unmöglich. Spätestens wenn die dafür notwendigen Produktionsmittel in ihr Produkt umgewandelt werden müssen, um dieses Wachstum – also sich selbst – zu generieren, ergibt sich das Paradox, dass die Produktionsmittel versagen, weil sie nur in gegenseitiger Abhängigkeit zu den von ihnen geschaffenen Produkten existieren können, sich also gegenseitig voraussetzen. Ohne Produktionsmittel kein Produkt, ohne Produkt kein Produktionsmittel. Der Hammer wird nicht zum eingeschlagenen Nagel, Geld nicht zu Wert und Schuld nicht zu Besitz. Das, was wir derzeit als Finanzkrise erleben, ist nichts weiter als das Wirken des Zweiten Hauptsatzes. Wir können im übertragenen Sinne ab einer gewissen Sättigung keine Produkte mehr generieren, weil sich alle Produkte in Produktionsmittel oder alle Produktionsmittel in Produkte verwandeln würden. Bezogen auf das Geldsystem durch Zins auf Schuld, denn Geld ist nichts anderes als ein Schuldschein, welcher verzinst wird, bedeutet das, dass die Schulden irgendwann eine Höhe erreichen müssen, welche den Betrag, welcher zur Erwirtschaftung zur Verfügung steht, übersteigt. Auch das konsequent zu Ende gedacht bedeutet nichts weiter, als dass jeder Zins auf Geld als Schuld und Produktionsmittel, dieses als solches letztendlich außer Kraft setzen würde, weil es mehr wert wäre als das durch sich geschaffene Produkt. Damit würde es sich selbst aufheben und so ad absurdum führen.

Vor diesem Szenario beschützt uns aber der Erste Hauptsatz besagter Thermodynamik – der Energieerhaltungsatz – welcher darlegt, dass Energie nicht verminderbar oder vermehrbar, sondern ausschließlich wandelbar ist. Daraus ergibt sich die Aussage des Zweites Hauptsatzes, dass Energie nicht zu 100% wandelbar sein kann, weil sie damit ihre Bedingung, nämlich die zur Umwandlung benötigte Energie, und damit sich selbst auslöschen würde, was jedoch der Erste Hauptsatz verbietet.

Die einzigen beiden sinnvollen Alternativen zur Verlängerung des Energieumwandlungs-Prozesses bestehen entweder in der Möglichkeit auf den einseitigen Kapital=Schuld-Zins zu verzichten oder in der Einführung eines wertausgleichenden Gegenzinses, beispielsweise auf Arbeitskraft oder Sachwerte in Form eines Sachzinses, welcher mit dem Kapitalzins verrechnet würde und mit dem genauso gehandelt werden könnte.

Als Ultima-Ratio und dritte Alternative sei hier noch die Möglichkeit einer globalen Sachwertumwandlung in Staub und Asche erwähnt.

Eine Neue Weltordnung

Aktiva und Passiva sind die Hauptbestandteile zum Verständnis des globalen Vorgangs, dessen Ungeheuerlichkeit aus den daraus schlußfolgerbaren Möglichkeiten besteht, welche im Falle ihres Eintretens zu Recht mit den globalen Umwälzungen der weltweiten Industrialisierung des letzten Jahrhunderts vergleichbar sind. So wie Bertolt Brecht auch zu Recht bemerkte, dass “der Wahnsinn irgendwann solche Ausmaße annimmt, dass die dahinterliegende Wahrheit nicht mehr wahrgenommen wird”, so kann man im aktuellen Fall der so genannten Finanzkrise eine offensichtliche Verschleierung offensichtlicher Tatsachen diagnostizieren. Die gezielte Desinformationskampagne über den Vorgang, ausgeführt durch die Medien, welcher bewusst völlig irreführend als Finanzkrise bezeichnet wird, ist ein gefährlicher Deal mit allen Grundwerten, welche wir heute für selbstverständlich halten. Die Aussage der deutschen Bundeskanzlerin und Insiderin in den Hallen der Agitation und Propaganda, sowie promovierten Physikerin(!) Angela Merkel, “… wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit”, sollte auch von den unbedarftesten Zeitgenossen wörtlich genommen werden. Wir verschenken gerade unsere Demokratie. So wie vor 20 Jahren die DDR-Bürger mit ihrem virtuellen Stückchen “Volkseigentum” unter dem Arm in die nächste westdeutsche Sparkasse rannten, um im Austausch dazu 100,– Deutsche Mark “geschenkt” zu bekommen. Als Begrüßungsgeld in die Besitzlosigkeit.

Banken leihen sich Geld von der Staatsbank und ihren vermögenden Kunden (Passiva) – und verleihen dieses an den Kreditnehmer Müller, der jung ist und glaubt das Geld zu brauchen, welches er nicht hat. Dafür bekommen die Kapitalgeber Zinsen, welche zuzüglich der Kreditsumme von der Bank vom Kreditnehmer Müller eingefordert werden (Aktiva). Der Zins wird bis auf eine Bearbeitungs- oder besser Maklergebühr an die Kreditgeber gezahlt. Sollte Kreditnehmer Müller zahlungsunfähig sein, muss er einen dem Wert entsprechenden Sachwert als zuvor garantierte Sicherheit an den Kreditgeber abtreten.

Dem Kapitalgeber selbst kann es nicht nur egal sein, ob der letztendliche Kreditnehmer das geliehene Geld wieder zurückzahlen kann, es kann ihm auch egal sein, ob die Bank, mangels zahlender Kreditnehmer, ihre Schuld als seine Zinsen erwirtschaften kann – der Sachwert als Sicherheit ist von Belang. Die Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer und damit der Banken ist damit das beste Geschäft für den Anleger – dann kann er nämlich den Preis diktieren, welchen er für den Sachwert bezahlen möchte. Im Grunde kostet den Kreditgeber der Sachwert bei schlechter Auftragslage nichts weiter als ein paar Verwaltungskosten für die Leute, welche die Überzeugungsarbeit bei den (Noch)-Sachwertbesitzern leisten. Diese Überzeugungstäter werden nach Leistung bezahlt, also ist es nur in ihrem Interesse die zukünftigen Kreditnehmer davon zu überzeugen, dass ein Bündel Papier wertvoller ist als Oma ihr klein Häuschen. Das Wertvolle daran ist die Suggestion, dass der Kredit ja nicht den Verkauf des Häuschens beinhalte, sondern dem Kreditnehmer quasi die Chance lassen würde, durch den Kredit soviel Geld zu erwirtschaften, dass er das Häuschen behalten kann. Im Grunde nötigt die Bank ihren Kreditnehmer ebenso zum gewinnbringenden, also verzinsten Verleih des Kredits durch seine profitable, also verzinslichte Verwertung, wie sie von ihren Kreditgebern dazu genötigt wird. Alle verleihen eigentlich ein Zahlungsversprechen des Kreditgebers, welches er, würden alle dieses Versprechen einfordern, nicht bedienen könnte – da er dieses Versprechen in mehrfacher Höhe seiner eigenen Sachwerte abgibt – und auch nicht bedienen muss – man hat schließlich nur ein Versprechen verkauft und die sind im Sinne des Wortes unsachlich. Sachwerte werden also letztendlich mit Fiktionen bezahlt.

Wo das endet ist klar – den Letzten beißen die Hunde und der Letzte bezahlt die Zeche. Das Ganze ist ein gigantisches, exponentiell wachsendes Schneeballsystem, dessen Ausmaß nur von den Initiatoren überschaut wird und an dessen Ende eine überproportionale Umverteilung von Sachwerten von Vielen zu Wenigen stattfindet. Wie oft die Währung wechselt oder sie dabei genannt wird, selbst wie hoch die Zinsen veranschlagt werden oder ob selbst die Schulden jemals zurückgezahlt werden können, ist irrelevant – wichtig allein ist der deklarierte Anspruch auf mehr Kapital als zur Verfügung gestellt wurde bzw. auf die “versicherten” Sachwerte. Die Kunst dabei ist ausschließlich, wie man jemandem dazu bringt, für ein letztlich nicht einlösbares Versprechen sein Haus zu verschenken und sich dazu auch noch verpflichtet zu fühlen. Es wissen auch und vor allem die 10% der Bevölkerung, denen bereits ca.70% aller Sachwerte gehören, dass man Geld nicht essen kann. Wären ihre Versprechen soviel wert wie sie glauben machen, dann würden sie diese selbst behalten, anstatt sie gegen “unterbewertete” Sachwerte zahlungsunfähiger “Kunden” einzutauschen. Stattdessen tun sie so, als würden sie uns einen mordsmäßigen(!) Gefallen tun, wenn sie uns für unsere Sachwerte ihr Dreckspapier in die verschwitzten Hände legen, damit wir nur ja morgen auch noch etwas zu fressen haben – wir Wichte – weil Geld schmeckt ja super.

“Während der Mainstream der Krisenanalytiker sich einseitig auf die Aktivseite des Bankensystems, die faulen Kredite, die fallenden Aktienwerte und den Derivateschwindel konzentriert, lohnt es sich, einen Blick auf die Passivseite der Bankbilanzen zu werfen. Die allzugern vertuschte Wahrheit und die Verursacher der Finanzkrise finden wir nämlich hier: sich immer schneller aufblähende, exponentiell wachsende Passiva, sprich: explodierende Geldvermögen.”[1]

Die immer größer werdende Schwierigkeit der Erbringung der gigantischen Summen an Zinsen und Zinseszinsen seitens der Banken an die Kapitalgeber wird deutlich, wenn man bedenkt, dass zur Wertabsicherung dieser Zahlungsversprechen natürlich entsprechende Sachwerte benötigt werden (Aktiva = Passiva), doch die gibt es leider nicht in ausreichender Menge auf Seiten der Kreditnehmer. Zumindest nicht in einer Welt, in welcher denen, welche Zins erwirtschaften lassen wollen, faktisch alles gehört und denen, welche diese Zinsen erwirtschaften sollen, nichts mehr, weil alles verspekuliert oder als “Sicherheit” an bzw. für die Kreditgeber “verbrieft” wurde. All das kann denen egal sein, welche faktisch alles haben – wer alles hat, der braucht nicht mehr zu expandieren. Aber die Banken gehen deshalb – an der Unmöglichkeit die zur Absicherung der Passiva benötigten Kredite als Aktiva zu verkaufen – pleite und mit ihnen alle davon abhängigen kleinen Unternehmen, ebenso die letzten Sparreserven des Kleinen Mannnes. Dem kann das nicht egal sein, weil sein Häuschen jetzt dem gehört, dessen Zahlungsversprechen heiße Luft war und an selbiger er nun sitzt. Er ist Gläubiger eines Heilsversprechens, welches er bezahlt. Moderner Ablass sozusagen.

Das Ziel der Kapitalversprecher ist also letztendlich die Zahlungsunfähigkeit der Sachwertbesitzer, um in die Verfügung ihrer Sachwerte zu kommen. Da aber durch die sich immer häufiger zeigende Zahlungsunfähigkeit auch die Zahl der Gläubigen und Sachwertverschenker abnimmt, hat man für die letzten und ganz Dummen unter ihnen einen ganz tollen Trick erfunden – man erfand die so genannten CDS, Credit Default Swaps. Das bedeutet schlicht und falsch Kredittausch und wird, wie die Ereignisse zeigen, völlig richtig als Kreditausfallversicherung – also eine Versicherung für und nicht gegen den Ausfall von Krediten – bezeichnet und funktioniert, indem man bestehende Kredite zur eigenen “Risikominimierung” an andere Risikoträger auslagert. In Wirklichkeit besteht diese Risikominimierung im Anreiz zu einer finanziellen Spekulation auf die Zahlungsunfähigkeit eines Kreditnehmers, also das Platzen von Krediten, weil man sich ja auch noch mit dem letzten Dreck die eigene Nase vergolden möchte. Wir erinnern uns – der kürzeste Weg zum Sachwert ist die Zahlungsunfähigkeit des Eigentümers. Der Sicherungsnehmer oder besser Spekulant bezahlt in diesem Fall eine regelmäßige (häufig vierteljährliche oder halbjährliche) Gebühr und erhält bei Eintritt des bei Vertragsabschluss definierten Kreditereignisses, also beispielsweise Umschuldung oder dem Ausfall der Rückzahlung aufgrund Insolvenz oder Zahlungsverzug, eine Ausgleichszahlung.[2] Wetten dass? Man soll also auf die eigene Zahlungsunfähigkeit wetten und daraus mehr Kapital erwirtschaften können, als man durch die eigene Zahlungsunfähigkeit verliert? Das würde bedeuten, dass derjenige alles hat, welcher nichts hat. Da hat wohl jemand den Buddha falsch interpretiert. Bezahlen soll man das Ganze natürlich aus eigener Tasche oder per Kredit.

Man erzählte also den Schmalspurspekulanten, wenn sie ihr Häuschen als Sicherheit hergeben würden, würde man ihnen soviel Geld leihen, dass sie auf die Zahlungsunfähigkeit anderer Gläubiger wetten könnten. Sie bräuchten dazu nur das Geld, welches sie vom Kapitalversprecher bekämen, an diesen zurückzuzahlen, um sich mit diesen Zahlungen das Recht einzukaufen, von der Zahlungsunfähigkeit eines anderen Gläubigen oder sich selbst zu profitieren und das mit enormen Renditen. Und da im eigentlichen Sinne der Verkäufer dieser Blasen auch der Kreditgeber des Zahlungsunfähigen ist, kann hier eine totsichere Prognose zur Übernahme der als Sicherheit hinterlegten Sachwerte seitens der Banken abgegeben werden. Das könnte man ohne Übertreibung als Kreditkannibalismus bezeichnen. Die Superdummen aber waren diejenigen, welche sich überzeugen ließen, die dahinterstehenden Kredite gleich mitzukaufen, natürlich damit der Profit höher ausfällt. Ich nehme einen Kredit auf, dann kaufe ich ihn der Bank ab, wette auf meine Zahlungsunfähigkeit und bekomme dafür von der Bank eine Menge Geld? Aber man bekommt ja den Hals nicht voll genug. Diese Masche hat natürlich bestens funktioniert, die Kredite und das Denken fielen nämlich gleich mit aus. Getreu dem Motto “Kauf das Ding erstmal, geht eh den Bach runter, Du bekommst zum kleinen Preis den Sachwert als Sicherheit oder profitierst zumindest von dessen Verkauf”. Davon waren diese Lemminge so begeistert, dass sie diese Kontrakte – natürlich nach dem gleichen Muster – weiterverkauften, man wollte ja partizipieren. Auch die Politik pokerte fleißig mit – mit Haushaltschulden, sprich kostenlosen Geldzwangsanleihen beim Steuerzahler; selbstverständlich ohne Profitbeteiligung desselben. Alle, die jetzt über die bösen und habgierigen Banker jammern, welche “unsere Werte” verrieten, haben mitgezockt und immer mit dem Geld der Anderen. Ihnen kam natürlich nie in den Sinn, sie seien ein Stein im Spiel der ursprünglichen Erfinder. Nein, sie gaben nur das Risiko weiter. Da sagten sich die Zampanos natürlich, “also wer so blöd ist und auf seine eigene Zahlungsunfähigkeit mit seinem eigenen Geld wettet, dieses bei uns teuer einkauft und dafür sein Häuschen als Sicherheit bereitstellt, hat das einfach nicht verdient”.

Bleiben noch die Uneinsichtigen und ewigen Nörgler übrig. Also entweder die, welche ihr Geld nicht zum Fenster rauswerfen wollen oder diejenigen, welche kein Geld mehr haben und zwangsernährt werden. Denen kann man nicht mehr mit Renditechancen kommen, da müssen schon andere Überzeugungsszenarien suggiert werden. Zum Beispiel eine globale Finanzkrise. Kein Problem, da die Zahlungsunfähigkeit der “Kreditinstitute” eh nicht aufzuhalten ist oder unbemerkt bleibt, macht man aus der Not eine Tugend. Man erklärt die Zahlungsunfähigkeit der Banken und Zockerfirmen nicht wie üblich zum marktbereinigenden Instrument und Folge ihrer Wirtschaftspolitik, sondern zum globalen Notstand, den es unter allen Umständen zu beheben gilt. So als wäre es nicht im Normalfall auch völlig egal, ob der Bäcker um die Ecke pleite geht. Soll ich doch meine Brötchen woanders herholen. Das interessiert die Verfechter “freier Märkte” sonst auch nicht. Warum müssen jetzt plötzlich diejenigen die Banken retten, die von diesen schon lange keine Zahlungsversprechen mehr bekommen und auch noch aus diesem Grund? Weil man diese Renitenten mit Sachzwängen sozialer Art und mittels Verordnung wesentlich besser zwingen kann diese “Rettungssteuer” zu zahlen, als darauf zu warten, dass sie freiwillig ein bisschen Geld für die notleidende Kreditwirtschaft investieren zum Zwecke der Vermögensexplosion einiger Weniger. Zwangsabgaben können wesentlich besser verkauft werden, wenn sie als Steuern getarnt werden, anstatt als Kredit. Das nennt man dann SWW – Staatsanleihe wider Willen – 100% sicher. Als Staat hat man, anders als eine Bank, auch noch besseren und tieferen Zugriff auf die Sachwerte der Bürger – da gibt es zwar auch eine Pfändungsgrenze, der Schuldtitel jedoch verjährt nicht nach 30 Jahren. Eigentum verpflichtet.

Was aber passiert nun eigentlich mit dem ganzen Schrott, den faulen Krediten; faul, weil sie nicht mehr bezahlt werden können und damit totes Kapital darstellen, welches die Aktiva aufblähen, ohne Profit zu bringen oder Wert zu haben?

Die naheliegendste Lösung scheint der Konkurs aller betroffenen Banken zu sein. Was aber passiert dann mit den Passiva, den Verbindlichkeiten dieser Bank an ihre Kreditgeber? Die Minisparer können ohne weiteres durch den Staat aufgefangen werden, wie Angela Merkel vollmundig tönte, “alle Spareinlagen sind sicher”. Das gälte dann aber auch für die Billionen von privaten Spareinlagen einiger Weniger. Nur ist für die vielen Zahlen leider kein Geld und auch kein Sachwert vorhanden. Da gäbe es noch die viel diskutierte Bad-Bank, also ein Bösewicht von Bank, der alle faulen Kredite schluckt und schwupps, weg sind sie aus den Aktiva der betreffenden Banken. Damit ist das grundsätzliche Problem aber ebensowenig wie mit der Pleite von Banken gelöst. Die Passiva ständen nicht nur nach wie vor zu Buche, sondern nachdem die faulen Kredite aus den Aktiva gelöscht würden, wäre das Loch in der Bilanz noch mehr zugunsten der durch fehlende Aktiva nicht mehr bedienbaren Passiva verschoben. Game over! Fängt das Spiel mit dem gleichen Rechenfehler wieder von vorne an, wird es aufgrund der gleichen Bedingungen kollabieren.

Ein interessantes “Bad-Bank”-Konzept hat dazu der englische Ökonom Willem Buiter entworfen [3]:

(1) Alle privaten Großbanken werden komplett verstaatlicht. Und zwar zwangsweise, ohne Ausnahme, auch die Banken, die nach wie vor meinen, sie wären solvent und könnten es auch alleine schaffen.

(2) Das bestehende Management wird gefeuert, die Aufsichtsgremien ditto, mit Ausnahme derer, die erst nach Ausbruch der Krise im September 2007 an Board gekommen sind.

(3) Es gibt keine weiteren staatlichen Garantien für bestehende Kreditforderungen oder sonstige Assets. Unabhängig davon, ob sie toxisch, zweifelhaft oder werthaltig sind. Garantien gibt es stattdessen nur noch für Neukredite.

(4) Alle toxischen und zweifelhaften Assets werden von den nunmehr verstaatlichten Banken in eine neue “bad bank” transferiert. Eventuell zum Nulltarif, soweit das möglich ist, und wo nicht (etwa aus rechtlichen oder regulatorischen Gründen), bestimmt man die Transferpreise im Rahmen von offenen Auktionen. Da beide Banken, die alte übernommene wie die neue bad bank, ohnehin dem Staat gehören, ist die Bewertung letztlich egal. Der Ankauf der Assets durch die bad bank wird durch einen staatlichen Kredit an die bad bank finanziert, oder durch eine durch sie begebene Anleihe, die der Staat zeichnet. [4]

… das klingt nicht schlecht, löst aber das Problem der Passiva ebensowenig – man hat nur Zahlen beiseite gebracht. Wie elegant das geht, beweist die folgende Meldung des Managermagazins vom 03. April 2009:

„Die in den USA für Rechnungslegungsvorschriften zuständige Behörde FASB hatte [...] dem Druck von Banken und Politikern nachgegeben und die bisherigen Regeln zur Bewertung von Wertpapieren gelockert. US-Geldhäuser können künftig mehr Wertpapiere nach eigenen Modellen bepreisen und müssen nicht die teils massiv gesunkenen Marktpreise in ihren Bilanzen als Basis verwenden. Das senkt den Abschreibungsbedarf zum Teil drastisch und sorgt für geringere Verluste – voraussichtlich bereits im ersten Quartal.“ [5]

… aus den Augen, aus dem Sinn?

Die im Grunde einzig ökonomisch sinnvolle und vertretbare Alternative wäre eine Bemessungsgrenze für Spareinlagen – in einem für alle wirtschaftlich vertretbaren Durchschnitt – bis zu welcher private Einlagen garantiert werden, der Rest ist Spekulationskapital, also Spielgeld und im Falle des Falles Schrott – nicht ohne Grund, weil damit der ganze Kreditschrott auch angekurbelt wurde, um die Aktiva künstlich aufzublähen. Das hätte zum Einen eine Entschuldung der nicht bedienbaren Kredite und damit eine Entlastung der Aktiva zur Folge, zum Anderen aber auch die Entschuldung oder Entlastung der Passiva, was nichts anderes bedeutet, als dass alle Sparvermögen ab der Bemessungsgrundlage verstaatlicht, bzw. ihre Eigner notfalls enteignet werden müssten. Zumindest das deutsche Grundgesetz sieht solche Szenarien durchaus vor. Nämlich in Artikel 14Eigentum verpflichtet – und Artikel 15Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden. Für die Entschädigung gilt Artikel 14 Absatz 3 Satz 3 und 4 entsprechend – die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

Das einzig wirkliche Problem ist die Entscheidung, ob einige Wenige entweder auf ihre Ansprüche auf Sachwerte anderer verzichten, um sich nicht selbst die Existenzgrundlage zu entziehen, oder ob eine Menge Vieler sich nimmt, was sie zum Überleben braucht. In diesem Moment beginnt die eigentliche Krise. Deren Ergebnis wird Krieg oder Frieden sein.

Was zu tun ist

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen, Was keiner sagt, das sagt heraus,
Was keiner denkt, sollt ihr befragen, Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen, Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein,
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben, Wenn alle mittun, steht allein!

Wo alle loben, habt Bedenken, Wo alle spotten, spottet nicht,
Wo alle geizen, wagt zu schenken, Wo alles dunkel ist, macht Licht! [6]

Quellen:

[1] “Kurzbeschreibung der aktuellen Finanzkrise – von Alexander Czerny”

[2] Credit Default Swap

[3] “Can the UK government stop the UK banking system going down the snyrting without risking a sovereign debt crisis?”

[4] Buiters “Bad Bank”-Konzept

[5] http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,617142,00.html

[6] Unklarer Urheber: mal Flex oder Zanetti oder Goethe oder Schiller – wem es zweifelsfrei bekannt ist, der melde sich bitte.

Informative Webseiten zum Thema:

http://www.weissgarnix.de/

http://www.egon-w-kreutzer.de/

http://goldseiten.de/

http://www.dasgelbeforum.de.org/

http://www.mmnews.de/

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/

http://www.reformverhinderer.de/

Lesenswerte Artikel zum Thema:

„Ackermanns Liquiditätsvernichtungsplan“

„Das kranke Geld“

„Die anal-erotische Finanzkrise“

„Das Achte Weltwunder“ – über die wundersame Entstehung des Zinseszins

„Das Bankgeheimnis“

„Finanzsystem erpresst die Welt“

„Aktiva und Passiva-die Bilanz der Banken und das Schneeballsystem“

„Diagnose Kapitalismus – Vom Krankheitsbild eines absurden Wirtschaftssystems und der Aktualität einer anarchistischen Alternative“

„Finanzpolitische Hintergründe der aktuellen Geopolitik“

„Dollarflut der Zentralbanken soll Krise aufhalten“

„Rettung dieses Finanzsystems – eine Illusion“

„IWF und Weltbank – Zwei Instrumente zur Zerstörung von Nationen“ (Interview mit Michel Chossudovsky)

„Bekenntnisse eines Economic Hit Man“

Update 27.01.2009

Regierung erwägt Enteignung von Hypo-Real-Aktionären

Im Kampf gegen die Pleite sind alle Mittel recht: Die Bundesregierung denkt nach Informationen von Reuters über die Enteignung der Eigentümer der Hypo Real Estate nach – um den angeschlagenen Immobilienfinanzierer selbst übernehmen zu können.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,603836,00.html

Update 28.01.2009

Unter dem Titel „Wie entkommen wir der Depressionsfalle?“ veröffentlichte Die ZEIT ein Interview mit dem deutschen Alt-Kanzler Helmut Schmidt, in dem er folgende Schritte zur Regelung des Bankengewerbes vorschlug:

  1. Alle privaten Finanzinstitute (inklusive Investmentbanken, Hypothekenbanken, Investment- und Pensionsfonds, Hedgefonds, Equity Trusts, Versicherungsgesellschaften et cetera.) und alle marktgängigen Finanzinstrumente werden derselben Banken- und Finanzaufsicht unterstellt.
  2. Die Banken- und Finanzaufsicht legt für alle Branchen der privaten Finanzinstitute Eigenkapital-Minima fest.
  3. Den Finanzinstituten werden jegliche Geschäfte außerhalb der eigenen Bilanz (und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung) verboten und unter Strafe gestellt.
  4. Allen Finanzinstituten wird bei Strafe der Handel mit solchen Finanzderivaten und -zertifikaten verboten, die nicht an einer anerkannten Wertpapierbörse zugelassen und notiert sind.
  5. Es wird allen Finanzinstituten bei Strafe verboten, per zukünftigen Termin Wertpapiere und Finanzinstrumente zu verkaufen, die sie zur Zeit des Verkaufes nicht zu eigen besitzen. Damit wird die Spekulation auf fallende Kurse (“Shortselling”) erschwert.
  6. Finanzeinlagen und Finanzkredite zugunsten solcher Unternehmen und Personen werden bei Strafe verboten, die rechtlich in Steuer- und Aufsichtsoasen registriert sind.

Quelle: Originalartikel, dazu der Kommentar von Lucas Zeise im Weblog der ZEIT.

My Way

„Wir gehen den richtigen Weg. Wir müssen den sozial Schwächeren, die sich über Generationen abgeschottet haben, sagen: Ihr seid wichtig. Wir schätzen Euch, Ihr seid so viel wert wie die anderen auch.“IM Schäuble

Steinmeier fordert mehr staatliche Gelder für Arbeitsplätze!

SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier geht in die Offensive. Er will die Politik wegen der immer stärker werdenden Wirtschaftskrise mehr in die Pflicht nehmen.

Deutsche Politiker sollten im nächsten Jahr auf Diätenzahlungen „entweder ganz verzichten oder aber einen Teil der dafür vorgesehenen Summe für den Erhalt von Arbeitsplätzen verwenden“, forderte Steinmeier im Berliner „Wochenspiegel am Sonntag“.

Es könne nicht sein, dass Politiker den Staat ruinieren und gleichzeitig Diäten an sich selbst  zahlten. Wenn ein Politiker Verluste ausweise, aber gleichzeitig Gelder aus dem Steuertopf wolle, sage er: „Dieses Geld wäre besser aufgehoben in einer Gewinnrücklage, mit der man auch Beschäftigungssicherung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finanziert.“ Wer jetzt einseitig das Füllhorn ausschütte, der solle sich nicht später zum Steuerzahler flüchten, so der Bundesaußenminister.

… gefunden hier: THE NO MEN!

Münte in Sorge

Chuzpe ist eine jiddische Bezeichnung für die Frechheit eines Elternmörders, welcher mildernde Umstände fordert, weil er Vollwaise sei.

Chuzpe ist auch die Frechheit mancher Politiker, in den Zeiten der Wahlen zur Erhaltung ihrer Fettnäpfchen, ausgerechnet ihre eigenen Fehler als Wahlkampfthema zu benutzen, zum Beispiel Münte-Baby. Als einer der Großen Erfinder und Verteidiger der Hartz-IV-Industrie, mimt dieser Zeitgenosse jetzt den „es schon immer gewußt habenden Oberlehrer“ und ergießt hinsichtlich der von ihm mitzuverantwortenden „Finanzkrise“ seine Scheinheiligkeit über die armen Wähler, welche doch bitteschön angesichts solcher Auslassungen wohl schellstens SPD wählen sollten:

„Ich bin in Sorge, dass die Demokratie Schaden nimmt, wenn die Menschen befürchten, dass die Politik unverantwortliches Verhalten in der Wirtschaft nicht mehr verhindern kann.“ – Frnäzchen Müntefering

Da bin ich einfach mal sprachlos!

Weiter im Text eines ehemaligen Nachrichtenmagazins:

So könnte bei vielen Menschen das Gefühl entstehen, die Demokratie werde gar nicht mehr gebraucht. Müntefering fuhr fort: „Für manche Manager bedeutet Demokratie – auch als Arbeitnehmerrechte – nichts anderes als überflüssige Bürokratie, die den Schwung ihrer Geschäfte bremst.“

… und keiner schreit!

Liquiditätskrise und Arbeitslosigkeit

… so, ich mach jetzt mal wieder ein bisschen B.Werbung – diesmal für einen Gastbeitrag auf der Seite von Egon Kreutzner:

Ein empirischer Nachweis der realen Geldverknappung und ihrer volkswirtschaftlichen Schadwirkung

von Alexander Czerny

Jahrgang 1974, studierte nach Abitur und Zivildienst zunächst Wirtschafts- und Politikwissenschaften und schloss dann ein Studium der neueren und neuesten Geschichte an. Seit Jahren ist er als „Ghostwriter“ in der Thematik „Internationale Finanzmärkte“ unter anderem auch für attac tätig. Nach einem Praktikum bei WEED*) ist er dort weiter als freier Mitarbeiter auf den Gebieten Internationale Währungsbeziehungen, Makroökonomie und Internationale Finanzmärkte tätig.

*) WEED = World Economy, Ecology & Development (Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung), eine nichtstaatliche Organisation aus Deutschland, die 1990 gegründet wurde und sich seitdem für eine sozial gerechte und ökologisch zukunftsfähig gestaltete Globalisierung einsetzt.

Teil I: Die Zusammenhänge zwischen Liquidität und Beschäftigung

Eine Untersuchung über die Ursachen von akuter Geldknappheit in Deutschland und deren Wirkung auf den Arbeitsmarkt.

Nicht die „Investitionsscheu“ der Unternehmen oder „fehlende Konsumfreudigkeit“ ist Schuld an der derzeitigen Misere, sondern schlicht und einfach Mangel an liquidem Geld in mittlerweile fast allen Bereichen der Binnenwirtschaft, bei fast allen Binnenmarktunternehmen und in vielen privaten Haushalten als Folge einer verheerenden und andauernden Kettenreaktion, die ab dem Jahr 2000 durch Kreditrückführung und Kreditverweigerung der Großbanken ausgelöst wurde.

Teil II: Die mutmaßlichen Verursacher der Liquiditätskrise

Die Kreditvergabe der einzelnen Bankengruppen
oder: Wer dreht warum dem Binnenmarkt den Geldhahn zu?

Untersuchungsgegenstand dieses Abschnitts sind die mutmaßlichen Auslöser der deutschen Liquiditätskrise. Diese Teilanalyse soll dem oft zu vernehmenden Einwand entgegen treten, die mangelnde Kreditvergabe sei Ausdruck mangelnder Geldnachfrage seitens der Unternehmen und Privathaushalte. Erläutert und bewiesen wird, dass zuerst die Großbanken die Kredite sperrten und so im Jahr 2000 einen Schock auf die Binnennachfrage und eine nachfolgende – bis heute andauernde – Kettenreaktion im gesamten Bankensektor und der Binnenwirtschaft auslösten. In diesem Abschnitt der Analyse werden zudem die Liaison zwischen exportierenden Großunternehmen und Großbanken und die Hintergründe der neoliberalen Reformpolitik beleuchtet.

Teil III: (noch nicht veröffentlicht) Der Umfang des tatsächlichen Geldmangels in der Binnenwirtschaft

Teil IV: Eine kurze Beschreibung der Finanzkrise

Ein kurzer, lohnenswerter Ausflug ins Banking:

Jede Bank bilanziert Soll und Haben auf 2 Seiten: der Aktivseite und der Passivseite.

Zu den Grundregeln gehört, dass die Bilanzsumme der Aktiva identisch sein muss mit der Bilanzsumme der Passiva.

Die Banken sind gezwungen, ihre Aktivabestände in gleichem Umfang auszuweiten, wie ihre Passiva, ihre Verbindlichkeiten, wachsen. Angenommen, die gesamten Geldvermögen auf der Passivseite belaufen sich im Jahr 2000 auf 5 Billionen US-Dollar und werden im Durchschnitt mit 4% verzinst. Dann bedeutet das, dass die Banken insgesamt 200 Mrd. Dollar Zinsen in 2000 erwirtschaften mussten. Eine gewaltige Summe! Doch in 2008 waren das bereits 400 Mrd. Dollar, weil sich die Geldvermögen verdoppelt haben.

Verstehst du, wo das Problem ist?

Die Banken müssen auf Biegen und Brechen ihre Aktiva ausweiten, um die Zinszahlungen zu bewerkstelligen.

Aktiva, das sind vorwiegend Kredite und Wertpapiere. Steigen die Aktienkurse rasant und gelingt es, die Kreditvergabe auszuweiten, gibt es kein Problem mit den Bankbilanzen. Was aber, wenn die Börsenkurse stagnieren oder gar einbrechen?

Schauen wir uns daher die zweite Möglichkeit, die Kreditvergabe, genauer an. Hier werden die Zinsen generiert, welche die Banken auf die Geldvermögen auf der Passivseite buchen müssen. Wer sind die Kreditnehmer? Es sind NICHT die grossen Unternehmen, die Corporations. Wenn die Geld brauchen, emittieren sie Wertpapiere. Kreditnehmer, Schuldner, das sind vorwiegend:

- kleine und mittlere Unternehmen
- Häuslebauer
- der Staatshaushalt
- Kreditkartenbesitzer

Diese müssen sich aus Sicht der Bank auf Biegen und Brechen in exponentiellem Umfang immer weiter verschulden. Eine Teufelsspirale! Gelingt dies nicht mehr, weil alle überschuldet sind, brechen die Banken zusammen. *

* Sorry für das lange Zitat bei Teil III

Hinweis: Bitte unbedingt die ganzen Texte durchlesen – wichtig!

Wo kommt das Geld her und wo geht es hin?

Auszug aus der „Jungen Seite der Bundesregierung“, genannt „Regieren kapieren“, zum Thema Geld:

Quelle: http://www.regierenkapieren.de/usw/usf/

Hinweis: alle Links führen zur Originalseite!

Alle, die auch nur ein wenig Geld in der Tasche oder auf der Bank haben, müssen damit irgendwie haushalten. Wer es gut macht, teilt sich sein Geld so ein, dass es reicht, bis wieder neues kommt.

Wer es sehr gut kann, wird immer ein bisschen sparen. Wer es schlecht macht, dem flutscht das Geld nur so durch die Finger. Wer schlecht haushaltet, wird eher früher als später in große Schwierigkeiten kommen.

Legt man diese einfachen und richtigen Bewertungen zugrunde, dann müsste man wohl sagen, dass der Staat eher schlecht mit seinem Geld umgeht, denn er macht regelmäßig Schulden. Staatsschulden eben. Nun ist die Sache im Falle eines Staates allerdings etwas komplizierter als zu Hause oder in einem kleinen Betrieb.

Das beginnt schon mit der Frage, ob man denn wirklich sagen kann, dass der Staat eigenes Geld besitzt. Denn wer ist das denn, der Staat? Und wer bestimmt, wofür wie viel Geld ausgegeben werden soll?

Woher kommt das Geld des Staates?

Der Staat, das sind wir alle. Und das Geld des Staates kommt von uns, weil wir Steuern zahlen. Es ist also unser Geld, das wir den staatlichen Verwaltungen und Behörden überlassen. Die bauen Straßen, Kindergärten oder Krankenhäuser.
Was sinnvoll und nützlich ist, darüber gibt es immer unterschiedliche Meinungen. Manche hätten gern mehr Polizisten, und andere würden lieber mehr Lehrerinnen einstellen. Die einen möchten das Naturschutzgebiet erhalten, während andere eine Autobahn wollen.
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Ehrenwerte Gesellschaft

“Wo Räuber in guter Gesellschaft auftreten, sind ihre Berater, die Sophisten nicht weit. Seit zweihundert Jahren sortieren die Bürger ihre Ängste: Der Anarcho-Maritime wird an Land im günstigsten Fall zu einem Raskolnikow (der tut, was er will, aber es bereut), im weniger günstigen zu einem de Sade (der tut, was er will, und die Reue negiert), im schlimmsten Fall zu einem Neoliberalen (der tut, was er will, und sich dafür, Ayn Rand zitierend, selber zum Mann der Zukunft ausruft).”

… aus Peter Sloterdijks „Der Welteninnenraum des Kapitals“

Gefunden hier: http://www.weissgarnix.de/?p=860

Dissident

Franz Josef Degenhardt lehnt es mit einer denkwürdigen Erklärung ab, von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung noch Gebrauch zu machen:

„Ich bin dermaßen dissident zu den herrschenden Verhältnissen und der herrschenden Meinung, in allem uneinverstanden mit dem, was ist, dass der Versuch, außer in meinen Liedern und Erzählungen, einverständlich dies und das Wünschbare zu verdeutlichen, mir – nun nicht gerade als kollaborativ erscheint -, aber doch unmöglich ist. Es wäre, zur Zeit jedenfalls, so unverständlich, wie wenn ein Mister Spock aus einer ganz anderen Galaxie und einer viel späteren Zeit einem jetzigen Erdbewohner seine ganz andere Welt erklären würde, in der es kein Geld und keine Ware gibt, eine Gesellschaft existiert, die auf einer Gebrauchswert- und Bedürfnis-Ökonomie beruht als Voraussetzung für Demokratie und das Ende von Ausbeutung. Und dass sowas mittels Wahlzettel nicht erreichbar ist.“

Gefunden hier: http://pala.mischamandl.de/2005/11/05/sei-doch-mal-konstruktiv/

Schäuble plant verdachtslose Aufzeichnung des Surfverhaltens im Internet – Protestkampagne gestartet

Datenschützer und Internetnutzer protestieren scharf gegen einen neuen Gesetzentwurf von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der die 2007 beschlossene Vorratsdatenspeicherung nun auch bei der Benutzung des Internet erlauben soll. „Das neuerliche Vorhaben von Bundesminister Schäuble geht gewaltig über die bisherige Vorratsdatenspeicherung hinaus“, warnt Marcus Cheperu vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Gegen die verdachtslose Speicherung aller Verbindungs- und Standortdaten hatten vergangenes Jahr 35.000 Bürger Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Der neue Vorstoß des Bundesinnenministers ist im Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes“ vom 14.01.2009[1] versteckt.

Jeder Anbieter von Internetdiensten wie Google, Amazon oder StudiVZ soll danach künftig das Recht erhalten, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen – angeblich zum „Erkennen“ von „Störungen“. Tatsächlich würde der Vorstoß die unbegrenzte und unbefristete Speicherung jeder Eingabe und jedes Mausklicks beim Lesen, Schreiben und Diskutieren im Internet legalisieren. Die Surfprotokolle dürften an Polizei, Bundeskriminalamt, Geheimdienste sowie an die Unterhaltungsindustrie herausgegeben werden. Eine richterliche Anordnung ist nicht vorgeschrieben, eine Beschränkung auf schwere Straftaten nicht vorgesehen.

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Bastelbogen Demokratie

„Ich bin stolz auf unsere gesellschaftliche Ordnung, darauf, dass die Würde des Menschen geachtet wird, dass die einzelne Stimme etwas zu sagen hat, dass jeder wählen kann, dass man auswählen kann und dass man daraus dann demokratische Mehrheiten zimmert.“ - Rede von Angela Merkel auf der Diskussionsveranstaltung des Bankhauses Metzler am 14. Januar 2009 in Frankfurt am Main

Bitte zwing mich!

Auszug aus der „Arbeitshilfe Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen“ der Bundesagentur für Arbeit, ja eben der, welche laut mancher Meinung mancher Zeitgenossen gar nicht zuständig für Hartz-IVler ist. Besonders deutlich wird dass, wenn man Beschwerden bei der BA anbringen möchte oder gar die Heranziehung der Überschüsse der BA zur Arbeitsplatzschaffung einfordert. Die „eigenständigen“ denk unabhängigen Job-Center und deren „Inoffizielle Mitarbeiter“ „beweisen“ die Behauptung Ihrer Unabhängigkeit von der BA  regelmäßig mit dem Hinweis, dass aus eben aus diesem Grunde der Unabhängigkeit, ihre „Kunden“ – sprich Hartz-IVler – nicht in die offiziellen Arbeitslosenstatistiken eingerechnet werden.

In besagtem Dokument, welches ich an dieser Stelle nicht kommentieren möchte, findet sich folgende, durch ihre Einfachheit verborgene, aber schöne und die Arbeitsweise der BA perfekt offenbarende Formulierung:

Die vorliegende Arbeitshilfe enthält in jeweils gekennzeichneten Abschnitten Empfehlungen und fachliche Hinweise (verbindliche Weisungen zur Rechtsauslegung) der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Umsetzung durch die Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) und Agenturen für Arbeit in getrennter Aufgabenwahrnehmung (AAgAW), die mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales abgestimmt wurden.

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Prozessbeobachtung durch das BKA zu Ausbildungszwecken?

Am Ende eines sehr aufschlußreichen und unbedingt lesenswerten Artikels „Über den Allerweltsbegriff „Reproduktion“ im Verfahren ‘militante gruppe’“ von Anna, findet sich am Ende eine sehr interessante Mitteilung, nämlich dass bei einer am 10. Dezember 2008 stattgefundenen Verhandlung in Berlin gegen drei angebliche Mitglieder der als terroristisch beklagten Vereinigung  ‘militante gruppe’, „Prozessbeobachter“ des BKA teilgenommen haben.

Dazu die folgende Meldung der Bundesregierung:

Prozessbeobachtung durch das BKA zu Ausbildungszwecken

Berlin: (hib/DAK) Die Prozessbeobachtung durch Personen des Bundeskriminalamts (BKA) erfolgt mit dem gleichen rechtlichen Status wie bei allen Vertretern der Öffentlichkeit und dient darüber hinaus Aus- und Fortbildungszwecken. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/10982) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/10774) zur Beobachtung einer Hauptverhandlung vor dem Kammergericht Berlin durch das BKA. Die Fraktion wollte unter anderem wissen, auf welcher Rechtsgrundlage das BKA handele und welche Erkenntnisse es sich davon verspreche.

Die Regierung verweist darauf, dass Hauptverhandlungen grundsätzlich öffentlich seien und darüber hinaus die Zustimmung des Vorsitzenden Richters eingeholt worden sei. Ziel sei es, bisher nicht bekannt gewordene Hinweise aufzunehmen und polizeilich zu bewerten. Eine einschüchternde Wirkung durch das BKA auf andere Prozessbesucher sei nicht ersichtlich, heißt es in der Antwort weiter.

Unsere Probleme möchten die meisten anderen gerne haben

Norbert Lammerts erschreckender Nachweis über den Verlust aller Maßstäbe in der Beurteilung der gegenwärtigen Lage

Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert hat in der aktuellen konjunkturellen Krise zu mehr Optimismus und weniger Schwarzmalerei aufgerufen. „Wenn ich heute in Magazinen lese: ‘2009 wird das schwierigste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik’, dann ist das für mich ein erschreckender Nachweis über den Verlust aller Maßstäbe in der Beurteilung der gegenwärtigen Lage“, sagte Lammert am Dienstag auf der 50. Gewerkschaftspolitischen Arbeitstagung des Deutschen Beamtenbundes in Köln.

Die Krise relativiere sich, sobald man auf die Anfänge der Republik und die damaligen Schwierigkeiten blicke. Unter schwersten Bedingungen habe damals der Parlamentarische Rat das Grundgesetz entworfen und damit nicht nur den Grundstein für Recht und Freiheit, sondern auch für die Wiederherstellung der deutschen Einheit 40 Jahre später gelegt. „Auch wenn die Aufgaben, vor denen wir stehen, heute deutlich bescheidener sind, würde ich mir ein Stück von dem Ernst, der Zuversicht und dem Gottvertrauen wünschen, die damals die Schaffung der Bundesrepublik Deutschland erst möglich gemacht haben.“

„Das Land steht sehr gut da“

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Krise zu verschenken!

„Ich rufe alle Unternehmer in Deutschland auf, sich unseres Maßnahmenpakets zu bedienen, es in Anspruch zu nehmen und damit ihren Beitrag zu leisten, damit wir gestärkt durch die Krise kommen. Denn wir wissen, Politik alleine wird diese Krise nicht bewältigen können, sondern wir brauchen eine gemeinsame nationale Kraftanstrengung.“

Angela Merkel – Videopodcast „Konjunkturpaket II – Die Krise meistern“

Text als PDF

Das macht keinen Sinn!

Der Ausdruck “Sinn machen” kommt von der irrigen Annahme einiger Zeitgenossen, ihre Handlungen von ihren Verantwortlichkeiten trennen zu können, um ihren Handlungen ein vom Handelnden unabhängiges Quasi-Persönlichkeitsrecht zu unterstellen, zum Zwecke der Selbstentfremdung mangels Erkenntnis des Sinns dieser Handlungen bei gleichzeitiger Unlust zum Sinn für Verantwortung. So kann man durchaus der unsinnigen Ansicht sein, die eigenen Handlungen machten Sinn ohne dass es einem in den selben käme, man hätte diesen.

Gerade ein bisschen inspiriert vom Fellow Passenger (ja es gibt wirklich intelligente Bayern)

Asse und kein Ende

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), seit Jahreswechsel neuer Betreiber der Schachtanlage Asse bei Remlingen, beabsichtigt, den Verschluss einer Einlagerungskammer im Bergwerk Asse II kurzfristig und vorsorglich mit Beton zu stabilisieren. Turnusmäßige Überwachungsmessungen des früheren Betreibers Helmholtz Zentrum München (HMGU) hatten Ende 2008 ergeben, dass es in der sogenannten Kammer 4 auf der 750-m-Sohle offenbar Schäden in der Kammer gibt, durch die sich künftig Teile der Decke lösen und auf in der Kammer lagernde schwachradioaktive Abfälle stürzen könnten.

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Wir haben Fehler gemacht

(Rede von Peter Schneider vor der Vollversammlung aller Fakultäten der Freien Universität Berlin am 5. Mai 1967)

Wir haben Fehler gemacht, wir legen ein volles Geständnis ab: Wir sind nachgiebig gewesen, wir sind anpassungsfähig gewesen, wir sind nicht radikal gewesen. Wir haben uns um die Immatrikulation beworben, wir haben die Immatrikulationsbestimmungen gelesen, wir haben uns den Immatrikulationsbestimmungen unterworfen. Wir haben Formulare ausgefüllt, die auszufüllen eine Zumutung war. Wir haben über unsere Religionszugehörigkeit Auskunft gegeben, obwohl wir keiner Religion zugehörten. Wir haben für unsere Bewerbung Gründe angeführt, die nicht unsere Gründe waren. Wir haben unsere Zulassung erhalten, wir haben unseren besten Anzug angezogen, wir sind zur Immatrikulationsfeier gegangen. Wir haben uns hingesetzt, wir haben gewartet, wir wären am liebsten gleich wieder gegangen. Wir haben uns zur Feier des Augenblicks von unseren Plätzen erhoben, obwohl uns die Feierlichkeit des Augenblicks nicht bewußt geworden ist. Wir sind, als wir unsere Professoren in langen Talaren und schwarzen Käppis erblickten, nicht in ein nicht enden wollendes Gelächter ausgebrochen. Wir haben uns wieder hingesetzt, als wir uns wieder hinsetzen durften. Wir haben die Ansprache des Rektors gehört, wir haben die Ansprache des Dekans gehört, wir haben die Ansprache des Studentenvertreters gehört. Wir haben die Worte der Redner in uns aufgenommen, wir haben ab und zu die Augen geschlossen, wir haben uns jedesmal entschließen müssen, bevor wir gehustet haben, wir sind nicht weiter aufgefallen, wir sind liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen gewesen. Wir haben uns des Vorzugs, ein akademischer Bürger zu sein, versichern lassen, bevor wir das als einen Vorzug empfanden. Wir haben unsere Universität freie Universität genannt, obwohl wir da gar nicht sicher waren. Wir haben eine Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden gebildet, obwohl diese Gemeinschaft erst noch zu bilden war. Wir haben den Immatrikulationstee getrunken, wir haben unser Studium begonnen, wir haben die Pflichtvorlesungen belegt, wir sind nicht in den SDS eingetreten. Wir haben uns ein Semester lang mit der Frage beschäftigt, warum die Goten das t hauchten und wir haben über einen Franzosen des neunzehnten Jahrhunderts gearbeitet, der seinerseits über einen Römer des zweiten Jahrhunderts gearbeitet hatte. Wir haben mit dieser Arbeit keinen Erfolg gehabt, denn wir haben die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Franzosen des neunzehnten Jahrhunderts, die über einen Römer des zweiten Jahrhunderts gearbeitet haben, nicht gebührend berücksichtigt. Wir sind deprimiert gewesen, wir haben uns zu Recht kritisiert gefühlt, wir haben es das nächste Mal besser gemacht. Wir haben Seminararbeiten gemacht, die zu machen reine Zeitverschwendung war. Wir haben Seminarsitzungen protokolliert, die nicht zu protokollieren, sondern nur zu kritisieren waren. Wir haben Tatsachen auswendig gelernt, aus denen nicht das mindeste zu lernen war. Wir haben Prüfungen vorbereitet, die nur der Prüfung unseres Gehorsams dienten. Wir sind nervös geworden, wir sind unlustig geworden, wir sind immer schwieriger geworden, wir litten an mangelnder Konzentration, wir konnten nicht einschlafen, wir konnten nicht beischlafen, wir haben uns einmal ausgesprochen. Wir haben uns sagen lassen, wir müßten erst mal mit uns selber fertig werden. Wir sind mit uns selber fertig geworden.

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Cunst & Commerz

Aus einer Anfrage an unsere Königin der Banken – Angela Merkel

Guten Tag Frau Merkel,

Die SoFFin hat der Commerzbank insgesamt Einlagen in Höhe von 18 Mrd EUR zur Verfügung gestellt und dafür hat der Staat einen Stimmanteil von 25% zzgl. 1 Aktie bekommen. Der Marktwert Commerzbank beträgt per 15.01.09 2,5 Mrd EUR. Die Gesamteinlagen belaufen sich also auf das 7,2fache des derzeitigen Marktwertes der Commerzbank, wofür der Staat im Gegenzug über einen Eigneranteil laut derzeitigem Marktwert von 0,6 Mrd bzw. 600 Millionen EUR verfügt.

Die Commerzbank zahlt von diesen 18 Mrd EUR insgesamt ca. 9,8 Mrd EUR für die Dresdner Bank. Das bedeutet, dass der Steuerzahler sowohl die Commerzbank, als auch die Dresdner Bank gekauft, sowie 9 Mrd EUR dazugelegt hat und dafür einen momentanen Gegenwert von 600 Mio EUR zur Verfügung gestellt bekommt. Das zur Verfügung gestellte Kapital insgesamt beträgt somit das 30fache im Gegensatz zum Eigenanteil des Staates, womit die Commerzbank faktisch eine Rendite von 3000% erzielt hat – ohne jedes operative Geschäft und risikofrei, weil garantiert. Sie hat schlicht und einfach 600 Mio EUR bezahlt, um in den wahrlichen Genuß von 18 Mrd EUR zu kommen.

Fazit: Der Steuerzahler ist demnach in der Lage, einem marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen zu garantieren, dass es – ohne den Marktgesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegen zu müssen – mit dem 7,2fachen seines Marktwertes operieren kann. Das bedeutet nichts anderes, als eine staatliche Zulage oder Subvention von 6,20 EUR pro 1,– EUR Eigenkapital.

Dazu folgende Fragen:

1. Allgemein: Warum ist es nicht möglich, den so genannten Rettungschirm, ursprünglich als Bürgschaft und nicht als direktes Kapital deklariert, in Höhe von 500 Mrd EUR für die Banken dahingehend zu nutzen, dass dieser nur unter Voraussetzung einer in gleicher Höhe garantierten Kreditvergabe durch die unterstützten Banken bürgt?

2. Zur Commerzbank: Weshalb ist es nötig, ein Unternehmen mit dem 7,2fachen seines Marktwertes zu unterstützen, damit dieses hilfebedürftige Unternehmen vom Überschuß unter anderem eine Bank aufkauft, an welcher der Staat keinerlei Anteil hat? Anders gefragt – wieso bezahlt der Staat einen 7,2fach höheren Preis als er laut Marktwert müsste?

2.1. Warum wurden mit diesen 18 Mrd EUR nicht die Commerzbank und die Dresdner Bank als faktisch insolvente Unternehmen aufgekauft und in zeitweiligen Staatsbesitz überführt, damit der Steuerzahler in die Verfügung über die damit, laut Aussagen der Bundesregierung, zu finanzierenden Kredite und die aus diesen zu erwartenden Renditen kommt?

3. Welche Kriterien muss ein Unternehmen – unabhängig von Artikel 3 GG – erfüllen, um in die Verfügung einer ebensolchen Garantie zu kommen?

… eine nicht erwartete Antwort wird hier veröffentlicht. Wer über diese nicht erwartete Antwort informiert werden möchte, trage sich bitte hier bei Abgeordnetenwatch ein. (rechts oben ist ein Button zum Eintragen per Mail)

Ach ja, da fällt mir doch folgendes ein:

… hast Du eine Mutter, dann hast Du immer Butter …

Wenn ich 500 Mrd. Euro zur Verfügung hätte …

… würde ich an Angie`s Stelle das Geld wie folgt verwenden:

Kauf Daimler: Marktkapitalisierung aktuell: 23 Mrd

Kauf CoBa : Marktkapitalisierung aktuell: 2 Mrd (haben ja bereits ein paar Prozent)

Kauf Dt. Bank: Marktkapitalisierung aktuell: 12 Mrd.

Kauf VW: Marktkapitalisierung aktuell 50 Mrd (haben ja bereits ein paar Prozent)

Kauf Allianz: Marktkapitalisierung aktuell: 30 Mrd.

So, jetzt hätten wir noch 373 Mrd. zur Verfügung.

Weitere Vorschläge erbeten.

Quelle: http://www.weissgarnix.de/?p=849&cpage=2#comment-17597

Die Erinnerung an die Mechanismen der Diktatur wachhalten!

Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall hat die Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht an Bedeutung verloren, betont Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Und weil Angela da völlig recht hat, folgt zuerst ein kleiner Verweis auf Angelas DDR-Karriere und danach ihre Rede zum Thema:

Merkels Stasi-Umfeld

Wenn wir beurteilen wollen, was wir von einem Menschen erwarten können, fragen wir immer erst danach, wo er denn her kommt. Wir suchen uns ein Bild von ihm zu machen, indem wir ergründen, in welchem Umfeld jemand in der Vergangenheit gelebt hat, was seine Freunde und Verwandten waren und welches ihre Überzeugungen waren und sind. Das nicht zu tun, hieße blauäugig zu sein… Wir deutschen Wähler werden aber seit Jahren darüber im Dunkeln gelassen, aus welchem Umfeld denn unsere Kanzlerin kommt. Keine der maßgebenden Zeitungen hat darüber mehr als oberflächlich berichtet, bis jetzt das Schweizmagazin am 29.5.2008 titelte:

“Deutsche Kanzlerin Merkel ein Stasi-Spitzel?”

… weiterlesen

Und nun Angelas hervorragende Rede:

Das Jahr 2009 ist in verschiedener Weise ein ganz besonderes Jahr: Wir müssen natürlich vor allen Dingen die Herausforderung der internationalen Wirtschaftskrise bewältigen. Die Bundesregierung wird dazu Anfang der nächsten Woche ein zusätzliches Maßnahmenpaket verabschieden.

Aber das Jahr 2009 ist auch in anderer Hinsicht von besonderer Bedeutung: Am 23. Mai dieses Jahres wird die Bunderepublik Deutschland 60 Jahre alt. Das Grundgesetz, die freiheitlichste Ordnung, die Deutschland je hatte, hat es uns ermöglicht, dass wir eine erfolgreiche, demokratische, freiheitliche Bundesrepublik aufbauen konnten.

Wir erinnern uns daran, wie schwer das war nach dem Zweiten Weltkrieg und welchen großen Beitrag gerade die Älteren in unserer Gesellschaft dafür geleistet haben.

Am 9. November dieses Jahres jährt sich der 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Dieser Jahrestag ist geradezu das Symbol für die Einführung einer freiheitlichen Ordnung in ganz Deutschland und auch in den ehemaligen sozialistischen Ländern. Wir werden daran mit Freude denken.

Aber wir werden uns auch daran erinnern, dass es schwierig war, die Folgen der SED-Diktatur aufzulösen.

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Das ABC der frisierten Bilanz

„Wir können Außenpolitik nicht nur unter dem Aspekt der Menschenrechte betreiben“

… sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner und warnte vor einer Überbetonung der Menschenrechte in der Außenpolitik.

Quelle:  Störende Menschenrechte

Trauriger Geburtstag einer alten Lady

Heute ist der 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Interview zur Verfassungsbeschwerde gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz

Der Gesprächspartner

dr_fuellmichDr. Reiner Fuellmich ist in Bremen geboren und aufgewachsen. Die Schule besuchte er in Bremen und Farmington Hills, Michigan. Sein Studium der Rechtswissenschaften absolvierte er an der Georg-August-Universität Göttingen und in Los Angeles.

Er arbeitete unter anderem als wissenschaftlicher Assistent an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen und promovierte dort. Bevor er 1993 die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Fuellmich & Associates gründete, war er im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank in Deutschland und Japan tätig.

Dr. Fuellmich hat verschiedene Artikel und Bücher in den Bereichen Bankrecht, Arztrecht und internationales Privatrecht publiziert und lehrte als Professor und Lehrbeauftragter bereits an Universitäten in den USA, in Deutschland und Estland.


Interview zur Verfassungsbeschwerde mit RA Dr. Reiner Füllmich

MvB: Hinsichtlich welcher Artikel des GG ist das so genannte Finanzmarktstabilisierungsgesetz aus Ihrer Sicht verfassungsrechtlich bedenklich?

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Erste Verfassungsbeschwerden gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz

Am 20. Oktober reichte ein Unternehmen aus Thüringen Verfassungsbeschwerde gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz ein, da es die Banken hinsichtlich des am 17. Oktober im Eiltempo verabschiedeten Gesetzes gegenüber anderen Unternehmen unzulässig bevorzuge.

Die beiden Bankenrechtler und Verbraucheranwälte RA Dr. Klaus Kratzer und RA Reiner Füllmich werden nun eine weitere Verfassungsbeschwerde gegen das 500-Milliarden-Paket zur Rettung deutscher Banken einlegen. Sie befürchten laut AFP, die von der Bundesregierung garantierten 500 Milliarden Euro würden „ohne jeglichen Sinn verpuffen“ und wahrscheinlich zu höheren Steuern führen.

Reiner Füllmich bemerkte zu Recht: „Noch niemand habe schlüssig erklärt, warum nicht auch mal eine Bank Pleite gehen dürfe.

Rechtsanwalt Klaus Kratzer (Nürnberg) und sein Kollege Reiner Füllmich (Göttingen) wollen die Beschwerde am 24. Oktober beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einreichen.

Dazu auch folgende Meldung und Presseerklärung beider Anwälte zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz. (PDF)

UPDATE: 13. November 2008

Interview zur Verfassungsbeschwerde mit RA Dr. Reiner Füllmich

Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente

Worum geht es und wie ist der Stand der Dinge?

1. Was ist geplant?

Im vorgelegten Gesetzentwurf sind weitreichende Änderungen der Sozialgesetzbücher II und III vorgesehen. Ziel ist die Weiterentwicklung des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums. Die Zahl der Instrumente soll reduziert werden und gleichzeitig die Handlungsspielräume der Arbeitsvermittler/Fall-Manager erhöht werden.

Wichtige Änderungen im SGB II (ALG II) und III (ALG I) und deren Bewertung:

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Presseerklärung zur aktuellen Finanzmarktkrise sowie zum „Rettungsprogramm“ der Bundesregierung

der Rechtsanwälte: Klaus Kratzer & Koll., Nürnberg, Eberhard Ahr & Koll., Bremen, Dr. Reiner Fuellmich & Ass., Göttingen,

der Hochschullehrer: Prof. Dr. Peter Derleder, Universität Bremen, Prof. Dr. Kai-Oliver Knops, Universität Hamburg, Prof. Dr. Udo Reifner, Universität Hamburg

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Warum engagiert sich die Bundeswehr in Afghanistan?

Geschichtsfälschung für Kinder

Der größte Einsatzort deutscher Soldatinnen und Soldaten ist Afghanistan. Radikale Islamisten (genannt „Taliban“) regierten dieses Land bis 2001. Sie planten terroristische Anschläge in der Welt, so zum Beispiel auch die furchtbaren Anschläge auf das „World Trade Center“ in New York.

Die internationale Gemeinschaft hat sich wegen der Anschläge auf das „World Trade Center“ gegen die Taliban gewandt und sie gestürzt. Seit 2002 engagiert sich die Bundesregierung in Afghanistan. Die Bundeswehr hilft, Sicherheit für die Menschen zu schaffen und das Land wieder aufzubauen. Insgesamt sind rund 3.000 Frauen und Männer vor Ort. Auch die Polizei und deutsche Entwicklungshelfer bauen das Land wieder mit auf.

Quelle: Regieren kapieren

Chuzpe

„Vertrauen ist genau die Währung, mit der bezahlt wird.“Angela Merkel

… deshalb sind wir pleite!

Wisst ihr eigentlich was Chuzpe bedeutet? So nennt man das Verhalten eines Elternmörders, der um Gnade fleht, weil er Waise ist!

Nothelfer Bundeswehr?

Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch, Bundestagsvizepräsident a. D.

Die Große Koalition will das Grundgesetz ändern, um den Einsatz der Bundeswehr im Inland zu ermöglichen. »Arsen für das Grundgesetz« nennt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG das Vorhaben, für das Wolfgang Schäuble seit mehr als 15 Jahren kämpft: Damit die Bundesregierung »zur wirksamen Bekämpfung besonders schwerer Unglücksfälle« auch die Bundeswehr einsetzen und den »Einsatz militärischer Mittel« anordnen darf, soll Artikel 35 geändert werden. »Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister. Die Entscheidung der Bundesregierung ist unverzüglich nachzuholen«, zitiert die ARD aus der vorgesehenen Erweiterung. Doch gegen den »Notfallplan für besonders schwere Unglücksfälle« formiert sich zunehmend Widerstand. Entschieden gegen einen »Nothelfer Bundeswehr« ist auch Bundestagsvizepräsident a. D. Burkhard Hirsch.

Diktatur und Widerstand

„Wenn die Diktatur vor der Tür steht, muß sofort Widerstand geleistet werden, nicht erst, wenn es zu spät ist.“

Antonio di Pietro (früherer italienische Antikorrup­tionsrichter zu einem Amnestiegesetz, das die gerichtliche Verfolgung Berlusconis aussetzt)

100.000 Demonstranten bei „Freiheit statt Angst“-Demo in Berlin

Datenschutz-Demonstration „Freiheit statt Angst“: Zahl der DemonstrantInnen hat sich zur Abschlusskundgebung noch einmal verdoppelt.

In Berlin hat um 17:00 Uhr direkt vor dem Brandenburger Tor die Abschlusskundgebung der Großdemonstration „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn“ begonnen.

Da viele Teilehmer sich unterwegs dem Zug angeschlossen haben, hat die Zahl der TeilnehmerInnen nach Angaben der Veranstalter zur Abschlusskundgebung 100.000 Menschen erreicht.

„An einen solchen Erfolg hätten wir in unseren wildesten Träumen nicht gedacht. Diese Bewegung für Bürgerrechte kann jetzt nicht mehr ignoriert werden“, so Ralf Bendrath vom AK Vorrat.

Der Überraschungsgast auf der Rednerbühne, Dr. Motte, wurde frenetisch von den 100.000 Teilnehmern bejubelt. Dr. Motte sagte von der Bühne: „Das ist toll, wow! Ich wünschte, 80 Millionen aus ganz Deutschland wären hier. Wir sind die Gesellschaft, wir haben die Möglichkeit.“ Daraufhin griff er die Bundesregierung an. „Warum sind immer noch Verfassungsfeinde in der Regierung?“

Die Organisatoren der Demo kündigen weitere Aktionen an. „Nach diesem Erfolg erwarten wir jetzt endlich Reaktionen von der Politik. Das heißt: Rücknahme der Vorratsdatenspeicherung und anderer Überwachungsgesetze und Eindämmung der Datensammelwut durch Firmen wie die Telekom“, so padeluun von der Demoleitung.

Irritierend sind die derzeitigen Meldungen der Polizei zur Anzahl der Demo-Teilnehmer: „Die Schätzungen wurden beim Sammeln am Alexanderplatz gemacht. Als sich zur Abschlusskundgebung die gut gelaunten Menschen auf der Straße des 17. Juni  aber fast bis zur Siegessäule drängten, korrigierte die Polizei ihre Schätzung gegenüber unserer Demo-Leitung sofort“ so Florian Altherr vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

Erste Fotos von dem friedlichem und bunten Protestmarsch finden sich im Wiki.

Quelle: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/264/1/lang,de/

Notopfer via Bierdeckel

Es wird wieder mal Zeit für eine kleine Werbung – und zwar für eines der kritischsten Blättchen in diesem Lande, dem „Ossietzky“, vormals Weltbühne, benannt nach Carl von Ossietzky, dem Gründer des Blattes.

Autor: Dietrich Kittner

Auszug:

Es muß einmal heraus: Meine Frau und ich sind Krösusse. Weil wir schon nicht mehr wissen, wohin mit der ganzen Knete, haben wir soeben großmütig einer Bank beziehungsweise einem US-Konzern 107,93 Euro gespendet. Jeder (zusammen also 215.86 Euro). So wie alle Bundesbürger vom Säugling bis zum Greise. Rund neun Milliarden Euro aus Steuermitteln hat die Bundesregierung zur Sanierung der IKB-Bank ausgegeben, die durch Leichtsinn und Dummheit der Bänker vor dem Aus stand. Dann sind die Verwalter unserer Steuern fachmännisch zur Sache gegangen und haben das gerettete Geldinstitut für satte 150 Millionen an einen von christlicher Nächstenliebe erfüllten amerikanischen Investor verscherbelt. Eine finanztechnische Meisterleistung! Nur ein Lump wird da von Schnäppchenpreis, Milliardenverlust oder gar Verschleuderung des Staatsvermögens reden wollen. Man muß das eben solidarisch sehen, gemeinsam einstehen für den kleinen Lapsus einiger ein wenig überforderter Finanzfachleute. Konsequenz: Neun Milliarden Sanierungskosten minus 150 Millionen Verkaufserlös machen 8,85 Milliarden Verlust, geteilt durch rund 82 Millionen BRD-Einwohner sind: 107,93 Euro pro Kopf, ob beim ersten Schrei oder beim letzten Röchler. Wir alle müssen blechen.

Wollte man nun aber korrekterweise das Banken-Notopfer gleichmäßig nur auf Steuerzahler umlegen, müßte man Kinder, Arbeitslose, treusorgende Mixa-Hausmütterchen, Kleinstverdiener und unsere hohe Verantwortung tragenden Multimillionäre, die bekanntermaßen keine Steuern zahlen, von den 82 Millionen abziehen und käme so leicht auf schätzungsweise 500 Euro Steuermehrbelastung pro deutscher Durchschnittsfamilie. Unseren Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten schon jetzt!
Aus noch vollerem Herzen wünschen darf man solches dem gewesenen Steuervereinfacher und CDU-Geschäftsführer Friedrich Merz. Sein Anwaltsbüro nämlich hat die erwähnte Verkaufsaktion juristisch fixiert. Nach anwaltlicher Mindestgebühr bedeutet dies für seine Kanzlei eine Solidareinnahme von wenigstens 461.000 Euro. Selbstverständlich ist in solchen Fällen das Honorar frei verhandelbar und könnte leicht auch wesentlich höher ausgefallen sein. Dafür wurde der Vertrag dann aber sicher auch per Bierdeckel abgeschlossen. Per Bierfilz sagt man mancherorts auch. Oder knapper: per Filz.

Den vollständigen Text gibt es hier

Arbeitslosigkeit

1. Arm sind alle, die keine eigenen Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts besitzen

In einem grundsätzlichen Sinn sind alle Lohnarbeiter arm, ganz gleich welches aktuelle Lohneinkommen sie gerade beziehen, weil ihr Lebensunterhalt von einem fremden Willen und fremden Interessen abhängt. Ihr Einkommen hängt davon ab, dass ein Kapitalist ihre Arbeitskraft kauft und ihnen so den Lebensunterhalt zahlt. Es ist falsch, alle Lohnarbeiter für „arm“ im gewöhnlichen Wortsinn zu halten.

„In dem Begriff des freien Arbeiters liegt schon, dass er ein Armer ist, ein potenzieller und unsichtbarer Armer. Er ist seinen ökonomischen Bedingungen nach bloßes lebendiges Arbeitsvermögen, … Bedürftigkeit nach allen Seiten hin … Als Arbeiter kann er nur leben, soweit er sein Arbeitsvermögen gegen den Teil des Kapitals austauscht, der den Lohnfonds bildet. Dieser Austausch selbst ist an für ihn zufällige, gegen sein organisches Sein gleichgültige Bedingungen geknüpft. Er ist also potenzieller, unsichtbarer Armer.“ K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, 497.

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Armut in Deutschland

Armut in der Bundesrepublik nimmt sei Mitte der 70er Jahre zu. Waren in den 60er und 70er Jahren noch die Alten am stärksten betroffen, so sind es nunmehr Kinder und junge Erwachsene. Ausländer weisen seit Beginn der 80er Jahre höhere Armutsquoten als Deutsche auf.“ LitDok. 1998/99 b-1023. Hübinger, Werner: Prekärer Wohlstand. Neue Befunde zu Armut und sozialer Ungleichheit. Freiburg 1996, 255 S.  LitDok. 1998/99 a-723.

Arm & Reich: „Es verfügten 1988 die obersten 10 % der Haushalte über fast die Hälfte des Nettogrund- und Nettogeldvermögens…, während die untere Hälfte der Haushalte weniger als 4 % dieser Vermögensarten besaß. Dabei werden die reichsten Haushalte bei dieser Umfrage noch nicht einmal erfasst.“

Armut 1984 bis 1989: „75 % aller Personen waren während des Untersuchungszeitraumes von sechs Jahren niemals arm; 15 % waren kurzfristig arm, … 10 Prozent waren in dem genannten Zeitraum häufig oder dauerhaft arm…“

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Demokratie als Kunstwerk

Ein Interview mit Johannes Stüttgen über Direkte Demokratie und die Idee des „Erweiterten Kunstbegriffs“

Johannes Stüttgen ist Künstler, Gesellschafter des Unternehmens Omnibus gGmbH und Mitglied im Kuratorium von Mehr Demokratie e.V. Er arbeitet seit über 30 Jahren zur Direkten Demokratie und zur von Beuys entwickelten Idee der Sozialen Skulptur und war Schüler und langjähriger Mitarbeiter von Joseph Beuys. Der Künstler Joseph Beuys hat als einer der ersten in Deutschland die Idee der direkten Demokratie propagiert.

Kunst und Volksabstimmung

Seit wann beschäftigt Sie das Thema Direkte Demokratie?

Begonnen hat die Geschichte vor 30 Jahren durch meine Arbeit mit meinem Lehrer Joseph Beuys. Im Jahr 1970 hat er in Düsseldorf – und daran war ich beteiligt – die Organisation für Direkte Demokratie gegründet. In deren Mittelpunkt steht der erweiterte Kunstbegriff.

Was soll man darunter verstehen?

Die Kunst ist in ihrer Entwicklung an einem Punkt angelangt, wo sie die Frage nach der Gestaltung der Gesellschaft stellen muss. Das heißt, die Kunst darf sich nicht länger nur auf das übliche Terrain der Kunst beschränken, sondern muss sich als Gestaltungsprinzip für die Gesellschaft verstehen. Als etwas, was jeden Menschen betrifft. Beuys hat die Suche nach der Form für die Kunst „Soziale Plastik“ genannt. Ein entscheidender Bestandteil dieser sozialen Plastik ist die direkte Demokratie. Eine andere, eine ganz neue Wirtschaftsordnung, das heißt, selbst verwaltete Unternehmen, eine neue Kredit- und Preisordnung, und ein Staat, der sich zurecht schrumpft, um es mit einem Satz von Joseph Beuys auszudrücken.

Die Suche nach der sozialen Plastik hat sich ja in dem missverständlichen Satz konzentriert „Jeder Mensch ist ein Künstler“.

Das ist ein Satz, der sich natürlich nicht auf die bekannten Disziplinen der Kunst bezieht – das kann man ja nun nicht sagen, dass jeder Mensch ein Künstler ist. Er bezieht sich auf die Gestaltungsverantwortung, die kreative Natur, die in jedem Menschen liegt.

Wie weit reicht nun die Kunst in die Politik hinein, ohne dass sie von der Politik aufgefressen wird? Mehr lesen »

Bundeswehr im Inneren!

Soeben meldete die Tagesschau, dass auf dem ersten Koalitionstreffen nach der parlamentarischen Sommerpause beschlossen wurde, dass die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden darf!

„Wir haben jetzt einen Weg gefunden, dass der Einsatz der Bundeswehr in ganz bestimmten, begrenzten Fällen auch gestaltet werden kann“, sagte dazu Volker Kauder. Das ist der, welcher behauptet hat, er würde für 4,50 Euro pro Stunde auch arbeiten gehen, obwohl er nicht mal für seine ca. 7.000 Euro arbeitet.

Natürlich nur in „ganz bestimmten Fällen“, wie unser ehemaliger Angriffs Verteidigungsminister Peter Struck, wegen dem wir unsere Freiheit auch am Hindukusch verteidigen dürfen, hoch und heilig versicherte. Etwa wenn die Wasserschutzpozilei nicht helfen könne, dann müsste die Marine ran. Amtshilfe sozusagen. Ein Schelm wer dabei an Arges denkt, Heiligendamm beispielsweise.

Und dann kommt, was kommen muss: „Hintergrund sind auch mögliche Einsätze der Luftwaffe gegen ein mit Terroristen besetztes Flugzeug“ und „Einsatz von Abfangjägern gegen ein nur mit Terroristen besetztes Flugzeug“ (man beachte das lustige NUR), was auch immer das ist – wahrscheinlich wenn der Joker Osama bin Ladin mit seiner Al Kaida-Pioniergruppe in einem CIA-Fluchzeug abhängt und seinen Urlaub in Deutschland verteidigen will. Wohlwissend, dass das Bundesverfassungsgericht dazu schon einmal NEIN sagte. Aber das ist völlig Wurst, denn: „Um in solchen Fällen Bundeswehreinsätze möglich zu machen, soll das Grundgesetz entsprechend geändert werden“ und zwar Artikel 35.

Artikel 35
(1) Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe.
(2) Zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung kann ein Land in Fällen von besonderer Bedeutung Kräfte und Einrichtungen des Bundesgrenzschutzes zur Unterstützung seiner Polizei anfordern, wenn die Polizei ohne diese Unterstützung eine Aufgabe nicht oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten erfüllen könnte. Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern.
(3) Gefährdet die Naturkatastrophe oder der Unglücksfall das Gebiet mehr als eines Landes, so kann die Bundesregierung, soweit es zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist, den Landesregierungen die Weisung erteilen, Polizeikräfte anderen Ländern zur Verfügung zu stellen, sowie Einheiten des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte zur Unterstützung der Polizeikräfte einsetzen. Maßnahmen der Bundesregierung nach Satz 1 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates, im übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben.

Und nun ersetzen wir Bundesgrenzschutz mit Bundeswehr, frickeln ein bisschen an der Deutungshoheit von „Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung“ und Naturkatastrophe oder der Unglücksfall“ herum, und schon hat es der selige Herr Schräuble geschafft, eine Neudefinition des Begriffs „KRIEGSRECHT“ in Verfassungsrang zu bringen!

Na siehste, geht doch ganz einfach. Hallo! Ist da jemand zu Hause? Aufwachen! Abwählen! Sofort!

Update 06.102008/20:11

BINGO! Gerade berichtet die Tagesschau, dass auch der Einsatz der Bundeswehr im Inneren bei „drohenden Terrorgefahren“ beschlossen wurde – und was drohende Terrorgefahren sind, wissen wir wohl alle, oder etwa nicht? Darüber hinaus sieht der Beschluss eine Eilkompetenz vor: „Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister.“

Da freue ich mich schon auf die nächste Großdemo – da wird dann schon mal geübt.

Diskussion zur Gesetzesinitiative Artikel 1a GG

Erfolgreiches Krisenmanagement

10 Gebote für erfolgreiches Krisenmanagement

  1. Man deklariere sich als Währungseigentümer und bedrucke Papier mit schönen Motiven.
  2. Man trenne diese Währung von realem Wert und nenne dieses freie Wirtschaft.
  3. Man drucke soviel Geldscheine, bis sich Realwerteigentümer so sehr davon beeindrucken lassen, dass sie ihren Realwert gegen einige Kilo Papier eintauschen.
  4. Man deklariere diesen Verlust an Papier als negative Geschäftsbilanz und Finanzkrise.
  5. Man überschreibe den Realwert dem eigenen Privatvermögen und nehme ihn aus der Geschäftsbilanz.
  6. Man deklariere diesen doppelten Bilanzverlust als Sachzwang oder Wirtschaftskrise.
  7. Man nehme diese Wirtschaftskrise als Begründung neue Geldscheine drucken zu müssen.
  8. Man drucke davon so viele, bis sich Realwerteigentümer so sehr davon beeindrucken lassen, dass sie ihren Realwert gegen einige Kilo Papier eintauschen.
  9. Man deklariere die unausweichliche Erkenntnis, dass Papier nicht essbar ist, als Währungskrise.
  10. Man nehme diese als Grundlage, eine neue Währung einzuführen.

Politik als Hauptberuf

Anlässlich der heutigen Landtagswahlen in Bayern, hier ein Auszug aus einem Vortrag von Max Weber im Rahmen einer Vortragsreihe »Geistige Arbeit als Beruf«, 1918/19 in München.

Es gibt zwei Arten, aus der Politik seinen Beruf zu machen. Entweder: man lebt »für« die Politik, – oder aber: »von« der Politik. Der Gegensatz ist keineswegs ein exklusiver. In aller Regel vielmehr tut man, mindestens ideell, meist aber auch materiell, beides: wer »für« die Politik lebt, macht im innerlichen Sinne »sein Leben daraus«: er genießt entweder den nackten Besitz der Macht, die er ausübt, oder er speist sein inneres Gleichgewicht und Selbstgefühl aus dem Bewusstsein, durch Dienst an einer »Sache« seinem Leben einen Sinn zu verleihen. In diesem innerlichen Sinn lebt wohl jeder ernste Mensch, der für eine Sache lebt, auch von dieser Sache. Die Unterscheidung bezieht sich also auf eine viel massivere Seite des Sachverhaltes: auf die ökonomische. »Von« der Politik als Beruf lebt, wer danach strebt, daraus eine dauernde Einnahmequelle zu machen, – »für« die Politik der, bei dem dies nicht der Fall ist. Damit jemand in diesem ökonomischen Sinn »für« die Politik leben könne, müssen unter der Herrschaft der Privateigentumsordnung einige, wenn Sie wollen, sehr triviale Voraussetzungen vorliegen: er muss – unter normalen Verhältnissen – ökonomisch von den Einnahmen, welche die Politik ihm bringen kann, unabhängig sein. Das heißt ganz einfach: er muss vermögend oder in einer privaten Lebensstellung sein, welche ihm auskömmliche Einkünfte abwirft. So steht es wenigstens unter normalen Verhältnissen. Zwar die Gefolgschaft des Kriegsfürsten fragt ebensowenig nach den Bedingungen normaler Wirtschaft wie die Gefolgschaft des revolutionären Helden der Straße. Beide leben von Beute, Raub, Konfiskationen, Kontributionen, Aufdrängung von wertlosen Zwangszahlungsmitteln: – was dem Wesen nach alles das gleiche ist. Aber das sind notwendig außeralltägliche Erscheinungen: in der Alltagswirtschaft leistet nur eigenes Vermögen diesen Dienst. Aber damit allein nicht genug: er muss überdies wirtschaftlich »abkömmlich« sein, d.h. seine Einkünfte dürfen nicht davon abhängen, dass er ständig persönlich seine Arbeitskraft und sein Denken voll oder doch weit überwiegend in den Dienst ihres Erwerbes stellt. Abkömmlich in diesem Sinn ist nun am unbedingtesten: der Rentner, derjenige also, der vollkommen arbeitsloses Einkommen, sei es, wie die Grundherren der Vergangenheit, die Großgrundbesitzer und die Standesherren der Gegenwart, aus Grundrenten – in der Antike und im Mittelalter auch Sklaven- oder Hörigenrenten –, sei es aus Wertpapieroder ähnlichen modernen Rentenquellen bezieht. Weder der Arbeiter, noch – was sehr zu beachten ist – der Unternehmer, auch und gerade der moderne Großunternehmer, ist in diesem Sinn abkömmlich. Denn auch und gerade der Unternehmer – der gewerbliche sehr viel mehr als, bei dem Saisoncharakter der Landwirtschaft, der landwirtschaftliche Unternehmer – ist an seinen Betrieb gebunden und nicht abkömmlich. Es ist für ihn meist sehr schwer, sich auch nur zeitweilig vertreten zu lassen. Ebensowenig ist dies z.B. der Arzt, je hervorragender und beschäftigter er ist, desto weniger. Leichter schon, aus rein betriebstechnischen Gründen, der Advokat, – der deshalb auch als Berufspolitiker eine ungleich größere, oft eine geradezu beherrschende Rolle gespielt hat. – Wir wollen diese Kasuistik nicht weiter verfolgen, sondern wir machen uns einige Konsequenzen klar.

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Denkverbot

„Wer Tabus und Denkverbote aufstellt, darf sich nicht wundern, wenn hinterher in Grauzonen gehandelt wird“

Wolfgang Schäuble auf dem CDU/CSU-Kongress „Sicherheit in einer globalisierten Welt“, Berlin 7.5.2008

Merkels Wahrheit

„Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“ – Angela Merkel

Artikel 20 [Verfassungsgrundsätze – Widerstandsrecht]

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

URL zum Film: http://de.youtube.com/watch?v=rQeoE4lEXBE

Über wirkungsvollen Pazifismus

Die Mutter, die in einigen zwanzig Jahren an der zerkrümmten Leiche eines kleinen Kindes heulen wird, neben sich den Schlauch einer unnützen Sauerstoffflasche und einen bedauernden Arzt: »Gegen dieses Giftgas, gnädige Frau, sind wir zur Zeit noch machtlos – Ihr Kind ist nicht das einzige Opfer in der Stadt … « – diese Mutter wird sich in ruhigen Stunden immerhin fragen dürfen, wo denn eigentlich der vielverschriene Pazifismus in den letzten zwanzig Jahren gewesen sei; ob wir denn nichts getan hätten; ob es denn keinen Krieg gegen den Krieg gebe …

Tatsächlich wird der Pazifismus von den Mordstaaten sinnlos überschätzt; wäre er halb so gefährlich und wirkungsvoll, wie seine Bekämpfer glauben, dürften wir stolz sein. Wo stehen wir?

Die historische und theoretische Erkenntnis der anarchischen Staatsbeziehungen ist ziemlich weit fortgeschritten. Die Friedensgesellschaften der verschiedenen Länder, die inoffiziellen Staatsrechtslehrer, Theoretiker aller Grade arbeiten an der schweren Aufgabe, aufzuzeigen, wo die wahre Anarchie sitzt. Langsam schält sich das Bild des wirklichen Zustandes der Erde heraus: der Staat, noch bis vor kurzem Subjekt und Götze und Maßstab aller Dinge, unterliegt nun selbst einer ihm peinlichen Untersuchung, er wird Objekt, und ein lamentables dazu, und muß sich gefallen lassen, in seinen Grundfesten angezweifelt zu werden. Immer mehr zeigt sich, was wahre Kriegsursache ist: die Wirtschaft und der dumpfe Geisteszustand unaufgeklärter und aufgehetzter Massen.

Was aber fast überall völlig fehlt, das ist die pazifistische Propaganda im Alltag, auf der Gasse, in der Vierzimmerwohnung, auf öffentlichen Plätzen – der Pazifismus als Selbstverständlichkeit. Vier oder fünf Mal im Jahr sind wir da, auf Kongressen, oft in Versammlungen. Und dann gehen alle nach Hause, und das ›Leben‹ tritt in seine Rechte; das Leben – das ist in diesem Falle die offizielle Staatsgesinnung, die den Krieg lobt; das Kino, das den Krieg verherrlicht; die Zeitung, die den Krieg nicht in seiner wahren Gestalt zu zeigen wagt; die Kirche, die zum Kriege hetzt (die protestantische mehr als die klügere katholische); die Schule, die den Krieg in ein bombastisches Panoptikum umlügt; die Universität, die den Krieg feiert –, überall der Krieg.

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Die sagen dazu Demokratie

… Volker Pispers sagt: „… das ist wie Scheisse am Schuh!“

The Attack – Hintergründe und Folgen

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von Noam Chomsky und Michael Haupt

Autor: Noam Chomsky

Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt

„The Attack – Hintergründe und Folgen“ by Noam Chomsky
Die Originalausgabe »9-11« wurde 2001 als Interviewband bei Seven Stories Press, New York, veröffentlicht. Deutsche Erstausgabe Europa Verlag GmbH Hamburg, Januar 2002, ISBN 3-203-76013-4

Inhalt
I.Der Angriff und seine Ursachen
II.Ideologische Begleitmusik
III.Staatsverbrechen
IV.Usama Bin Ladin und die USA
V.Terrorismus und Zivilisation
VI.Der Angriff und seine Folgen

Anhang
Literaturempfehlungen
Zum Autor

I. Der Angriff und seine Ursachen

Die Veränderung der geopolitischen Lage

Die schrecklichen Ereignisse vom 11. September besitzen zweifellos eine neue Qualität, die nicht in ihrem Umfang oder ihrem Charakter besteht, sondern im Ziel der Angriffe. Seit 1812 haben die Vereinigten Staaten keinen Angriff auf ihr Territorium mehr erlebt; es wurde noch nicht einmal bedroht.

Viele Kommentatoren fühlten sich an Pearl Harbor erinnert, aber diese Analogie ist irreführend. Am 7. Dezember 1941 wurden Militärstützpunkte in zwei US-Kolonien angegriffen, nicht jedoch das Heimatland selbst. Den USA galt Hawaii als heimatliches Territorium, tatsächlich aber war es eine Kolonie. Während der letzten zweihundert Jahre haben die USA die eingeborene Bevölkerung Nordamerikas (Millionen von Menschen) vernichtet, halb Mexiko erobert (de facto das Territorium der dort lebenden Völker, aber das ist eine andere Sache), Hawaii und die Philippinen besetzt (und dabei Hunderttausende von Filipinos getötet) und nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Form der Gewaltanwendung auf fast alle Regionen der Erde ausgedehnt. Das hat enorme Opfer gekostet, aber nun sind die Kanonen zum ersten Mal herumgedreht worden. Das ist eine dramatische Veränderung.

Das gleiche gilt für Europa, das allerdings im Unterschied zu den USA durch interkontinentale Kriege an den Rand der Zerstörung getrieben wurde. Die europäischen Mächte hat das jedoch nicht davon abgehalten, die Welt mit brutaler Gewalt zu erobern, ohne Gegenschläge ihrer Opfer befürchten zu müssen: England wurde nicht von Indien, Belgien nicht vom Kongo, Italien nicht von Äthiopien, Frankreich nicht von Algerien angegriffen (auch Algerien galt in Frankreich nicht als »Kolonie«). Kein Wunder, daß Europa den 11. September als ebensolchen Schock erfuhr wie die Vereinigten Staaten.

Was das genau zu bedeuten hat, ist noch ungewiß. Aber daß es etwas Neues ist, liegt auf der Hand.

Wo liegen die Ursachen?

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Ehemalige CSU-Mitglieder rufen zur Wahl der Linkspartei auf!

Bitte weiterleiten!

Die Berliner Zeitung veröffentlichte am 08.09.08 eine im Selbstzerfleischungsskandal der SPD völlig untergegangene Meldung.

„Wenn man CSU-Chef Erwin Huber richtig verstanden hat, dann geht das christliche Abendland unter, falls die Linke in Bayerns Landtag einzieht. Wer so denkt,dem bleibt nichts anderes übrig, als einen Glaubenskrieg auszurufen und die Menschen im Freistaat vor die Wahl zu stellen: Erwin oder Erdbeben, Huber oder Hölle, Bayern oder Barbarei.“

Was ist passiert? Der Passauer Schuldirektor Joseph Wandl, der Münchner Bankangestellte Peter Aschenbrenner und der Gewerkschafter Thomas Jaud aus Kaufbeuren erklären:

„Wir alle sind vor Jahren in eine Partei – die CSU – eingetreten, von der wir überzeugt waren, dass sie ihren Namen ernst nimmt und somit christliche und soziale Politik macht. Wir waren der Meinung, dass diese Partei … auf dem Boden des Grundgesetzes und der bayrischen Verfassung handelt.“

Diese Meinung vertreten diese Herren, angesichts der „Eigentümerinteressen der Großkonzerne, der Spezlwirtschaft im Lande der Bayern und der Rente mit 67″ offensichtlich nicht mehr und wollen am 12. September – dem 63. Geburtstag der CSU – dazu aufrufen, bei den Landtagswahlen Ende September für die Linke zu stimmen.

Pikantes Detail am Rande. Die „Abweichler“ verkünden ihre frohe Botschaft im Münchner Ratskeller – „jener traditionsreichen Lokalität also, in der die CSU ihre Gründungssitzung abhielt.“

Die Berliner Zeitung berichtet weiter über die Motive: „Ihr versucht hier Fronten aufzubauen, aber wir haben euch längst unterwandert. Wir versauen euren Geburtstag, wir besetzen euren Keller, und wir haben sogar schon eure Leute.“

Da muss der Huber wohl mal den Ratzinger oaruafa.

Die Anwendung von Maßnahmen der Zersetzung

Zielstellung und Anwendungsbereiche von Maßnahmen der Zersetzung

Maßnahmen der Zersetzung sind auf das Hervorrufen sowie die Ausnutzung und Verstärkung solcher Widersprüche bzw. Differenzen zwischen feindlich-negativen Kräften zu richten, durch die sie ersplittert, gelähmt, desorganisiert und isoliert und ihre feindlich-negativen Handlungen einschließlich deren Auswirkungen vorbeugend verhindert, wesentlich eingeschränkt oder gänzlich unterbunden werden.

In Abhängigkeit von der konkreten Lage unter feindlich-negativen Kräften ist auf die Einstellung bestimmter Personen, bei denen Anknüpfungspunkte vorhanden sind, dahingehend einzuwirken, dass sie ihre feindlich- negative Positionen aufgeben und eine weitere positive Beeinflussung möglich ist.

Zersetzungsmaßnahmen können sich sowohl gegen Gruppen, Gruppierungen und Organisationen als auch gegen einzelne Personen richten und als relativ selbständige Art des Abschlusses Operativer Vorgänge oder im Zusammenhang mit anderen Abschlussarten angewandt werden.

Die Leiter der operativen Diensteinheiten haben zu gewährleisten, dass bei politisch-operativer Notwendigkeit Zersetzungsmaßnahmen als unmittelbarer Bestandteil der offensiven Bearbeitung Operativer Vorgänge angewandt werden.

Formen, Mittel und Methoden der Zersetzung

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